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Die künstliche Intelligenz wird immer besser. Dafür lässt anscheinend die menschliche Intelligenz zu wünschen übrig. Die Leistung bei IQ-Tests hat in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich abgenommen. Forscher fürchten einen weiteren Niedergang.

Zwei Wissenschaftler der Universität Oslo haben 730.000 IQ-Tests überprüft und ein konstantes Absinken der Leistung in den letzten Jahrzehnten registriert. Die Tests stammen von jungen Männern und Frauen der Jahrgänge 1962 bis 1991, die bei der norwegischen Armee zum Militärdienst antraten. Kamen die Armee-Neulinge bis zum Jahrgang 1975 beim Eingangstest auf mehr als 102 IQ-Punkte, erreichten die Jahrgänge bis 1991 nur noch knapp 100 Punkte. Das Absinken erfolgte kontinuierlich.

Bernt Bratsberg und Ole Rogeberg folgern aus der Auswertung, dass die Menschen insgesamt immer dümmer werden. Die ernüchternde Erkenntnis deckt sich mit internationalen Studientrends: In den Industrienationen ist der IQ in den letzten Jahrzehnten immer mehr zurückgegangen.

Seit die Psychologen Alfred Binet und Théodore Simon 1905 einen ersten Intelligenztest entwickelt hatten, begannen Forscher den Intelligenzquotienten (IQ) zu messen. Die standardisierten Tests ließen nicht nur Rückschlüsse auf den IQ einzelner Menschen zu, sondern auch auf den Durchschnittswert der Bevölkerung.

Die gemessenen Intelligenz-Werte stiegen seither kontinuierlich an, wofür bessere Ernährung, medizinische Versorgung und Bildung verantwortlich gemacht wurden. Es setzte sich unter Forschern die Annahme durch, dass der Intelligenzzuwachs unter gleichbleibend guten Bedingungen sich stetig fortsetzen würde.

Die Norweger Bratsberg und Røgeberg glauben, dass der durchschnittliche IQ-Wert von derzeit 100 im nächsten Jahrhundert um bis zu zehn Punkten fallen wird. Diese Prognose unterstützen auch US-amerikanische und britische Studien mit über 200.000 Probanden.

Über die Ursachen gibt es verschiedene Vermutungen, etwa ob die Genetik dabei eine wichtige Rolle spielt. Die Norweger kamen jedoch zu dem Ergebnis: Der Grund für den Intelligenz-Abstieg liegt primär im modernen Lebensstil, etwa in der veränderten Mediennutzung, aber auch in der Ernährung mit viel ungesundem Fastfood. Auch Umweltfaktoren sollen eine Rolle spielen. Unter besonderem Verdacht stehen dabei Umwelthormone, die in hormonelle Abläufe im Körper eingreifen. Diese betreffen auch die kognitiven Fähigkeiten.

FOCUS | 20. Oktober 2018

Wir wollen nicht in Abrede stellen, dass besagte Gründe einen Einfluss auf die Intelligenz haben. Ergibt ja auch durchaus Sinn. Wir wehren uns nur mit Nachdruck gegen die Behauptung, dass Einwanderung aus Ländern, die einen geringeren IQ haben, keinen Einfluss auf unseren Durchschnitts-IQ hätten. Es ist doch ganz einfach: Wir rechnen den deutschen IQ (99) mit den vier beliebten Auswanderungsländern Türkei (90) Syrien (83) Marokko (84) zusammen und teilen durch Vier. Was einen Durchschnitts-IQ von 89,25 ergibt. Das macht zehn Punkte unter unserem aktuellen IQ!

Klar, diese Rechnung hinkt, weil Biodeutsche – noch – in der Mehrheit sind. (Dennoch belegt sie, dass Einwanderung einen Einfluss hat.) Sie hinkt aber eben auch, weil es alles Durchschnittswerte sind. Ein Lehrer aus Istanbul hat logischerweise einen höheren IQ als ein Ziegenhirte aus Anatolien. Problem: Bei uns landen eher die Hirten, als die Geistesgrößen. Was logisch ist: Wer klug ist, hat in der Regel einen guten Beruf und wandert nicht ausgerechnet ins kalte (von Innen und von Außen) Deutschland aus.

