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Die Geschichte des Mädchens Noelle (†15) | Teil I
Die Geschichte des Mädchens Noelle (†15) | Teil II
Die Geschichte des Mädchens Noelle (†15)| Teil III
Die Geschichte des Mädchens Noelle (†15) | Teil IV
Die Geschichte des Mädchens Noelle (†15) | Teil V

Warum saß der Täter nicht im Psycho-Knast?“, fragte Deutschlands größte Boulevardzeitung im Laufe ihrer Prozessberichterstattung. Und wer jetzt abwinkt, weil es die BILD war, die diese Frage stellte, sollte wissen: Noelles Mutter und Noelles Schwester haben sich dieselbe Frage gestellt. Nicht nur die Wochen vor Gericht, wo sie, wie gesagt, als Nebenklägerinnen auftraten, sondern jeden gottverdammten Tag.

Selbst die politisch eher linksstehende Berliner Zeitung fragt: „Warum war Bekim H. zur Tatzeit auf freiem Fuß? Warum versagten notwendige Kontrollmechanismen? Warum schritt niemand ein, wo es angezeigt gewesen wäre, nachdem er im Jahr 2019 andere Menschen mit dem Messer bedroht hatte?“

Alles gute Fragen, die eben nicht unerklärlich sind, wie es die Berliner Zeitung behauptet. Der Mord an Noelle hätte verhindert werden können, wenn Richter, Psychologen und Sozialarbeiter nicht so jämmerlich versagt hätten.

Lasst uns ein letztes Mal ins Jahr 2001 zurückkehren. Das Jahr, in dem der Euro eingeführt wurde, das Jahr in dem Bekim H. eine 68-jährige Frau über Stunden vergewaltigte und halbtot schlug. Von einer Jugendsünde kann bei so einer Tat nicht die Rede sein, in Bekims Fall schon mal gar nicht, er war bereits 23 Jahre alt. Alt genug also, um Verantwortung für seine Tat zu übernehmen. Doch dazu wird es nicht kommen, im herkömmlichen Sinne zumindest nicht.

Auf die Polizei machte Bekim H. kurz nach der Tat einen „psychisch desolaten“ Eindruck. Ob er damals bereits geschauspielert hat? Wir wissen es nicht, halten es aber für gut möglich. Eine frühere Verlobte sagte 20 Jahre später vor Gericht, wenn er während ihrer Beziehung trank oder Drogen nahm, hätte er niemals die Kontrolle verloren.

Er gab an, er hätte vor der Tat Haschisch geraucht und eine Menge Alkohol getrunken. So soll es, laut einer Gutachterin bei dem angeblich unter einer „schweren Persönlichkeitsstörung leidenden“ Bekim H. zu dem „aggressiven Durchbruch“ gekommen sein. Da kam dann noch eine Prise Küchenpsychologie obendrauf, die Nummer mit der Rache an seiner Mutter, und fertig war die „Schuldunfähigkeit“.

Bekim H. wurde seiner angeblichen psychischen Erkrankung wegen freigesprochen, kam – wie Ihr bereits wisst – statt ins Gefängnis in den sogenannten Maßregelvollzug. In eine Klapse also.

Kann Bekim H. das Gericht abermals austricksen?

Im Januar diesen Jahres behauptete die Berliner Psychiaterin Dagny Luther, die Bekim H. begutachtet hat:

Die Maßregel sei eigentlich ein Instrument, das bei psychisch kranken Straftätern funktioniere.

Eigentlich. Hm. Tja, blöd nur, wenn dieses eigentlich Menschenleben kostet. Immerhin gab Frau Dr. Luther zu, dass die Maßregel bei Bekim H. eben nicht funktioniert hat. Und nun haltet Euch fest: Zu Beginn des Prozesses legte die Psychiaterin vor dem Landgericht Berlin ein vorläufigen Gutachten vor, in dem stand, dass Bekim H. auch bei dem kaltblütigen Mord an Noelle nicht schuldfähig war!

Als wir davon erfuhren, haben wir ein bisschen recherchiert, Ihr wollt nicht wissen, was wir alles herausgefunden haben, aber ein typisches Beispiel für die Arbeit von Frau Dr. Luther wollen wir Euch nicht vorenthalten.

Es passierte 2011 in Berlin, kurz nach Heiligabend, als Orhan S. mit seiner Frau in Streit geriet. Er griff nach zwei Messern und zerrte die Mutter seiner Kinder auf die Dachterrasse seiner Wohnung am Potsdamer Platz. Dort schnitt er ihr den Kopf ab und warf ihn auf den Hof. Später wird Orhan S. sagen:

Ich wollte den Teufel schlachten. Ich wollte sie zerstückeln, so dass nichts mehr zusammenpasst.

Einer von diesen sogenannten „Ehrenmorden“, von denen man so viel hört? I wo! Die Schuld am „grausigsten Verbrechen dieses Jahres“ (Süddeutsche Zeitung) trug nicht Orhan S., sondern wieder einmal die berühmt-berüchtigte „Teufelsdroge“ Cannabis!
Die kann nämlich, laut, Dagny Luther, psychisch kranke Menschen gewalttätig machen: „Cannabis triggert die Psychose“.
Das könnt Ihr der Dame ruhig glauben, sie ist schließlich, laut der SZ-Autorin Annette Ramelsberger, „eine erfahrene, präzise Ärztin“, die Orhan S. „für das Landgericht Berlin umsichtig begutachtet hat“.

