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Kann man es geschmacklos finden, wenn sich wer mit der Weißen Rose vergleicht? Ja.
Kann man sich dadurch in seinen Gefühlen verletzt sehen? Ja.
(Insbesondere natürlich, wenn man «Weiße Rose» erst mal googeln musste)

Für jene berufsempörten Leerdenker aber, die ihre Emotionalität zum Maß aller Debatten erheben, hatte der Journalist Christopher Hitchens folgende Worte übrig:

If someone tells me that I’ve hurt their feelings, I say: „I’m still waiting to hear what your point is.“

… und Elbert G. Hubbard (Philosoph):

Jemand, der sich ständig in seinen Gefühlen verletzt fühlt, ist ein so angenehmer Gefährte wie ein Kieselstein in einem Schuh.

So. Und nun zu den Fakten, obwohl die heutzutage ja keinen guten Ruf genießen:

Auf einer Demo in Hannover erklärte eine Kritikerin der Lockdown-Maßnahmen, sie fühle sich «wie Sophie Scholl, da ich seit Monaten hier aktiv im Widerstand bin, Reden halte, auf Demos gehe». So weit, so unglücklich formuliert. Und doch, werte Maskenballtänzer von IchAppMittelerde,

zur Erinnerung:

Lockdown-Kritiker. Das sind jene, die sich vom Polit- und Medien-Establishment seit Monaten unisono als «Corona-Leugner»™ beschimpfen lassen dürfen. Also mit einem Begriff, der gezielt das Wort «Leugner» enthält, um sie moralisch – Guilty by Association – auf eine Stufe mit Holocaust-Leugnern zu stellen. Freilich denunzierten auch all jene emsig mit, die nun rumheulen, dass ohne ihre tolle Band (die schon vor Corona keiner hören wollte) oder ohne ihr tolles Restaurant das große Kultursterben drohte. Und wisst ihr was? Ihr habt euch die Pleite redlich verdient – weil ihr rückgratlose Heuchler seid, die sich erst dann zaghaft aus der Deckung wagen, nachdem andere schon das große Stück vom Existenzvernichtungskuchen kredenzt bekamen.

Neu ist das nicht. So geschichtelte Grünen-Politiker Michael Cramer 2019 im Klima-Kontext:

Es gibt Leute, die leugnen den Klimawandel. Es gibt Leute, die leugnen den Holocaust.

Laktosefrei-macchiato-Dissident Tilo Jung (YouTube-Kanal Jung & Naiv) gefällt das:

Als Journalisten haben wir gelernt, Leugnern des menschengemachten Klimawandels medial zu ignorieren, sie lächerlich zu machen und ihnen keine (gleichberechtigte) Plattform zu bieten.

Und in einer Oktober-Ausgabe des «Sturmgeschütz der Demokratie» (vulgo: «DER SPIEGEL») wird gleich die strafrechtliche Verfolgung Andersdenkender angeregt:

„Die gefährlichen Behauptungen dieser [Anti-Lockdown-]Aktivisten, die mit ihren wirren Verschwörungstheorien Millionen Menschen erreichen, müssen strafrechtliche Konsequenzen haben“, sagt [Albrecht] Broemme, ehemaliger Präsident des Technischen Hilfswerks.

Er kann sich in bestimmten Fällen „Strafen analog zur Leugnung des Holocaust“ vorstellen, zum Teil seien die Personenkreise identisch.