Lasst uns noch ein bisschen tiefer in die Thematik eintauchen. Ich habe Prof. Mag. Dr. Jakob Pietschnig geschrieben. Der österreichische Forscher wurde im Sommer 2019 durch die deutschsprachigen Massenmedien gereicht, meiner Meinung nach vor allem, um kulturfremde Einwanderer vom Vorwurf reinzuwaschen, sie würden den Durchschnitts-IQ runterziehen. Bin sicher, wäre Professor Pietschnig in seiner Studie zu der Erkenntnis gelangt „Der Türke ist schuld!“ (ums mal runterzubrechen), hätten sich nur die Junge Freiheit und Die Achse des Guten um ein Interview bemüht. Na, vielleicht noch Cicero und die Jüdische Rundschau. Und BILD, je nachdem, wer gerade am Balken sitzt.

Sehr geehrter Herr Professor Pietschnig,

ich schreibe einen Artikel der da lautet, „Warum die Menschen immer dümmer werden“. Ich habe dazu viel recherchiert und die Gründe die ich fand (z. B. veränderte Mediennutzung, schlechte Ernährung, Umweltfaktoren) klangen schlüssig.  

Eines ist mir allerdings eher negativ aufgefallen: Alle Experten, die sich zum dem Thema in den letzten Jahren in den deutschen Massenmedien äußerten, also auch Sie, konnten gar nicht schnell genug betonen, dass Migration auf einen geringer werdenden Durchschnitts-IQ grundsätzlich keinen Einfluss hat.

Da frage ich mich: Hat die Aussage, es gäbe keinen Zusammenhang zwischen Migration und IQ, noch etwas mit Wissenschaft zu tun oder ist das eher eine Frage der Ideologie der Wissenschaftler, die nach dem Motto verfahren: „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“?

Die Sache ist doch ganz einfach: Nehmen wir den Staat Gambia. Dort leben etwa zwei Millionen Menschen, mit einem Durchschnitts-IQ von 66. In Südkorea beträgt er 106. Wenn jetzt zwei Millionen Südkoreaner nach Gambia einwandern, die gambianische Staatsbürgerschaft annehmen, wollen Sie mir sagen, dass das keinen Einfluss auf den Gambias Durchschnitts-IQ hätte?
Nicht wirklich, oder?

Sicher ist mein Beispiel überspitzt und lässt sich von den Zahlen her nicht auf Deutschland übertragen, aber grundsätzlich eben schon. Und wenn sich der IQ in Deutschland, aufgrund von Migration aus Ländern mit einem geringeren Durchschnitts-IQ, nur um 0,5 Punkte (um mal irgendeine Zahl zu nennen) verringert hat, so ist es m. E. die Pflicht eines Wissenschaftlers diese Zahl zu benennen.
Finden Sie nicht auch?

Bestes

Oliver Flesch  

Die Antwort von Professor Pietschnig

Lieber Herr Flesch,

da haben Sie mich aber gerade noch vor dem Urlaub erwischt – gutes Timing.

Es freut mich, dass Sie das Thema interessiert – im Folgenden ein paar Gedanken und Befunde dazu:

Zunächst zu Ihrer Frage nach der Ideologie, die sich zumindest für mich einfach beantworten lässt: Nein, Ideologie spielt für mich keine Rolle. Ich bin empirischer Wissenschaftler und befasse mich inhaltlich hauptsächlich mit Differentieller Psychologie. Das heißt mein Tagesgeschäft ist es in der Forschung Gruppenunterschiede zu untersuchen. Cross-cultural research insbesondere im Hinblick auf Intelligenz und wie sich diese Gruppen gegenseitig beeinflussen gehört auch dazu.

Nun zu der empirischen Datenlage: Die Umkehr des Flynn-Effekts (global gab es über einen Großteil des 20. Jahrhunderts IQ-Zunahmen, seit etwa 40 Jahren dreht sich das in einigen Ländern um) ist ein relativ rezentes Phänomen und wird erst seit etwa 2015 intensiver diskutiert. Der Grund für diese Zeitverzögerung ist, dass Daten zu dieser Umkehr erst seit den 2010er Jahren verfügbar geworden sind.

Nun stellte sich in dieser Diskussion das Problem, dass sich IQ-Forscher seit Jahrzehnten darüber Gedanken gemacht haben, warum der IQ zugenommen haben kann (es gibt so um die 20 Theorien dafür; ein paar davon -Ernährung, medizinische Versorgung, Beschulung – dürfte besondere Bedeutung zukommen), es hatte sich aber niemand darüber Gedanken gemacht warum der IQ abnehmen könnte. Ad hoc hat man dann beispielsweise Migration (gemeinsam mit 2 weiteren Faktoren, nämlich Fertilität und Mortalität) als mögliche Ursache angeführt.

