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An der Schwelle zur Ewigkeit |Vincent van Gogh | 1890

Der Tagesspiegel schreibt: „Das Coronavirus tötet. Aber belastet der Lockdown Menschen so sehr, dass sie sterben wollen? Die Eltern von Daniel Janfeldt glauben: Ja.“
Was soll der letzte Satz bedeuten? Wer soll’s denn sonst wissen, wenn nicht die eigenen Eltern?

Daniel wurde 25 Jahre alt. Die Menschen, die ihn an seinem 26. Geburtstag in seinem Heimatort Buxtehude nahe Hamburg zu Grabe tragen, eint eine große Fassungslosigkeit. Keiner, sagen sie, hätte das für möglich gehalten.Sein Vater sagt: „Daniel hatte alles, einen guten Job, Freunde, eine schicke Wohnung, Drogen nahm er nicht, kriminell war er nicht, Geld war auch da.“

Sein bester Freund sagt: „Daniel konnte sich begeistern, konnte den Moment genießen, immer hat er das getan, worauf er Lust hatte, Daniel wirkte wie ein freier Mensch.“Unternehmungslustig, überall dabei, engagiert, offen und selbstbewusst – so war Daniel.

„Aber die jungen Leute“, sagt der Vater, „wollen doch was erleben. Nicht bloß ständig auf der Bude hocken. Da zerbricht man innerlich“.

Also müsse Daniel „ein Impuls überkommen haben“, an jenem Morgen, „dass er sich gesagt hat: Für mich geht das hier nicht weiter in dieser Welt“.

Lässt nicht beinahe jeder Selbstmord andere rätselnd und fragend zurück?

Warum, wieso – hätten wir …?

Niemand wird letzte Gewissheit darüber erlangen, warum Daniel sich an einem kalten Januarmorgen nicht wie gewohnt an seinen Dienstlaptop setzte, sondern kurz hinter Rahnsdorf auf das Bahngleis legte.

Der Tagesspiegel | März 2021

Und noch ein Selbstmord, der es allerdings nur auf Facebook geschafft hat

Liebe Lieblingsmeute,

ich habe dort bisher einigen Facebookfreunden und Bekannten helfen können. Sei es, nur durch Zuhören, durch Mutmachen, durch Kümmern. Oder gezielte Hilfe.

So auch Peter, Facebookfreund. Inhaber eines kleinen Restaurants. Und einer Brauereikneipe mit kleiner Bühne. Orte für kleine Momente, nicht große Ereignisse. Im Restaurant lebte er seine Liebe für Fisch und Muscheln aus.

Die kleine Bühne seiner Kneipe war oft großer Auftritt für Liedermacher, Countrysänger, Kabarettisten, klassische Musiker.
Sein Leben. Dort lebte er auf.

Ins Restaurant kommen sogar viele Gäste aus Norddeutschland. Weil sie seinen Fisch schätzen. Peter, für Viele ein Großer. Mit einem großen Herzen. Und großem Helfersyndrom.

Ich kam Peter näher. Nicht nur aufgrund der gleichen Liebe für Genesis, Supertramp und Styx. Wir hatten gleiche „Wurzeln“. Er kam 1979 „hierher“ nach Deutschland. Auf die andere Seite des Zaunes. Ich 1986. Es gab immer einiges zu erzählen.

Ich habe ihm einige Male helfen können, geschäftliche Piraten, die um seine beiden „Babies” lauerten, zu besiegen.

Durch Schreiben an Finanzbehörden. Oder Hilfe gegen Gläubiger, idiotische Nachbarn (denen es zu laut war) oder neunmalkluge Kommentatoren die ihm seine Homepage vollmüllten.

Wir haben alle Piraten vertrieben. Und die Dämonen. Immer. Mit wehender Flagge. Er wurde jedes Mal ein wenig größer.

Dann kam „das Virus“. Und von heute auf morgen ging nichts mehr. Das Restaurant musste er auf Geheiß der Behörden schließen. Die Bühne ebenso. Veranstaltungen würde es auf Monate keine mehr geben. Von jetzt auf Gleich. Kalt erwischt. Zwangsverordnet.

Nun kreisten noch mehr Piraten um ihn. Und wieder Dämonen. Aber gefährlichere. Und ungerechte. Weil man gegen sie nicht kämpfen konnte. Nicht kämpfen durfte. Verordneter Stillstand. Und er zur Untätigkeit verdammt.
Die Bank rief an. Mehrmals.