Die Besitzverhältnisse im besten Deutschland, das wir je hatten, sind tunlichst zu achten: Das Copyright auf NS-Vergleiche sowie heroisch-widerständige Selbststilisierung haben die sogenannten Demokraten™. Wenn sie sich dessen bedienen, sind das eindringliche Warnrufe, ein «Wehret den Anfängen», das umso leidenschaftlicher in Hashtag-Form gegossen wird, je länger der ikonische Stummelbartträger tot ist. Die Machtergreifung der omni-imaginierten neuen Braunhemden scheint stets nur ein Editorial von Roland Tichy oder Roger Köppel entfernt. Wehe also, ein nicht eindeutig als links Erkennbarer erdreistet sich, das heilige Territorium deutscher Staatsräson zu streifen! Die Berufung einer 22-jährigen Querdenken-Rednerin auf den Widerstand GEGEN das NS-Regime wird dann als Verharmlosung, ja, eigentlich Befürwortung der Massenvernichtung und -internierung DURCH das NS-Regime ausgelegt.
Nach der Logik der Toleranz-Totalen wäre es – zumal als Weißer – folglich auch inakzeptabel, sich mit Bürgerrechtler Martin Luther King oder dessen Prinzipien zu identifizieren, da man dadurch seine Erschießung, wenn nicht gar die damalige Ethno-Segregation der Afroamerikaner, «relativierte».

SOUTH PARK PLUS 1984

Bekanntlich befinden wir uns im Zeitalter «Nicht enden wollende „South Park“-Folge plus „1984“». Drum wird wieder mal andersrum ein Schuh draus: Die wohlfeilsten NS-Vergleiche kommen immer noch aus dem Elfenbeinturm jener gratismutigen «Gegen Rechts»™-Klientel gehumpelt, welche eine Diktatur erst dann (an)erkennen würde, wenn Claus Kleber sie feierlich im Fernsehen verkündete.

Man erinnere sich: Kurz vor AfD-Einzug in den Bundestag virtue-signallte unter anderem das historische Spezialdenker-Schwergewicht Sigmar Gabriel:

Zum ersten Mal nach 1945 [stehen] im Reichstag am Rednerpult echte Nazis.

Alas, da hatte er die Rechnung wohl ohne die wahrheitsliebende Wikipedia gemacht: Liste ehemaliger NSDAP-Mitglieder, die nach Mai 1945 politisch tätig waren (darunter nicht nur SPDler, sondern gar Grüne).

Thank me later, Siggi.

DIE JUDEN JEDENFALLS …

… die der Shoa zum Opfer fielen, hätten es womöglich ganz gut gefunden, wenn die damaligen Nationalsozialisten lediglich Corona oder das Klima geleugnet oder wie Matthias Matussek die «falschen» Geburtstagsgäste eingeladen hätten.

Überdies: Wenn sich jenes wohlstandssaturierte Milieu, das nach der Raute einer CDU-Kanzlerin tanzt, in einer Begriffs-Pervertierung «antifaschistisch» dünkt, so ist dies ebenfalls der nur leidlich verhüllte Versuch, sich als «Erben» der Weißen Rose zu empfehlen. Dabei haben die sogenannten «Antifas» im Vergleich zur Querdenker-Bewegung noch viel weniger Grund, sich bloß in die Nähe eines «NS-Widerstand 2.0» zu rücken. Denn:

Widerstand erkennt man – nomen est omen – gemeinhin an den Anfeindungen weiter gesellschaftlich-medialer Kreise. Indessen die Sojamilch-Surfer des Merkel’schen Maskenmatriarchats mit Lobeshymnen überzogen werden. Eben weil sie nützliche Idioten zum Erhalt des Machtapparats sind. Sie können also per Definition kein Widerstand sein.
Hingegen spare ich mir übrigens die Aufzählung all jener Fälle, in denen die «Antifa» Menschen mit ihrer Version von «Zivilcourage» beglückte – wär’ sonst 1 Eskalation vong Textlänge her. Ein Teaser möge genügen:

«„Wir […] sahen, daß mindestens 50 Vermummte [Antifas] auf uns zukommen. […]

„Die prügelten und traten auf die Drei [Demonstranten] ein und flüchteten […]

Damit nicht genug. Die Stuttgarter Polizei bestätigt auf JF-Anfrage, daß Beamte in Tatortnähe eine Schreckschußwaffe gefunden haben. Eine solche soll einer der Angreifer laut einer Zeugin gegen den Kopf des schwerverletzten Opfers gehalten und abgedrückt haben.»