Allerdings hat das niemand empirisch überprüft – die Argumentation war rein konzeptuell. Deswegen finde ich Ihre Frage danach ob es hier um ideologische Argumentationen geht auch berechtigt. Ich habe mich damals nämlich auch gefragt, warum das nicht über konzeptuelle Überlegungen bei den jeweiligen Papers hinausgeht (schlicht gesagt: warum prüft das niemand?). Der mögliche Einfluss von Migration lässt klare Vorhersagen ableiten, die man auch gezielt prüfen kann.

Das habe ich mit ein paar Kollegen dann auch getan und zwar an 2 Datensätzen, die einerseits auf Beobachtungen in 21 Ländern (da ist auch Deutschland dabei) mit rund einer Million Testpersonen beruhten, andererseits auf einem Datensatz aus Österreich mit rund 13000 Testpersonen. Sie finden anbei das publizierte Paper sowie eine Masterarbeit eines meiner Studenten mit detaillierteren Analysen an dem internationalen Datensatz, die es aus Zeitgründen (Stichwort: Submission Deadline) nicht mehr in die Publikation geschafft haben.

Wie sie aus den beiden Papers sehen werden können haben wir uns redlich Mühe gegeben alle möglichen plausiblen Modellierungen vorzunehmen. D.h., wir haben verschiedene Indikatoren für Migration verwendet (z.B.: Netto Migration, absolute Migration, Migration von verschiedenen Bevölkerungsgruppen wie z.B. aus der Türkei, Migration als Funktion vom Geburtsort vs. als Funktion von Staatsbürgerschaft); wir haben das ganze mit Ausreißern und ohne Ausreißer gerechnet; wir haben Moderatoren einbezogen oder nur den einzelnen Einfluss von Migration verwendet; wir haben das kurvilinear oder linear berechnet. Der Pattern, der sich durch alle diese Analysen durchzieht ist eine erratische Verteilung von schwachen Effekten in beide Richtungen, die allenfalls auf einen eher positiven Einfluss von Migration hindeuten würden. Ich interpretiere das zwar nicht dahingehend, dass mehr Migration zu höherem nationalen IQ führt, aber es spricht empirisch eindeutig gegen die Migrationshypothese.

Mir ist bewusst, dass die einfache arithmetische Verküpfung von IQ-Werten unterschiedlicher Länder verlockend ist, allerdings nützt das nichts, wenn empirische Daten anderes zeigen (aus einem ähnlichen Grund hat es bis in die 1980er Jahre gedauert, bis man überhaupt Populations-IQ-Veränderungen wahrgenommen hat, obwohl es dazu zu diesem Zeitpunkt bereits seit Jahrzehnten Daten gab).

Abschließend möchte ich noch feststellen, dass schlechte Ernährung und Mediennutzung meiner Meinung nach nicht für die IQ-Abnahme verantwortlich sind. Ich halte wenig von der kulturpessimistischen Aussage, dass die Digitalisierung unsere geistigen Fähigkeiten verkümmern lässt, die scheinbar so populär bei Vielen ist. Für diese Interpretation gibt es nämlich keine empirische Grundlage. Die Daten legen vielmehr nahe, dass die Umkehr des Flynn-Effekts auf eine negative Assoziation zwischen psychometrischem g und Testnormverschiebungen zurückzuführen ist.

Ich hoffe ich habe Ihre Frage ausreichend beantwortet, mit allerbesten Grüßen,

Jakob Pietschnig

Ich brauchte natürlich das letzte Wort

Lieber Jakob Pietschnig,

erst einmal vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, mir so ausführlich zu antworten! Und das auch noch ohne zu recherchieren wer ich bin, ich bin nämlich einer von diesen sogenannten und berüchtigten „Rechtspopulisten“.

Deshalb muss ich Ihnen sagen – und das tut mir schon fast leid, da Sie solche Mühe gegeben haben, mit Ihre Sicht auf die Dinge zu erklären –, Sie hätten schreiben können, was Sie wollen, ich wäre bei meiner Meinung geblieben, dass Migration aus Ländern, die einen geringeren IQ haben als wir, Einfluss auf einen sinkenden Durchschnitts-IQ hat. Ob nun aktuell oder in der Zukunft. Ich denke, mein Gambia-Beispiel – auf das Sie leider nicht eingegangen sind – ist nicht nur „verlockend“, sondern auch in sich schlüssig.

