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Auf dem Video oben seht Ihr meinen alten Kumpel Thomas „Karate-Tommy“ Born, der den „Zoomer“-„Boomer“-Krieg im Alleingang gewonnen hätte, wäre er nicht 2015 viel zu früh verstorben.

Es war am 29. Oktober 2019 als Taylor Lorenz in der New York Times schrieb, das (abfällig gemeinte) Netz-Meme „OK Boomer“ würde das „Ende der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Generationen“ markieren. Was Quatsch war. Es kann kein Ende gegeben haben, da es nie einen Anfang gab. Jung trat schon immer gegen Alt an. Das muss auch so sein. Rebellion ist eine Stufe von vielen, um erwachsen zu werden.

Wer? Wie? Was?

Per exakter Definition wurde ein „Zoomer“, also ein Angehöriger der „Generation Z“, zwischen 1997 und 2012 geboren; ein (Baby)-„Boomer“ zwischen 1946 und 1964. Doch so genau nehmen nehmen wir es im „Zoomer“-„Boomer“-Krieg nicht. So in etwa könnte man sagen: Über 35 – „Boomer“, unter 35 – „Zoomer“ (die Einschläge kommen also näher, Kollege Sellner).

Der „Zoomer“-„Boomer“-Krieg herrscht unter den Unpolitischen, den Linken, den Rechten und den Konservativen gleichermaßen. Wir beschränken uns in diesem Artikel allerdings auf das rechte und konservative Lager.

Worum geht’s überhaupt?

Die „Zoomer“ werfen uns „Boomern“ vor, den Karren an die Wand gefahren zu haben. Und natürlich liegen sie damit mehr als richtig. Wir waren es, die es zugelassen haben, dass aus dem einst so schönen, starken und stolzen Deutschland das Land wurde, in dem wir heute leben müssen. (Also ihr, nicht ich, aber das ist eine andere Geschichte.)

Daher rührt ihre Wut. Und da es langweilig wäre, uns immer nur diesen einen Vorwurf zu machen, kritisieren sie unsere Sprache, unseren Humor, unsere Kleidung, unsere altersbedingte Unwissenheit gegenüber jungen Phänomenen, einfach alles.

Sie machen also – und das ist der eigentliche Witz an dieser Geschichte – bei Licht betrachtet nichts anderes, als das, was junge Menschen schon immer gemacht haben. Die „Zoomer“ glauben nur, sie hätten den Krieg der Generationen erfunden. Weil sie zu dumm, zu ungebildet oder zu desinteressiert sind, um zu wissen, dass wir „Boomer“ die gleichen Kämpfe gegen unsere Eltern ausgetragen haben.
Kein Vorwurf! Oder wie „Zoomer“ sagen würden: No Front! „Boomer“ waren in ihrer Jugend genauso dumm oder ungebildet oder desinteressiert.

Wir „Boomer“ dagegen sind natürlich nicht amüsiert darüber, dass sich über uns lustig gemacht wird. Vor allem nicht von 65 Kilo schweren Hänflingen, die glauben, sie wären einer von diesen Kriegern aus dem Film 300, nur weil sie unfallfrei „Ahu!“ ausrufen können und selbst nichts, aber auch überhaupt nichts geregelt bekommen. So jammern sie zum Beispiel gern darüber, dass wir „Boomer“ zu wenig Kinder bekommen haben, sind aber alle, wirklich alle, die ich persönlich kenne, noch kinderlos. Mit über 30 teilweise. Schon ein wenig absurd.

Da ist nur noch Mitleid – für die „Zoomer“

Anfangs fühlte ich mich ein wenig angegriffen, wenn irgendein Bettnässer das Wort „Boomer“ nutzte. Das ist vorbei. Inzwischen habe ich sogar Verständnis für die Wut der jungen auf uns alte Menschen.

Aus Verständnis wurde Mitleid. Wir lebten bereits, als Deutschland noch groß war. Wir hatten eine gute Zeit, damals in den 70er und 80er Jahren. Während die Jungs und Mädels von heute Deutschland nur noch auf dem Boden kniend kennen.

Ich würde der jungen Generation gern ein bisschen Mut machen, aber das wäre verlogen. Ich weiß ja, die Leons und Tims und Daniels haben nicht das Zeug dazu, ihr Heimatland wieder groß zu machen. Das wurde ihnen von ihren „Boomer“-Eltern aberzogen. Außerdem hatte Goethe ja Recht, als er sagte: „Wenn ihr’s nicht fühlt, ihr werdet’s nicht erjagen“.
Und wie sollen sie es fühlen? Sie waren ja nicht dabei.
Sie können ein bisschen im Netz jammern, sich in metapolitischen Theorien erschöpfen, auf Miniaturdemonstrationen „Ahu!“ brüllen oder eben auf uns „Boomer“ schimpfen, mehr bleibt ihnen nicht.

Das ist traurig. Das ist so traurig, dass ich mich erstmals daran erfreuen kann, dass mein großer Sohn eine so andere politische Einstellung hat als ich und sich dementsprechend im Deutschland von heute wohl fühlt.