MAASLOS BLAMIERT – SCHALGETWITTER

Selbstredend wäre der bunt-republikanische Empörungs-Reigen nicht komplett, wenn nicht auch der Belgische Bundeswehr-Gratulationsminister Heiko Maas Weißrosig-röchelndes in die Tweetosphäre bläst:

Wer sich heute mit Sophie Scholl oder Anne Frank vergleicht,verhöhnt den Mut, den es brauchte,Haltung gegen Nazis zu zeigen.

Richtig. Als staatlich zertifizierter Mutmograph weiß der Heiko, wovon er spricht. Immerhin ist er so reich mit Mut wie Haltung gesegnet, dass er in gefühlt jedem zweiten Interview betont, «wegen Auschwitz in die Politik gegangen» zu sein (im Gegensatz zu Gesichtsvetter Adolf Eichmann allerdings mehrere Jahrzehnte zu spät 😉 ). Wie sich die heroische Haltungs-Hypertrophie konkret äußert? So:

Maaslose Blamage: Während Außenminister Maas sich im Jüdischen Museum in Berlin feiern lässt, stimmt sein UN-Vertreter in New York sieben Mal gegen Israel.

BILD, 17. November 2019

Quellen:

«Querdenken-Demo: Vergleich mit Sophie Scholl empört viele» (NDR, 22.11.2020)

«Grüner vergleicht Kritiker der Umweltbewegtheit mit Holocaust-Leugnern» (Tichys Einblick, 30.01.2019)

«Verschwörungsideologen: Strafen für Corona-Leugner?» (DER SPIEGEL Nr. 45 / 30.10.2020, S. 23)

«Gabriel attackiert AfD: „Echte Nazis am Rednerpult“» (Handelsblatt, 12.09.2017)

Hier geht’s zum Facebook-Profil von Autor Joshua Salewski

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7 Bemerkungen

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  • Sie hat -zwar etwas im Überschwang des edlen jugendlichen Idealismus- gesagt, sie fühle sich so wie Sophie Scholl, das ist Mitteilung ihrer subjektiven Befindlichkeit. Ob sie sich damit zu 100% gleichsetzen wollte in Größenwahn mit historischer Unbildung, bleibt unklar. In gleicher Oberflächichkeit handeln aber die dreisten Mainstream-Faschisten auf der anderen Seite, wo AfD und Co. als Nazis beschimpft werden (zuletzt wieder durch SPD-Sekretär Klingbeil in Warnung an die CDU in Sa-Anhalt). Zwar ist die Lage 1943 und 2020 für eine Oppositionelle nicht gleich schlimm, etwa 100:40, man ist heute keineswegs von einer brutalen Verfolgungsmaschinerie bis Todesstrafe bedroht, aber was Mobbing, Ächtung, erdrückende Mainstream-Dominanz und Teil-Verfolgung angeht, bestehen strukturell durchaus Ähnlichkeiten. Diktaturgrad in der BRD aktuell um 50%, aber Verkommenheitsgrad der politischen Szene 70%, im NS 100%.

  • Tja. Willkommen im ersten religionsfreien Religionskrieg der Menschheitsgeschichte.
    Passt doch in Zeiten des alkoholfreien Bieres, koffeinfreien Kaffees und zuckerfreier Bonbons.
    Scheinbar muss die Menschheit alle 500 Jahre durchdrehen (irgendwie fühle ich mich gerade, als gehöre ich nicht tatsächlich dazu!?).

  • Heike Maas, 2.stärkste Frau der Welt (nach Mutti)soll doch endlich ins geliebte Auaschwitz ziehen. Nordstream 2 soll doch fertig gebaut werden, oder? Kleine Leute werfen einen langen Schatten, wenn die Sonne tief steht.

  • Brömme, das war doch derjenige, der Plakate mit Arbeits- und Handwerksverletzten (Finger ab etc.) drucken und die Versehrten als Verletzte durch Silvesterfeuerwerk darstellen ließ.

    Es gibt wohl keine schlimmere Verharmlosung – eher Lobhudelung – der nationalsozialistischen Herrschaft, als Menschen, die für Frieden, Grundrechte, gegen Zensur usw. eintreten, als “Neonazis” zu diffamieren. Gleiches gilt auch für Ethnopluralisten – als wären die Nazis ausgesprochene Völkerfreunde gewesen!

