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Die Geschichte des Mädchen Noelle (†15) | Teil I
Die Geschichte des Mädchen Noelle (†15) | Teil II
Die Geschichte des Mädchen Noelle (†15) | Teil III

Es ist nun zwei Uhr in der Nacht, vom 4. auf den 5. August 2020. Nicht nur auf Noelle wirkte Bekim H. keineswegs wie ein Mann mittleren Alters. Er habe ein „Mädchen und einen Jungen“ über einen Zaun auf ein Brachgelände am Paul-und-Paula-Ufer an der Rummelsburger Bucht klettern sehen, wird ein Augenzeuge dem Fernsehsender RTL später berichten. Von Zwang keine Spur. Auf den Zeugen wirkte es, als würde ein „Typ“ ein Mädchen abschleppen. Die beiden sollen „rumgeblödelt“ haben und gelacht.

Vor Gericht wird Bekim H. später versuchen, sich mit Volltrunkenheit aus seiner Tat herauszuwinden. Er spricht von 4,0 Promille. Die Überwachungskameras am Bahnhof Ostkreuz erzählen eine andere Geschichte. Er torkelt nicht, läuft ganz normal, klettert problemlos über den Bauzaun aus Metall auf das unbebaute, verwilderte Gelände, hilft Noelle sogar dabei.

Nun ist Noelle allein mit ihrem späteren Mörder. Es gibt für ein 15-jähriges Mädchen keinen guten Ort zum Sterben. Auf der ganzen Welt nicht. Aber ein Brachgelände ist wohl der denkbar Schlechteste.

Eine Tat, zwei Versionen

Laut Bekim H. ziehen die beiden „zwei dicke Linien zusammen“. Es gibt Menschen, auf die „Speed“ eine aphrodisierende Wirkung hat. Doch selbst wenn das bei Bekim H. so gewesen wäre: Nach unserer Einschätzung hätte es die nicht gebraucht. Der Verlierer wollte sich nehmen, was er auf einem normalen Wege niemals bekommen hätte – ein Mädchen, das 26 Jahre jünger ist als er.

Was dann geschah, darüber gibt es zwei verschiedene Versionen. Die von Bekim H., die wir nicht glauben, mit der wir uns trotz alledem im nächsten Teil beschäftigen, und die von Polizei und Justiz ermittelte und die klingt so:

Weil Noelle auf Bekim H.s Annäherungsversuche nicht einging, riss er dem Mädchen die Klamotten vom Leib und drückte sie auf den Boden. Noelle wehrte sich tapfer. Doch sie hatte keine Chance. Bekim H. war kräftiger, als seine jämmerliche Gestalt vermuten lässt. Da lag sie nun. Nackt. Im Schmutz.

Wir wissen nicht, ob Noelle schrie, ob Bekim H. ihr den Mund zuhielt, sie nach Luft rang, ihre Todesangst bereits begann. Was wir wissen ist: Bekim H. versuchte sein Opfer zu vergewaltigen. Und scheiterte. Wie so oft in seinem Leben. Eigentlich immer.

Und nun soll passiert sein, was in Justizkreisen „Verdeckungstat“ genannt wird. „Er kann sich ausrechnen, was ihm droht, wenn man davon erfährt“, sagt ein Polizist später vor Gericht aus.

Bekim H. legte seine Hände um Noelles Hals und drückte zu.

Das Problem beim Erwürgen ist (Bekim H. wird vor Gericht von einem „einvernehmlichen Würgen“ sprechen): Anders als ein Revolverschuss oder ein Messerstich dauert es eine Weile bis der Atem eines Menschen erlischt und sein Bewusstsein schwindet.
In Noelles Fall soll ihr Todeskampf sechs bis acht Minuten gedauert haben. Sechs bis acht Minuten!
Was das Mädchen durchgemacht haben muss, kann ein normales Hirn noch nicht einmal erfassen.

Wir bezweifeln allerdings, dass der Mord an Noelle eine Verdeckungstat war. Das hätte Bekim H. gar nicht nötig gehabt. Erinnert Euch: 19 Jahre zuvor musste er für eine unfassbar grausame Vergewaltigung einer 68-jährigen Frau keinen Tag ins Gefängnis. Und etwa zehn Monate vor dem Mord an Noelle landete eine angezeigte Vergewaltigung an einer Ex-Freundin noch nicht einmal vor Gericht. Ja mehr noch, das Verfahren wurde eingestellt!

Bekim H. hatte Spaß daran, Frauen in Todesangst zu versetzen

Bekim H. hatte Spaß daran, Frauen, mit denen er schlafen wollte, in Todesangst zu versetzen, indem er ihnen die Luft abgedrückte. Mit unglaublicher Kraft, wie Zeuginnen berichtet haben.
Er war also in Übung. Und wie es bei vielen Gewalttätern so ist, gerade bei denen, die einen Vollschaden haben, braucht’s von Tat zu Tat eine Steigerung.

Unseres Erachtens wollte Bekim H. einfach mal spüren, wie es so ist, einen Menschen umzubringen. So irre es für geistig gesunde Menschen auch klingen mag, aber wir glauben, dass dieser geborene Verlierer einmal in seinem Leben auf der Gewinnerseite stehen wollte. Gott spielen. Er, und nur er, wollte über Leben und Tod eines Menschen entscheiden.

Noelle wird etwa gegen drei Uhr verstorben sein. Um diese Uhrzeit schaltete Bekim H. zumindest ihr Mobiltelefon ab.

Er versteckte ihren splitternackten Leichnam mehr schlecht als recht unter ausgerissenen grünen Gräsern und Farnen, vergrub ihre Jacke und verließ mit der Tasche des Opfers den Tatort.
Einen Tag später wird sich Bekim H. bei der Polizei stellen.

Ende Teil IV

Die Geschichte des Mädchens Noelle (†15) | Teil V

Symbolfoto: Thylane Blondeau

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