Vielleicht gehen Sie mal kurz weg vom Schreibtisch und besuchen eine Schule in Berlin-Kreuzberg oder Wien-Favoriten, schauen sich die „Brain-Trusts“ dort an und denken die Sache nochmal neu an.

Sie sagen zwar, Ideologien würden bei Ihnen keine Rolle spielen, aber gesellschaftliche Ächtung und berufliches Fortkommen, ist ihnen bestimmt wichtig. Erinnern Sie sich, was die beiden US-Forscher in den 90er Jahren für einen Hass abbekamen, als sie belegten, dass Afroamerikaner einen weitaus geringeren IQ haben als weiße US-Amerikaner?

Es ist seit Jahrzehnten das gleiche Spiel. Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt sagte mal sinngemäß: Ich war der letzte Kanzler, der Türken in relevanter Zahl wieder nach Hause geschickt hat. Ich tat es im Stillen, um keinen Ausländerhass zu schüren. Hier irrte Schmidt, den ich ansonsten sehr verehre: Es gilt immer und überall: Wir müssen die Probleme benennen, um sie lösen zu können.

Schließen möchte ich mit etwas Positivem: Ihre Aussage „Ich halte wenig von der kulturpessimistischen Aussage, dass die Digitalisierung unsere geistigen Fähigkeiten verkümmern lässt, die scheinbar so populär bei Vielen ist“ hat mir sehr gut gefallen.

Nochmals vielen Dank für Ihre Zeit, ich wünsche Ihnen frohe Festtage!

Bestes

Oliver Flesch

In einem irrte ich übrigens: Professor Pietschnig kannte mich sehr wohl (wer kennt mich nicht? Nee, Quatsch, er hat mich gegoogelt). Es ist ihm also hoch anzurechnen, dass er mir antwortete und mir auch das Recht gab, eine seiner Nachrichten zu veröffentlichen. Im kompletten Briefverkehr war er äußerst nett und zuvorkommend. Wären alle Menschen wie er, wäre unsere Debattenkultur eine bessere.

Und hier noch ein Auszug aus der Studie von Professor Pietschnig

Die Stärke positiver IQ-Testnormverschiebungen der Allgemeinbevölkerung über die Zeit (der Flynn-Effekt) schwächte sich in den letzten Jahren deutlich ab. Neuere Studien zeigen Hinweise für Stagnation und sogar eine Umkehr in einigen Ländern.

In der vorliegenden Studie demonstrieren wir, dass für Einflüsse von Migration, Fertilität und Sterblichkeit auf abnehmende IQ-Testleistung nur wenig überzeugende Evidenz vorliegt. Wir schlussfolgern, dass die Stagnation des Flynn-Effekts durch Deckeneffekte und abnehmende Erträge von IQ-steigernden Faktoren erklärt werden kann, während die Umkehr auf negative Zusammenhänge mit psychometrischem g beruht.

Eines der illustrativsten Beispiele für den Stellenwert, der der kognitiven Leistungsfähigkeit in unserer Gesellschaft zugemessen wird, findet sich bereits in den 1930er Jahren im weithin rezipierten Buch von Raymond B. Cattell „The Fight for our National Intelligence“ (1937). In diesem Werk drückte er seine Besorgnis über erwartbare sinkende IQ-Testleistungen der Allgemeinbe-völkerung in Großbritannien aus. Moderne Beispiele für die gesellschaftliche Relevanz kognitiver Leistungen finden sich in internationalen Vergleichsstudien wie PISA, TIMMS oder PIRLS, deren Ergebnisse über nationa-
le Medien weite Verbreitung finden und die mitunter beträchtlichen Einfluss auf bildungspolitische Entscheidungen ausüben.

Anders als von Cattell (1937) erwartet, ließ sich über einen großen Teil des 20. Jahrhunderts hinweg eine Zunahme der Intelligenztestleistung in einer großen Anzahl von Ländern feststellen. In rezenten Studien zeigte sich jedoch eine Abschwächung der IQ-Zuwächse und in einigen Ländern sogar eine Stagnation beziehungsweise eine Umkehr dieses als „Flynn-Effekt“ bekannten Phänomens.

