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Ach, Tauber. Dabei ist der Mann nicht von Grund auf schlecht. 2015 erklärte der damalige Generalsekretär der CDU auf cicero.de die deutsche Leidkultur wie folgt:

Die Bereitschaft, sich ehrenamtlich in unserer Gesellschaft zu engagieren; die Idee, dass jeder, der fleißig ist und sich anstrengt, den Aufstieg schaffen kann; dass Religionsfreiheit heißt, die Religion wechseln zu dürfen; dass Gleichberechtigung bedeutet, dass Frauen zunehmend Führungspositionen übernehmen. Und Toleranz und Gleichstellung, dass sich zwei Männer auf der Straße ganz selbstverständlich küssen; dass Familien mit vielen Kindern Unterstützung von allen erfahren und nicht als asozial abgestempelt werden; aber auch das Bekenntnis zu Schwarz-Rot-Gold als Farben der Freiheit, der Stolz auf Deutschland, das Mitsingen unserer Nationalhymne – nicht nur beim Fußball, sondern gerne auch etwas lauter und fröhlicher an unserem Nationalfeiertag.

All das steht so nicht im Grundgesetz, aber wäre aus meiner Sicht ein schöner und wichtiger Bestandteil einer neuen deutschen Leitkultur.

Da ist viel Richtiges dabei, Erstaunliches sogar. Das geht schon damit los, dass es ein Politiker der „CDU“ in der heutigen Zeit wagt den Begriff „Deutsche Leitkultur“ in den Mund zu nehmen. Respekt. Gut, was es nun ausgerechnet mit deutscher Leitkultur zu tun haben soll, wenn „sich zwei Männer auf der Straße ganz selbstverständlich küssen“, wird Taubers Geheimnis bleiben, aber selbst dieser Punkt hat einen korrekten Kern. Er richtet sich nämlich vor allem an unsere „neuen Mitbürgern“, wie Tauber sie nennt, an gewisse kulturfremde Einwanderer also, für die Geschlechtsverkehr mit Ziegen – oder auch das Aufschneiden ihrer Kehlen bei lebendigem Leib – völlig okay ist, Geschlechtsverkehr zwischen Männern dagegen mit dem Tod bestraft gehört.

Skandal 2017: Die Sache mit den Minijobbern

Den Punkt, „dass Familien mit vielen Kindern Unterstützung von allen erfahren und nicht als asozial abgestempelt werden“, allerdings kaufen wir Tauber nicht ab. Dieses Verständnis für die Sorgen und Nöte von Menschen, die jetzt nicht erst mit 39 ein Kind bekommen und eher in Berlin-Marzahn, als im Prenzlberg leben, widerspricht sich mit einem der vielen Skandale in Taubers politischer Karriere, mit dem „Minijobber“-Skandal:

CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat mit einer als respektlos empfundenen Bemerkung über Minijobber empörte Reaktionen ausgelöst. Via Twitter teilte er am Montagabend als Werbung für das neue CDU-Wahlprogramm und in Abgrenzung von der SPD mit: „,Vollbeschäftigung’ ist besser als ,Gerechtigkeit’“. Auf die Nachfrage eines Twitter-Nutzers („heißt das jetzt 3 Minijobs für mich?“) erwiderte Tauber: „Wenn Sie was ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs.“

Bis zum Dienstagmorgen gab es deutlich über 1000 oft sehr kritische Antworten auf den Tauber-Tweet – beispielsweise: „Es gibt Leute, die ohne „Ausbildung“ gute Arbeit finden und behalten. Und was „Ordentliches“ schützt nicht vor Minijobs.“

FAZ | 4. Juli 2017

Skandal 2016: Die Sache mit dem Mobbing

Im September 2016 wurden Vorwürfe öffentlich, Tauber sei am Mobbing gegen Anne Höhne-Weigl beteiligt gewesen, die 1999 bis 2014 Geschäftsführerin im CDU-Kreisverband Main-Kinzig war. Tauber gehört diesem Kreisverband an und saß ihm 2011 bis 2014 vor. Aus dem Jahr 2006 existiert ein achtseitiger Text unter der Überschrift Operation Kaninchenjagd, in dem ein ausführlicher Plan konzipiert wird, Höhne-Weigel beispielsweise durch Drohung mit der Kündigung ihrer Tochter zur Einwilligung in einen Aufhebungsvertrag zu drängen.

Wikipedia

Skandal 2016 II: Die Sache mit der Frauen

Peter Tauber, ein engagierter Kämpfer gegen den Sexismus in der eigenen Partei – so präsentiert sich der CDU-Generalsekretär dieser Tage. Wie unangenehm, dass die Süddeutsche Zeitung nun interne Mails aus dem Jahr 2012 veröffentlichte, in denen Tauber selbst Teil einer von sexistischen Zoten durchzogenen Konversation ist.

„Hallo Jungs, wir haben ein neues Problem: Die Frauen Union“, schrieb Tauber damals an fünf männliche Parteifreunde. Tauber war zu dieser Zeit Bundestagsabgeordneter und CDU-Vorsitzender im Main-Kinzig-Kreis. Niemand wolle für den Vorsitz der Frauen Union kandidieren – ob das verzichtbar sei, fragte Tauber in der Mail. Jedenfalls müsse über die Besetzung mal geredet werden.