Doch nicht nur Dagny Luther begutachte das Leben des Kopfabschneiders umsichtig. Auch der zuständige Richter Mark Sautter, durchleuchtete „das Leben dieses Mannes umsichtig“, so die SZ. Mensch, lauter umsichtige Leute da an den Berliner Gerichten.

Der umsichtige Richter gab Orhan S., nachdem er ihn wegen Schuldunfähigkeit freisprach, noch ein paar gute Wünsche mit auf den Weg: „Ich wünsche Ihnen …, dass Sie mit dem fertig werden, was Sie getan haben.“

Ach, und nicht dass wir uns missverstehen: Kann gut sein, dass die Seele von Orhan S. eine kranke ist. Nur: Das ist nichts Ungewöhnliches. Jeder Mensch, der aus niederen Beweggründen tötet, ist psychisch krank. Unsere Knäste sind voll mit psychisch kranken Menschen.

Wir haben den Fall Orhan S. nur kurz skizziert, weil wir in Dagny Luthers Arbeit ein Muster erkennen. Dieses Muster mag dem Einen oder Anderen schmecken, aber uns verdirbt es den Magen.

Doch lasst uns zurück zum Fall Bekim H. kommen, womit wir auch schon wieder bei unserer Psychiaterin der Herzen wären. In den 13 Jahren, in denen Bekim H. in der Klapse saß, sei, laut Frau Dr. Luther, keine Aufarbeitung der schweren Vergewaltigung erfolgt. Dabei wurde durch „Psychiater und Psychologen enorm viel versucht“!
Ja, ja, doch, doch.

Sozialarbeiterin Sybille D. wusste Bescheid – und schwieg

Immerhin versprach Bekim H. nie wieder Alkohol zu trinken und, na klar, auch nie wieder Drogen zu nehmen. Er hätte nämlich große Angst, unter Alkoholeinfluss jemanden zu töten!

Und nur mal nebenbei: „Ich hatte 4,0 Promille“, wird Bekim H, dieses fleischgewordene Alkoholmessgerät, nach dem Mord an Noelle vor Gericht aussagen.

Leute, ganz ehrlich: Wer einen Alkoholiker oder einen Rauschgiftsüchtigen auch nur vom seitlich Vorbeigehen kennt, der weiß, was von deren Versprechungen zu halten ist. Dabei brauchten die ganzen Gutachter, Psychiater und Psychologen überhaupt keine Berufserfahrung um Beginn H. zu durchschauen. Er soff bereits bei seinen Ausgängen wieder, die zu den Lockerungsmaßnahmen des Maßregelvollzugs gehören.

Dennoch wurde ihm eine Ungefährlichkeit bescheinigt, die 2014 zu seiner Entlassung aus der Klapse führte … wartet, da müssen wir nochmal kurz zurückspulen. Wir haben einen brandgefährlichen Intensivtäter der verspricht, nie wieder zu trinken, weil er befürchtet, im Alkoholrausch zu töten. Sein Versprechen entpuppt sich als Lüge.
Und so jemand wird wieder auf die Gesellschaft losgelassen?! Ernsthaft?

Als Bekim H. wieder frei war, soff (und kiffte und schnupfte) er munter weiter. Um seine Abstinenz zu beweisen, musste er regelmäßig Urinproben abgeben. Was er auch tat. Die des kleinen Sohnes seiner damaligen Freundin.

Also ich musste auch mal eine Urinprobe abgeben. Nach einer ordinären Verkehrskontrolle in Berlin. Ein Polizist achtete penibel drauf, dass ich es war, der ins Röhrchen pisste. Was bei einem wie mir möglich ist, der sich nichts hat zu Schulden kommen lassen, soll bei einem Schwerkriminellen nicht möglich sein?
Echt jetzt? Wow!

Aber gut, lasst uns fair sein, liebe Leser: Es gab da eine Füchsin, die hatte Bekim H. durchschaut. Die wusste ganz genau, was er trieb. Seine „Bezugsbetreuerin“ im „betreuten Einzelwohnen“ (!) Sybille D. (61).

Die gute Frau besuchte ihren Schützling dreimal pro Woche (!), begleitete ihn zu Ärzten und Behörden (!) (ob sie ihm auch den Arsch abgewischt hat, ist uns nicht bekannt).

Für Sibylle D. ist Noelles Mörder „eine absolut liebenswerte Persönlichkeit“. Stets „zuverlässig“, erschien zu „jedem Termin“.
Und überhaupt: Mensch, der Bekim, der hat sich doch „bemüht im normalen Leben anzukommen“!

Deshalb meldete Sibylle D. die Rückfälle nicht. Ihr sei, und das müsse man doch Bitteschön verstehen, „der vertrauensbasierte Kontakt“ zu Bekim H. wichtiger gewesen.

Ende Teil VI

Symbolfoto: Thylane Blondeau

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