Einer der Faktoren, der in der Literatur für die Erklärung dieser Umkehr
des Flynn-Effekts vorgeschlagen wird, findet sich in der Form von Migrationseffekten.
Diese Theorie basiert auf der Annahme, dass (hauptsächlich nicht-westliche) Populationen mit niedrigeren durchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten in (hauptsächlich westliche) Länder mit höheren mittleren Fä-
higkeiten migrieren, wodurch es zu einer Abnahme des IQs in den Gastländern
kommt. Weitere vorgeschlagene Ursachen machen negative Zusammenhänge zwischen Fertilität und IQ sowie positive Zusammenhänge zwischen Mortalität und IQ für die Umkehr des Flynn-Effekts verantwortlich.

Das Ziel der vorliegenden Studie ist die Untersuchung von Migration, Fertilität und Mortalität als mögliche Ursachen für die Stagnation und Umkehr des Flynn-Effekts.

Zu diesem Zweck verwendeten wir zwei meta-analytische Datensätze, die in diesem Kontext noch nicht untersucht wurden: Der erste Datensatz basiert auf durchschnittlichen IQ-Testleistungen von 94 unabhängigen Stichproben (N = 13,108) eines wohletablierten Raumvorstellungstests (3DW; Gittler, 1990) über einen Zeitraum von 38 Jahren in Österreich (1977-2014; Pietschnig & Gittler, 2015). Der zweite Datensatz beinhaltet IQ-Testleistungsveränderungen auf Testinstrumenten zur Erfassung von fullscale, kristallisierter und fluider Intelligenz von 137 unabhängigen Stichproben verschiedener Länder (N = 2,410,759) über einen Zeitraum von 54 Jahren (1960-2013; Pietschnig & Voracek, 2015). Indizes für nationale Migrationszahlen, Fertilitäts- und Mortalitäts-
raten wurden aus zwei verschiedenen Quellen erfasst.

In einer Serie von gewichteten einfachen und multiplen Meta-Regressionen zeigten sich keine bedeutsamen Einflüsse von drei Indikatoren für Migration (Zahl von Asylwerbern, Netto-Migration, absolute Migrationszahlen) auf die Testleistung im 3DW in die erwartete Richtung (mit Ausnahme von einem kleinen negativen Effekt von absoluter Migration; dieses Vorzeichen drehte sich jedoch nach Berücksichtigung von Publikationsjahr um). Diese Ergebnisse sind interessant, weil der 3DW konzeptuell eng mit psychometrischem g (allgemeine kognitive Fähigkeit) verknüpft ist und auch robuste Korrelationen mit anderen hoch g-laden-den Tests wie zum Beispiel dem Mental Rotations Test bekannt sind. Daraus lässt sich folgern, dass Migrationseffekte keine bedeutsame Rolle für IQ-Abnahmen spielen sollten. Unsere Ergebnisse sind konsistent
mit bereits publizierten Erkenntnissen, die zeigten, dass migrationsbedingte Veränderungen von nationalen IQs kurzlebig sind (te Nijenhuis, de Jong, Evers, & van der Flier, 2004).

Zusammenhänge mit Fertilitäts- und Mortalitätsraten zeigten ein erratisches Muster inkonsistenter Vorzeichen bei mehrheitlich kleinen und trivialen Effekten zwischen und innerhalb beider Meta-Analysen. Solche inkonsistente Effektmuster zeigten sich auch, wenn eine zeitliche Verzögerung dieser Effekte angenommen wurde. Basiesend auf diesen Ergebnissen lässt sich schwerlich ein inhaltlich bedeutsamer Effekt von Fertilität und Mortalität auf IQ-Test-
leistungsveränderungen ableiten.

Insgesamt zeigen wir in der vorliegenden Studie, dass es nur wenig Evidenz für Effekte von Migration, Fertilität und Mortalität auf IQ-Testleistungsveränderungen gibt. Basierend auf der verfügbaren Evidenz (Pietschnig & Voracek, 2015) argumentieren wir, dass die beobachtete Stagnation und Umkehr des Flynn-Effekts auf zwei distinkte Mechanismen zurückgeführt werden kann: Einerseits können geringere Stärke und die Stagnation des Flynn-Effekts auf Deckeneffekte und abnehmende Erträge von IQ-steigernden Faktoren (verbesserte Ernährung, geringerer pathogener Stress, bessere und längere Beschulung, Testrateverhalten, soziale Multiplikatoren, nationale Prosperität) erklärt werden. Andererseits lassen sich Abnahmen in der durchschnittlichen Testleistung auf einen negativen Zusammenhang des Flynn-Effekts mit psychometrischem g zurückführen.