Verzichtbar seien Frauen „allemal“, so die Antwort des damaligen Geschäftsführers des CDU-Kreisverbands – um dann doch Srita Heide vorzuschlagen, die sei „doch so pseudoengagiert“. Taubers damaliger Büroleiter schlug Katja Leikert vor und sorgte sich zwar, dass diese in der „Schlangengrube“ schnell totgebissen werde – aber „rein optisch wäre sie ein Gewinn“.

Als guter Feminist hätte Tauber nun empört antworten müssen, dass solche Äußerungen vollkommen unangebracht seien. Stattdessen schrieb er: „Super!“ Er werde das mit Leikert klären, sie sei eine „junge Frau, die super passen würde“.

Taz | 27. September 2016

Skandal 2006: Die Sache mit den Schwangerschaftsabbrüchen

Das Thema Abtreibung ist ein heikles. Aber wir glauben, die meisten Deutschen können mit dem Abtreibungsparagraphen 218 gut leben, der einen Schwangerschaftsabbruch in den ersten drei Monaten erlaubt und zu einem Beratungsgespräch verpflichtet. Tauber allerdings nicht, als er Mitte der Nullerjahre Vorsitzender der „Jungen Union“ war. Schwangerschaftsabbrüche sollten seiner Meinung nach nur noch nach einer Vergewaltigung oder bei dauerhafter Gesundheitsgefährdung der Frau durch die Schwangerschaft straffrei sein.

Wenn also beispielsweise während der Schwangerschaft festgestellt wird, dass das Kind nur ein Bein, dafür drei Arme, zwölf Finger und einen IQ von unter 50 haben wird, wollte Tauber – sofern wir ihn richtig verstehen – eine Frau, die daraufhin sagt, „Ach nee, lieber doch nicht“, ins Gefängnis stecken.

Nun wollen wir, wie man so sagt, nicht päpstlicher sein als der Papst. Gerade über den sogenannten Sexismus-Skandal „Hallo Jungs!“ können wir nur schmunzeln, aber die Beschimpfung der Hälfte des deutschen Volkes, das ist einfach unverzeihlich. Da tut es gut zu hören, dass Tauber im Herbst nicht noch einmal antreten, sich stattdessen aus der Politik zurückziehen wird.

Was zum Schmunzel zum Abschluss

2017 erschien auf dem Portal MORGENGAGAZIN dieser Text über Tauber:

Weil CDU-Generalsekretär Dr. Peter Tauber beruflich sehr eingespannt ist, hat er trotz seines fortgeschrittenen Alters noch nicht den sicheren Hafen der Ehe anlaufen können. Da er weder in der Frauen Union noch bei der Jungen Union, der Schülerunion oder den jungen Grünen eine dauerhafte Partnerin finden konnte, hofft Tauber jetzt über eine Teilnahme bei der RTL-Show „The Bachelor“ seine Traumfrau zu finden.

Dr. Peter Tauber ist 42 Jahre jung, kann voraussichtlich noch bis September 2017 mit einem festen Einkommen rechnen und hat wegen täglichen Joggens einen festen Po. In seiner Freizeit sieht er gerne Star-Wars-Filme und gönnt sich bei Gelegenheit auch einmal ein Glas süß gespritzten Ebbelwoi aus seiner hessischen Heimat.

Aus der Berliner CDU ist zu vernehmen, dass Taubers Teilnahme bei „The Bachelor“ wohl nicht aus ganz freien Stücken erfolgt. Mit Blick auf die Bundestagswahl im kommenden Jahr hofft Bundeskanzlerin Merkel, durch die öffentliche Verkupplung ihres Generalsekretärs das Bild einer bürgerlichen Partei wenigstens halbwegs aufrecht erhalten zu können. Weil Peter Altmaier als nicht vermittelbar gilt, bleibt nur noch Tauber, der sich nun der Parteiräson beugen muss und gezwungen ist, sein Junggesellenleben aufzugeben.

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3 Bemerkungen

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  • „dunkle Gestalten, die wieder in ihre Löcher verschwinden“ sollten, „aus denen sie gekrochen kamen!“

    Na ja … eins muß man ihm schon mal lassen: Mit ‘dunklen Löchern’ kennt er sich ja bestens aus… 😆

  • Mittlerweile zeigt doch jeder Studienabbrecher, der sich Politisch ins warme Merkelbettchen gelegt hat, welch Geistes Kind hinter diesen Politversagern steckt….täglich neue Beschimpfungen für das DEUTSCHE VOLK, die diesen Elementen, die überzogenen üppigen Gehälter bezahlt….und dafür nur noch tiefste Verachtung für das eigene Volk übrig haben.
    Ich hoffe sehr, dass jetzt so langsam auch der Blödeste Gutmichel kapiert, dass DIE DA OBEN schleunigst ihre warmen Sessel räumen müssen für Politiker, die IHREM VOLK Achtung engegenbringen.
    Und zum Schluss Bitte ALLE vor den Richter, wegen Genozid am eigenen Volk !!!