„Lass mich mit ihnen reden.“ „Sie wollen sich das Restaurant holen.“ „So schnell geht das nicht.“ „Aber sie können es. Acht Wochen sitze ich schon hier. Und sehe zu, wie alles zerrinnt. Durch To Go kommen keine 100 EUR am Tag rein.
Die Brauerei kann mir auch nicht mehr helfen. Die sind selbst auf Kurzarbeit.“

„Wir hatten damals vereinbart: Du kriegst mich nicht, nicht jetzt!` ist unser Leitspruch.”

„Diesmal könnten sie mich aber kriegen.”

Das war Ende April.

Hat er aufgegeben? Und sich von den Piraten besiegen lassen? Wir werden es nie wirklich erfahren.

In der Nacht zum 1. Mai hat er sich erhängt.

Lutz Thümmel | Facebook | 8. Mai 2020

Für Betroffene: Telefonseelsorge:0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222
Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche: 0800 / 111 0 333
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18 Bemerkungen

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  • Ohne meinen MPH und Phenylisopropylamin 😉 Konsum (alles legal verschrieben!) würde ich das aber auch nicht noch länger mit machen, bin seit Jahren auf Stoff, weil worin sollte man sonst denn Sinn in dieser verkommen Gesellschaft noch suchen bzw. finden. Mit den Leuten reden macht kein Spaß, Arbeiten macht auch wenig Sinn ohne Freiheiten die man mit Geld noch ein wenig besser gewiesen konnte.

    Eigentlich macht man sich den Sinn im Leben selbst, durch Selbstverwirklichung zum Beispiel, Isolation ist und war allerdings nie auf Dauer eine erfüllende und verwirklichende Betätigung, nicht jeder Mensch ist gleich und die gleichen Bedürfnisse oder auch Vorlieben wo und wie man andere Leute oder Partner kennenlernt, diese Möglichkeiten sind stark eingeschränkt. Auch Onlinedating ist ne Bitch, war bis her eher selten befriedigend, also im Sinne von, die Spielgefährtin erfüllt mich über das körperliche hinaus, was für mich gar nicht sooo unwichtig ist.

    Aber gut… bin ja nur ich, wenn stört es wenn ich abkraze, die Merkel bestimmt nicht, war ja nur Steuerzahler und Dienersklave, oder?

    • Lieber Dnalveelk,

      Vielen dank für Deinen sehr ehrlichen Kommentar.

      Wenn Du magst und Du auch auf Telegram, aber noch nicht im 1984-Das Netzwerk, unterwegs bist, dann schliesse Dich doch an und komm in die Gruppe. Hier triffst Du vielleicht auf Gleichgesinnte und nimmst teil an Gesprächen und Diskussionen. Manchmal erleichtert es Einen und gute Gespräche mit Anderen bringen wieder etwas Freude zurück ins Leben … Halte durch!!

      Liebe Grüsse

      • Genau MPH ist Methylphenidat, auch als Ritalin bekannt und Amphetamin 😉 Eigentlich gegen ADH/ ADHS aber bei mir hilft es auch gegen meine Depressionen, welche als Begleitsynthome bei ADHS vorkommen können.

        • Genau MPH ist Methylphenidat, auch als Ritalin bekannt und Amphetamin

          Ja, danke auch noch mal … für die Aufklärung. Bin halt … (böser) alter weißer Mann und hab mich in früheren Zeiten hauptsächlich von Bier ernährt. Aber eben nicht von … von … na ja, diesen ganzen Sachen, die für nachfolgende Generationen wohl zum Standardernährungsplan gehör(t)en.

          Und über Ritalin (Roofies?) bin ich erst durch die HANGOVER-Trilogie aufmerksam geworden. Tja … das Los der Zeit …

          • Im ersten Teil war es glaub ich Roipnol (Roofies) im zweiten Teil war es Rita, aber so einen Blackout bekommt man von Rita in Wirklichkeit nicht, zu mindestens nicht von einer Tablette.

  • Meinen Kommentar nicht falsch verstehen, der Junge ist einer von vielen bzw. mehreren Kindern die diese Krise schwer bewältigen konnten, deswgen RIP Daniel, ich kann dich verstehen, wurde selbst schon innerhalb einer Arbeitsgruppe als Bastard bezeichned und Gesellschaftlich geächtet… Daher weiß ich sehr genau, wie reudig es ist, wenn man mit diesem Pandemiedreck nicht konform geht und Gemeinschaftlich ausgeschlossen wird, ich meine für Kinder ist das 1000 mal schlimmer als für Erwachsene und da leiden sicher einige Aufgewachte darunter, so wie ich.

