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Jan Böhmermann: Die mächtige “Krawallschachtel”

Jan Böhmermann versteht es erfolgreich den linken Mainstream zu bespielen. Sein Mittel der Wahl ist die gratismutige Provokation. Sein Ziel: Die maximale Aufmerksamkeit.

Sein früherer Chef Harald Schmid fasste das, was den heutigen Star groß gemacht hat, einmal so zusammen:

„Ich wusste schon früh, dass es Böhmermann als Moderator nie schaffen würde – aber, dass er es als Krawallschachtel sehr weit bringen würde, wusste ich auch.“

Das große As im Ärmel, des einstigen Sidekicks des Großmeisters der deutschsprachigen Late Night Show, war dabei die Woke-Welle, die der blasse dünne Junge zu reiten wusste, wie kaum ein zweiter seiner Zunft. Anders, als viele seiner Kollegen hat sich Böhmermann aber nicht einfach nur dem neuen Zeitgeist angepasst, um nicht das nächste Opfer der Cancel Culture, der „Krieger für die Soziale Gerechtigkeit“, zu werden. Vielmehr scheint er auf Biegen und Brechen deren bester Soldat sein zu wollen.
Jeder TV-Auftritt, jeder Podcast und jeder Tweet, wirkt wie ein lauter Schrei nach einem weiteren Tapferkeitsorden für besondere Wokeness für seine schmale Brust.

Die Entwicklung, des Polizistensohns aus dem Bremer Arbeiterbezirk Gröpelingen, ist vor allem psychologisch interessant. Nicht im Sinne einer Pathologisierung. Dies ist aus mehreren Gründen wichtig zu betonen. Der erste und wichtigste Grund dafür, wann immer es irgendwie möglich ist davon abzusehen, einem politisch Andersdenkenden irgendeine Form der Geisteskrankheit zu unterstellen, ist ohne Zweifel die dunkle Historie, die diese Methodik – nicht nur aber vor allem auch – in Deutschland hat.

Ganz davon abgesehen, wirken und sind solche Beurteilungen, an deren Ende man dem Gegenüber per se die eigene Urteilsfähigkeit abspricht, in der Regel ziemlich anmaßend und – gerade, wenn sie von Laien vorgenommen werden, auch in peinlicher Weise dilettantisch. Nicht selten sagen sie daher mehr über den Beurteiler als über den Beurteilten aus. 

„Jung, sach datte krank bis, dann verzeih isch Dir“, sagte einst Reiner Calmund, in seiner Funktion als Geschäftsführer des Fußball-Klubs Bayer Leverkusen, zu seinem damaligen Trainer Christoph Daum, nachdem dieser sich quasi selbst, durch eigene Blödheit und einen freiwilligen Haartest, des Kokain-Konsums überführt hat. Wäre Böhmermann einfach nur krank oder dumm, man könnte ihm nicht einmal richtig böse sein. Ist er aber nicht. Im Gegenteil. Er weiss sehr genau, was er macht – und warum er es macht.

Wie fast alle Woken hat, die als Moderator gescheiterte Krawallschachtel, eine fast schon wollüstige Freude daran, anderer Leute Leben zu zerstören und Andersdenkende sozial zu vernichten. Es ist, so hat man den Eindruck, die seelische Genugtuung eines einstigen Prügelknaben, der nun endlich einmal selber mit voller Härte zuschlagen darf. Der inszenierte Skandal, der für Böhmermann längst zur persönlichen Routine geworden ist, ist für ihn nur Mittel zum Zweck. Genauer gesagt: Mittel zur Erhaltung der Macht, die er so sehr genießt. Der Lieblingssatiriker der Neuen Linken weiss, dass er dafür unbedingt die niemals abflachende Aufmerksamkeit der deutschen Medienöffentlichkeit braucht.

Der Krawall, auf den der TV-Mann, der sich aus der absoluten Fernsehnische zu einem der bekanntesten Namen in der deutschen Medienbranche emporgeschwungen hat, setzt, ist ein kämpferisches nach unten Treten. Als Gegner sucht er sich stets Leute aus, die bereits angezählt sind und sich gerade noch so auf den Beinen halten können. Für seine „krassen Provokationen“ wählt er immer – und mit größter Zielsicherheit – Themen, die für ihn schon allein deshalb ungefährlich sind, weil Widerspruch seine potentiellen Kritiker in den Verdacht bringen würden, sich mit Personen und Ansichten gemein zu machen, mit denen man, in der Welt, die er mit erschaffen hat, nicht einmal mehr in Berührung kommen darf.

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