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Die Geschichte des Mädchens Noelle (†15) | Teil I
Die Geschichte des Mädchens Noelle (†15) | Teil II

Es war rein äußerlich ein ganz normaler Dienstagabend, als Noelle mit einer Freundin auf eine Geburtstagsparty ging. „Party“, das klingt wie aus der (Corona)-Zeit gefallen, doch im Sommer letzten Jahres, es war der 4. August, schien es mit Deutschland wieder aufwärts zu gehen. Bis zu 500 Menschen durften auf Veranstaltungen in geschlossenen Räumen feiern. Kann man sich heute, im April 2021, kaum noch vorstellen. Die Mädels tranken eine Menge Alkohol, die Obduktion wird später ergeben, dass Noelle 1,3 Promille Alkohol im Blut hatte.

Noelle hatte „sturmfrei“, ihre Mutter war auf einer Fortbildung in der Uckermark, ein Nachbar sollte ab und zu nach ihr schauen. Gegen Mitternacht verließen die Mädchen gemeinsam die Party. Noelles Freundin wollte noch jemanden in Berlin-Neukölln treffen. Was auch nicht ganz ungefährlich klingt, aber gut ausging. Noelle fuhr zum Bahnhof Ostkreuz. Von dort wären es nur noch fünf Minuten bis zu ihrer Wohnung gewesen …

Gegen circa ein Uhr bekam besagte Freundin eine letzte WhatsApp-Nachricht von Noelle. Wir wissen nicht, was genau drin stand, aber aus ihr ging hervor, dass das Mädchen auf dem Nachhauseweg war. Irgendwie. Denn am Bahnhof Ostkreuz traf sie auf einen Mann, der ihr Schicksal werden sollte.

Tragen übereifrige Polizisten eine Mitschuld an Noelles Tod?

Bekim H. trieb sich bereits Stunden zuvor in der Gegend herum. Nach seiner Aussage ging er nach einem Streit mit seiner Ex-Verlobten, schon einige Biere intus, in einen Park am Ostkreuz. Dort spielte er mit ein paar Jungs Tischtennis. Dabei hörten sie Musik, Bekim trank weiter Bier.

Wir wissen nicht, ob ein Anwohner oder ein Spaziergänger die Polizei rief oder eine Streife über die Jungs stolperte, weil die Musik laut war, wir wissen nur, dass die pflichtbewussten Beamten das Treffen auflösten, weil es, so schreibt es zumindest die Presse, gegen Corona-Maßnahmen verstieß. Gegen welche genau, haben wir nicht herausfinden können. Es gab in der Nacht keine Sperrstunde mehr und es durften sich zu 200 Personen unter freiem Himmel treffen. Schon ziemlich merkwürdig. Vor allem, wenn wir bedenken, hätte die Polizei die Jungs nicht auseinandergetrieben, würde Noelle noch leben.
Das mag der Eine oder Andere nicht gern hören, ist aber nun einmal ein bitterer Fakt.

Die Jungs trennten sich also, weil es ihnen so angeordnet wurde. Bekim H. zog allein weiter und damit war das Schicksal eines 15-jährigen Mädchens besiegelt.

„Ich war schon volltrunken“, wird Noelles Mörder später vor Gericht sagen. Und weiter: „Soweit ich mich erinnere, traf ich Noelle an einer Imbissbude.“

Sie kamen ins Gespräch. Und ja, Noelle ging wohl freiwillig mit. Wie es sein kann, dass ein 15-jähriges Mädchen aus –  wie man so sagt – gutem Hause mit einem 26 Jahre älteren Mann mitgeht, werden sich einige Leser fragen …
Nun, Bekim H. war nicht nur innerlich zurückgeblieben, er wirkte mit seinem schmalen Gesicht, den schulterlangen schwarzen Haaren und seiner schmächtigen Figur – 56 Kilo auf 1 Meter 70 – weitaus jünger als 41.
Und dann hatte Bekim H. noch ein Lockmittel in Petto zu dem Noelle, nach Aussage ihres Mörders, nicht Nein sagen konnte.

Noelle machte auf Bekim H. ebenfalls einen betrunkenen Eindruck. Was für ein Mädchen in ihrem Alter nichts Gutes, aber auch nichts Ungewöhnliches ist. Mit etwa 15 erleben viele Jugendliche ihre ersten Räusche. Noelle hatte auch noch das Pech in den Corona-Tagen 15 zu sein. Wir erinnern uns, was Noelles Mama später aussagen wird: Als wegen Corona die Schule schloss, begann Noelle Alkohol zu trinken.

Das sonst so selbstbewusste Mädchen war in ihrem Zustand ein leichtes Opfer. Verlierer wie Bekim H. haben dafür einen Blick. Angeblich soll Noelle ihren Mörder nach „etwas zum Ziehen“ gefragt haben. Ob sie damit Kokain oder die Armeleute-Droge „Speed“ meinte, die überhaupt keinen Sinn ergibt, weil sie nur wach macht, nicht berauscht, wissen wir nicht. Spielt ja auch keine Rolle. Bekim H. hatte eh nur „Schnelles“ dabei, wie Speed im Berliner Szene-Jargon genannt wird.

Wir bezweifeln allerdings, dass es Noelle war, die Bekim H. nach „etwas zum Ziehen“ gefragt hat. Wir glauben, es war genau andersherum. Bekim H. wird sie mit der Droge geködert haben. Mitschnacker wurden solche Menschen im letzten Jahrhundert genannt. Was bei kleinen Mädchen mit einem Lutscher oder einem Eis klappt, funktioniert bei größeren eben mit Drogen.

Mit seiner vermeintlichen Großzügigkeit nahm Bekim H. sein späteres Opfer für sich ein, baute Vertrauen auf. Ein weiterer Vorteil aus seiner Sicht: Noelle war ja keine Crack-Hure, mit dem er das Dreckszeug direkt vor dem Imbiss hätte konsumieren können. Sie brauchten einen einsamen und dunkeln Ort. Und sie fanden einen.

Ende Teil III

Die Geschichte des Mädchens Noelle (†15) | Teil IV

Symbolfoto: Thylane Blondeau

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