  • Vor vielen, vielen Jahren war ich bei einer amerikanischen Firma tätig. Im Büro hatten wir Konflikte, die so nicht zu lösen waren. Also gingen wir Mädels zu der Psychotherapeutin, die eine Kollegin therapierte (aus anderen, privaten Gründen) und breiteten all unseren Ärger aus. Es hat geholfen. Wir hatten dann noch ein Einzelgespräch, jede von uns, mit ihr. Zu mir sagte sie: Alte Psychologenregel 9:1. Zwei Arten von Menschen, 90 % sind Schrott, 10 % sind brauchbar, sind wichtig. Gemessen an den beiden geschilderten Schicksalen, oder am Verhalten der Regierung, der hirnbefreiten, hysterischen Schreihälse im Land, sind das 90 % Zerstörer und 10 %, die etwas schaffen, aufbauen, oder es zumindest versuchen und um ihre Träume und Überzeugungen kämpfen. Wie stark muss man sein, vor allem, wo findet man Gleichgesinnte, wenn man zu den Schaffern, Machern gehört, um all diesen Wahnsinn dieser Übermacht halbwegs schadlos zu überstehen? Leider leiden die Deutschen lieber still, die meisten sind so gleichgültig, dass sie nicht merken, was passiert und was sie anrichten. Wenn die Kämpfer mehr Mut hätten, gäbe es diese Regierung und dieses Leid nicht in dem Maße.

    • hallo aufgewachte, jetzt ist die zeit gekommen, wo es nach dem alten prinzip im altertum geht, die menschen gegeneinander aufzuhetzen,nach dem prinzip – herrsche und teile ! der “bayernkönig”- franz -josef strauß sagte, u.a., ” wer ein volk – in angst und schrecken- versetzt, – ist – ein werkzeug – des teufels ! wenn man sich – diese situation in der gesamten welt – anschaut,- kann man vom – satanswerk – sprechen, weil da 1 system – dahinter stecken – kann ! wer die möglichkeit hat, sollte sich die – carl friedrich v. weizsäcker- rede : der bedrohte friede 1983 anschauen !!! da wird die – heutige – situation – exakt – beschrieben !!! bitte lesen und weiter geben, danke ! auch vorsicht mit dernasentestung, die war- schon im altertum – bei den ägyptern – eine straftat !!! läuten – oder – schrillen – jetzt – die alarmglocken ??? in georgia/ u s a, steht 1 monument mit der zahl 500 und div. inschriften; und – es heißt, – das hat der b. gates – bauen lassen ! die henry kissinger rede vom 25.feb. 2009 bei derw h o. (rockefeller) heißt es, ” man – muss die herde impfen, dann kann man sie sterilisieren, ihnen die organe und blut entnehmen, und die herde – dankt – es uns ! es ist für uns, eine win- win – situation ! wenn aber impfen schon nach kurzer zeit- verimpft werden, ist vorsicht anzuraten, um nicht als versuchsmaus, labor-kaninchen oder ratte zu dienen !!! die weltbevölkerung – beträgt ca. 7, 3 milliarden; eine “-überbevölkerung , die reduziert – werden – soll” ! so – heißt – es ! und was – machen – die permanenten chemtrails ?

  • Und am Ende ergibt alles keinen Sinn mehr.

    Sehen Sie, Herr Flesch … DAS hat auch ‘unsre Mutti’ erkannt. Nur eben … Jahrzehnte VOR Ihnen!! Und warum? Genau! Weil Sie … die Dinge … vom Ende her denkt!! Und da Sie also erkannt hatte, daß am Ende eh alles keinen Sinn ergibt … kam Sie zu dem unvermeidlichen Schluß, daß es dann eben auch gar keinen Sinn mehr ergäbe, wenn man noch irgendetwas zu erhalten sich bemühen würde. Und deshalb – schloß Sie weiter – sollte man sinnvollerweise gleich alles bewußt zerstören, anstatt sich durch einen schier endlosen allmählichen Verfall in den schlußendlich doch unvermeidlichen Tod zu quälen.

    Und das überzeugende Resultat dieser ‘Politik aus einem Guß’ … ist das was wir alle erleben (dürfen!) und was Sie, Herr Flesch, in seiner einmaligen und unvergleichlichen geschichtlichen Größe immer noch nicht erkennen können und/oder wollen! ABER: Die Mehrheit der bundesrepublikanischen Bevölkerung … die hat es sehr wohl erkannt. UND: Sie erkennt sich vor allem auch in ‘unserer Mutti’ wieder. Und deshalb bleibt ‘Mutti’ auch unsere Kanzlerin … für immer…

      • Das, Herr Flesch, werte ich wiederum als positiven Ansatz! Ich bin mittlerweile ebenfalls in einem mir noch neuen Stadium … – ich würde sagen – ordnungstheoretisch gesehen – NACH der ‘heiteren Gelassenheit’. Leider … kann ich es noch nicht begrifflich fassen … bin aber zumindest sicher, daß es MICH gefaßt hat…

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