Alle Rechte vorbehalten. © Politische Psychologie. Download vom 13.03.2019 07:55 von www.wiso-net.de.

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10 Bemerkungen

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  • “Warum werden die Menschen immer dümmer?…”. Indoktrination und Propaganda trainieren eben nicht strategische und kognitive Fähigkeiten. Auch dieser Aspekt ist nicht zu vernachlässigen.

    • So ist es, korrekt.
      Außerdem prägt sich das besser ein, was man selber niederschreibt, als das, was man auf einem Bildschirm sieht.
      Wir Deutschen hatten früher mal die geringste Quote an Analphabeten und die meisten wissenschaftlichen Publikationen weltweit, aber das war vor 1945.

  • Wenigstens passen sich die Europäer an die Kreaturen aus der dritten Welt an. Die können ihren IQ nicht erhöhen, umgekehrt geht das Absenken ganz leicht. Es ist erschreckend, wie beknackt die Menschheit jetzt schon ist. Wie soll das in ein paar Jahren aussehen, wenn nur noch künstliche Intelligenz das Leben beherrscht. Selbstfahrende Autos, Alexa und weiss der Geier was noch. Neben den technischen Möglichkeiten spielt Erziehung bzw. ein hoher Stand der Entwicklung eine Rolle, dass viele Fähigkeiten gar nicht mehr entwickelt werden müssen. Hinzu kommt die Vermischung der Völker. Gebildete mit Ungebildeten.

    • Was für einen himmelschreienden Unsinn man so guten Gewissens von sich geben kann! Herrje!
      Der IQ ist in meinen Augen ein künstliches Konstrukt, das Eigenschaften misst, die in keinerlei echtem Zusammenhang mit der Realität stehen. Auch damit, gebildet oder ungebildet zu sein, nicht. Schon gar nicht ist man damit die Krönung der Welt.
      Nur weil man nicht in der Lage ist, die spezifischen Unterschiede mit anderen Mitteln als den mathematischen zu ergründen, darf man sich nicht anmaßen, eine Wahrheit über andere Menschen auszusprechen.
      Die IQ-Forschung ist in meinen Augen eine Lächerlichkeit. Wen interessieren diese Zahlen?
      Wenn man überhaupt etwas damit messen kann, dann dass es vielen Menschen, die einen sehr hohen IQ aufweisen, an Menschlichkeit fehlt. Und unter diesen sind überdurchschnittlich viele in der Politik oder in der Industrielobby und richten den gesamten Planeten zugrunde. Aber hey, diskutieren wir weiter darüber, wie viele Würfelnetze und Kombinationsaufgaben südlich des Mittelmeers schneller oder langsamer als in Norwegen gelöst werden können. Wird uns als Menschheit sicher weiter bringen.

      • Wenn sie einen Herzschrittmacher brauchen wird ihnen die Menschlickeit der Buschmänner wenig nützen.Wenn es ein künstliches Konstrukt ist warum gibt es dann Völker die so gut wie nichts erfunden haben?

      • Wirklich ATEMBERAUBENDE (möchte jetzt nicht beleidigend sein, aber das ist es, was mir beim lesen als erstes in den Sinn kam) sozialistische gequirlte DRECKSSCHEIßE!!!

        NATÜRLICH ist der IQ KÜNSTlCH, wie ALLES, was der Mensch fabriziert!!! Oder erwarten Sie, daß die IQ-Tests an den Orangenbäumen wachsen???

        Und SELBSTVERSTÄNDLICH steht der IQ in UNMITTELBAREM ECHTEM Zusammenhang mit der Realität!!!

        Täglich WELTWEIT MILLIARDENFACH nachgewiesen, von JEDEM einzelnen.
        Allerdings bei Sozialisten tendenziell eher nicht, denn die strotzen nur so vor Dummheit und Realitätsverweigerung. Ihr Post ist in der Tat der beste Nachweis dafür, daß der IQ tatsächlich in keinem Zusammenhang mit der Realität steht!

        Wie schön, daß für Sie die IQ-Forschung ist in Ihren Augen eine Lächerlichkeit ist. Dafür ist Ihr Post ja auch geradezu GROTESK lächerlich!