Video-Quelle: FilmFatalHamburg

Nachtrag, weil ich einige Nachrichten zu meinem „Zoomer versus Boomer“-Artikel bekommen habe: Ich weiß natürlich, dass es zwischen den „Boomern“ und „Zoomern“ noch die „Generation X“ und die „Millenials“ gibt.
Und in den USA, wo diese Begriffe erfunden wurden, wird da auch exakt unterschieden. In Deutschland aber nicht. Zumindest nicht in der rechten und konservativen Szene.
Da ist, wie gesagt, jeder über 35, ein „Boomer“, also auch ich als 69er-Jahrgang. Anfangs habe ich noch versucht, mich dagegen zu wehren, hab den „Boomer“-Rufern erklärt, dass ich schon allein deshalb kein „Boomer“ sein kann, da ich kein Kind des Baby-Booms bin, vergeblich.
Deshalb ist für mich nun jeder unter 35, der in dem Disput mitmischt, ein „Zoomer“. Und es ja auch tatsächlich so: Wenn du alt bist, ist auch ein 25-Jähriger für dich noch ein Kind.

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8 Bemerkungen

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  • Ich sagte kürzlich wieder mal zu meinem Nachbarn: Peter, wir durften die BESTE aller Zeiten erleben und gottseidank, wir wussten es nicht. Dieses Leben war/ist wie ein schöner Film, nur der Schluss ist SCHEISSE. Bj. 1951.

  • Im Alter von Oliver Flesch kann man sich Mitleid noch erlauben bzw. hat man noch ein Kontingent davon übrig. Als echter Boomer, der unter der Dummheit der Eltern der Boomer, der anderen Boomer, der Middle Ager und der Zoomer leidet musste und muss, habe ich keines mehr, übrig geblieben ist nur Verachtung. Aber warum die Menschen in diesem Land so unintelligent sind, so feige, so unsicher, so schwach, das ist eine lange Geschichte und beginnt an den Anfängen, wie wir sie kennen. Zwar mit Vorsicht zu genießen, aber in jeder Geschichtsschreibung = Propaganda, steckt auch Wahrheit. Ich wollte schon immer den Dingen auf den Grund gehen, damit auch, warum ich bin wie ich bin, zwar Deutsche seit Generationen, aber mit der typisch deutschen Mentalität und Angst auf Kriegsfuß, vor allem mit dem typisch deutschen Gequatsche, dem typich deutschen Unterlassen und Vermeiden, deshalb habe ich mich intensiv mit der Geschichte der Deutschen , der Europäer, sprich der Kelten und Germanen auseinandergesetzt. Dabei ist etwas ganz deutlich geworden, was sich wie ein roter Faden durch 2000 Jahre Geschichte zieht und das Verhalten der Deutschen bis heute bestimmt, auch das der hyperschlauen Zoomer. Wenn sie wirklich so toll wären, dann hätten sie längst für sich einen anderen Weg gefunden bzw. würden gegen die Schuldigen in der Politik kämpfen. Da sie das nicht tun, also großmäulige Unterlasser und Vermeider sind, bisjetzt, ganz schnell könnten sie zu Mördern werden, spreche ich ihnen jegliche Intelliganz ab und, wie sie den Boomern ihrerseits, die Existenzberechtigung. Ich habe keine Kinder, wenn ich welche hätt, würden die zu der Generation der Eltern dieser Zoomer gehören. Das Verhältnis wäre, milde ausgedrückt, interessant. Rebellion ist ok, wichtig, aber bitte mit mehr Substanz, vor allem mit mehr echtem Mut. Denn die Fehler, die diese lächerlichen Kids machen, heute schon, werden sich um einiges schlimmer auswirken als das Versagen der Boomer, die schon in der Ära Kohl gekrochen sind, alles hingenommen haben, sich übe den Tisch ziehen ließen mit EU und Euro usw. Das ist heute ein großes Problem. Für die anderen Probleme sind z. T. Zoomer, wenn alt genug zum Wählen, selbst schuld, genauso wie deren Eltern. Denn wir Boomer sind weitaus weniger mit Teddybären und Fresspaketen bewaffnet an Bahnhöfen gestanden 2015 und haben uns in Trance geplärrt und gehüpft, weil bunte, geschenkte Vesorgungssucher hier eingefallen sind wie die Heuschrecken. Man könnte aus dem Thema eine, oder mehrere, Vorlesungen machen, dazu habe ich keine Lust, vor allem, weil Menschen, besonders hierzulande, lernresistent sind, schon immer waren. Sonst würde man 2000 Jahre nicht die gleichen Fehler machen und die gleichen Verhaltensweisen an den Tag legen. Ich wiederhole mich nicht gern, werfe nicht gern Perlen vor die Säue. Meine Lebenszeit und Lebensenergie ist kostbar und zum Verschwenden neige ich nicht. Noch nie. Trotz aller Illusion in der Jugend, davon war niemand frei, ich auch nicht, muss man nicht die Ratio völlig ausschalten, es sei denn, man hat keinerlei Fähigkeiten, die einem ein Überleben ermöglichen und man immer auf andere angewiesen ist.

  • Die kommenden Auseinandersetzungen in D werden zunächst keine Religionskriege oder Richtungskämpfe sein. Es werden Verteilungskämpfe sein.
    Die Frage ist nur, was es dann noch zu verteilen geben wird in einem heruntergewirtschafteten Land.
    Was tun all die angeblichen “Flüchtlinge” wenn die Aussicht auf lebenslange Alimentierung durch das Sozialamt dahinschwindet?

  • Klar, das gab es schon immer. Die jüngere Generation rebelliert gegen die Ältere, aber dieser Hass ist neu. Die wünschen uns “Boomern” quasi nicht selten den Tod.

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