        Und der Zusammenhang zwischen Intelligenz und Nicht-Menschlichkeit mag ggf. bis zu einem bestimmten Maß stimmen, kann ich aber nichts konkret zu sagen/schreiben, da ich mich damit noch nie beschäftigt habe.

        Aber was definitiv nachweislich und täglich millionenfach nachgewiesen in direktem Zusammenhang steht, ist, daß Sozialisten trotz mehrheitlich durchschnittlicher Intelligenz (in Dtld. Sozialpädagogen IQ bei 100, daß der BWLer bei 110), ein überdurchschnittlich asoziales und unmenschliches Verhalten an den Tag legen, beste Beispiele sind z. B. Adolph Hitler, Josef Stalin, Che Guevara, Pol Pot, Ulrike Meinhof, Andreas Baader etc. multi. pp.

        Was die Menschheit sicher nicht weiterbringen wird, sind die verqueeren sozialistischen Ideen, die immer das Paradies versprechen und bereits mehreren hundert Millionen Menschen den Tod gebracht haben.

      • https://www.laenderdaten.info/iq-nach-laendern.php
        Was ist der Intelligenzquotient?
        Die Definition besagt, dass der Intelligenzquotient eine Maßzahl für intellektuelle Leistungsfähigkeit ist. Gerne wird der IQ mit einer vorhandenen Leistung oder gar Bildung verwechselt. Es handelt sich jedoch um die “Fähigkeit”, diese Leistung zu erbringen. Also um die Auffassungs- und Kombinationsgabe und um die Lernfähigkeit.

        Ein Mensch ist also nicht weniger intelligent, nur weil er bislang einen geringeren Bildungsstand erlangt hat. Derjenige jedoch, der die gleiche Bildung mit viel weniger Aufwand erreichen kann, ist als intelligenter einzustufen. In einigen Intelligenztests taucht z.B. die Frage nach aktuellen Politikern auf. Hierdurch wird ermittelt, ob und wie gut der Proband sich allein durch die Medienpräsenz einen Namen und dessen Position merken kann.

        Intelligenz ist keine frei erlernbare Fähigkeit, kann jedoch durchaus bewusst gesteigert werden. Durch regelmäßiges Gehirntraining wie z.B. in der Schule werden einzelne Fähigkeiten gezielt angesprochen und durch eine Leistungssteigerung erreicht. Die allgemeine Denkfähigkeit kann also von jedem selbst in einem gewissen Rahmen beeinflusst werden. Die wichtigste Phase zur Bildung von Intelligenz ist im Kindesalter und nimmt mit zunehmendem Alter erheblich ab. Auch wird ein Teil der Intelligenz durch Vater und Mutter vererbt.

        Der Intelligenzquotient wurde so bemessen, dass der Mittelwert bei 100 liegt. Bei einer Standardabweichung von 15% ist also ein IQ zwischen 85 und 115 als normal anzusehen. Je nach psychischer und physischer Verfassung des Probanden können zudem die Messergebnisse um bis zu 10 Punkte nach oben und unten schwanken.

        Kritik:
        Der IQ wurde von Westeuropäern für Westeuropäer nach westeuropäischen Maßstäben entwickelt. Es ist immer noch strittig, ob sich dieses Verfahren überhaupt auf Völker mit gänzlich anderen sozialen Strukturen, Kulturen, Werten und Denkweisen anwenden lässt.

        Der IQ in Relation zu Einkommen und Bildungsausgaben
        Wie in der obigen Tabelle ersichtlich, scheint es eine Verbindung zwischen Einkommen und Höhe des IQ nur bedingt zu geben. Zwar tauchen unter den ersten Plätzen vorwiegend Länder mit hohem Einkommen auf, jedoch auch solche mit weit geringerem Einkommen wie China, die Mongolei und osteuropäische Staaten.

        Auffällig ist hingegen, dass Länder mit hohen Bildungsausgaben auch fast immer eine intelligente Bevölkerung haben. Im Umkehrschluss gilt dies jedoch nicht, denn unter den ersten 30 Plätzen gibt es ebenso Länder mit mittleren bis niedrigen Ausgaben. Das Ranking wird ausschließlich angeführt von bevölkerungsreichen ostasiatischen Ländern, die diesen Umstand am ehesten verdeutlichen: Dort ist es nicht üblich, dass der Staat die Ausbildung bezahlt. In der Regel wird sie durch die Famile getragen. Der finanzielle Aufwand, der in die Bildung fließt, ist also nicht geringer – gleichwohl aber nicht mehr von Staat gelenkt.

        Ist Intelligenz abhängig vom Klima?
        Schon seit 1991 besteht die Vermutung, dass über Generationen anhaltende Wärme sich auf den IQ auswirkt. Man ging zunächst davon aus, dass ein Leben in niedrigeren Temperaturen eine höhere körperliche Fitness voraus setzt und höhere soziale Anforderungen an das Leben stellt. Richard Lynn, Professor an der nordirischen University of Ulster geht zudem davon aus, dass die kälteren Temperaturen das Gehirnvolumen ansteigen lassen. Ob die Gehirngröße mit der Intelligenz überhaupt in Verbindung steht, ist allerdings umstritten.

        Generell gilt ein heißes Klima als nachteilig für die Entwicklung von Intelligenz. Der Grund hierfür wird heutzutage vorwiegend in dem hohen körperlichen Energiebedarf und dem dadurch entstehenden Stress gesehen. Insbesondere Kleinkinder verwenden bis zu 90% der Körperenergie für das Gehirn. Wenn in dieser für die Entwicklung wichtigsten Lebensphase die Energie anderweitig benötigt wird, kann sich das Gehirn nicht entsprechend entwickeln.

        Keine Abhängigkeit von der Rasse
        Aus keiner der hier verwendeten Studien geht hervor, dass der Intelligenzquotient abhängig von einer bestimmten Rasse ist. Unterschiede innerhalb von Bevölkerungsgruppen wurden zwar vereinzelt gefunden (z.B. in Brasilien: Schwarze 71, Mulatten 81, Weiße 95, Japaner 99), alle Unterschiede konnten jedoch auf Herkunft, Bildungsniveau oder andere Faktoren zurückgeführt werden.

        Donald Templera und Hiroko Arikawab stellten 2006 einen Zusammenhang zwischen zunehmender Hautpigmentierung und abnehmendem IQ fest. Dies war jedoch nicht auf eine Rasse zurück zu führen, denn die Pigmentierung der Haut ist klimatisch bedingt. Die Beobachtungen wurden auch innerhalb z.B. der kaukasischen Rasse gemacht. Die auffällig niedrigen IQs in Afrika wie auch die auffällig hohen IQs in Ostasien werden in diesen Studien mit Kultur und Klima begründet.

        Datenbasis
        Die nach Ländern aufgeschlüsselten Intelligienzquotienten stammen aus den oft diskutierten Studien von Richard Lynn und Tatu Vanhanen (2002), Heiner Rindermann (2007), Khaleefa und Lynn (2008), Ahmad, Khanum und Riaz (2008), Lynn, Abdalla und Al-Shahomee (2008), Lynn und Meisenberg (2010) sowie den PISA-Tests aus den Jahren 2003, 2006 und 2009. Neuere Ergebnisse wurden hierbei stärker gewichtet. Die Studien sind nicht ganz unumstritten, da sie in einzelnen Ländern nur spezifische Bevölkerungsgruppen oder nur wenige und damit nicht repräsentative Referenzgruppen berücksichtigen. Bildet man jedoch aus allen Tests und Studien einen Durchschnitt, erhält man einen sicherlich verwertbaren Überblick.

        Den Angaben des Durchschnittseinkommens, der Bevölkerungszahlen und der Bildungsausgaben liegen Angaben der World Bank zugrunde, die über den Zeitraum von 1990 bis 2010 gemittelt wurden. Dies entspricht dem Zeitraum, in dem die Studien durchgeführt wurden. Temperaturen wurden aus Angaben des Deutschen Wetterdienstes des selben Zeitraumes regional gemittelt.

  • Das menschliche Hirn verbraucht NUR Glukose/Zucker. Wird dies entzogen, so läßt die Leistung nach. Wird zusätzlich Sauerstoff genommen (Maske) kann kein logisches Denken mehr erfolgen. Wenn ich zusätzlich 80% schwacher, ja dummer Akademiker in eine Prof. Positionen hebe, bekomme ich Vollidioten, die den Mist den ich als Regierung mache garnicht mit bekommen! Thats it!

  • Klar hat Migration mit dem IQ zu tun. Bei mir z. B. wurde einer von 136 gemessen – gut, inzwischen habe ich vielleicht ein paar Punkte versoffen – und ich habe natürlich längst Deutschland verlassen, weil ich bin schließlich nicht blöd.