    Die “Weiße Rose” wurde übrigens auch in der BRD einst kritisch betrachtet. Aber das waren wahrscheinlich alles Lügen.

  • Ich finde die Querdenker gut. Trotzdem fand auch ich den Einstieg der jungen Dame zweifelhaft.
    Die meisten Redner reden über die unerträglichen Massnahmen und deren Auswirkung oder über das, was dahinter steckt.
    Mein spontaner Gedanke war, dass hier kräftig Selbstbeweihräucherung a la FFF stattfand. Dort wurde auch jedes noch so dümmliche Monolögchen beklatscht.
    Ihr zickiger Abgang hat perfekt ins Bild gepasst. Tur mir leid, aber hat mir nicht gefallen. Wenn der Ordner auch sehr hart reagiert hat, ich konnte ihn irgendwie verstehen!

  • Die Auslegung solcher Vergleiche als eine Verharmlosung der NS-Diktatur daher als eine Art Volksverhetzung ist natürlich Unsinn. Sie mag vielleicht in der einen oder anderen Sache völlig übertrieben und geschmacklos wirken, sie wird jedoch in jedem Fsll durch die Meinungsfreiheit gedeckt, die unteilbar ist, daher für jeden gleichermaßen gelten muss.

    Genau hierin liegt das Problem mit der politischen Korrektheit, die vorschreiben will, wer mit welcher Gesinnung seine freie Meinung äußern darf und wer nicht.
    Diese Art von Gängelung und Bevormundung lehne ich grundsätzlich ab.

    Auch ist ein solcher Vergleich von diffamierenden Unterstellungen, etwa die verleumderische Stigmatisierung der AfD und regierungskritischer, nichtlinker Bürger als angeblich Rechtsextreme zu unterscheiden, die tatsächlich den Tatbestand einer vorsätzlichen Beleidigung und Verleumdung erfüllen, jedoch von unserem auf dem linken Auge blinden Rechtsstaat leider juristisch nicht verfolgt werden.

    Grundsätzlich lässt sich alles miteinander vergleichen, um schließlich erkennen zu müssen, dass die verglichenen Gegenstände absolut nicht gleich sein müssen.

    Selbst ein scheinbar übertriebener Vergleich kann jedoch sehr wohl seine Berechtigung haben.
    Dann nämlich, wenn hiermit eine tiefsitzende Sorge um unsere Demokratie und unsere Freiheit eine maßgebende Rolle spielen und den Anfängen, hin zu einer neuen Diktatur in einem neuen Gewand, gewehrt werden soll.

    Es gibt hierfür tatsächlich eine berechtigte und begründete Sorge in Deutschland, dass die Regierungsparteien das so genannte, harmlos klingende “Bevölkerungsschutzgesetz” zu einer neuen raffinierten Diktatur missbrauchen könnten, da dieses Gesetz real mehr den Eindruck einer Ermächtigung erweckt als tatsächlich dem Schutz der Bevölkerung dienlich zu sein.
    Der tiefe Eingriff in die Grundrechte der Bürger lassen erhebliche Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieser politischen Maßnahme aufkommen, besonders ihre bewusst offengehaltene Dauerhaftigkeit.

    Sophie Scholl steht gerade für ein freies Deutschland und daher ein Vergleich mit ihr gegen jede Couleur totalitärer Bestrebungen immer eine gute Wahl.
    Wie eine derartige Diktatur letztlich aussehen wird, wissen wir in der Regel doch erst hinterher, wenn diese sich in ihrer Unmenschlichkeit voll entpuppt hat.

    Wenn also Querdenker sich zu bei ihrer Sorge zu einem solchen Vergleich versteigen, dann ist dieses nicht nur erlaubt, sondern durchaus verständlich.

    Die Regierenden sehen für sich hierin natürlich einen Affront, wollen sie doch den gegenteiligen Eindruck erzeugen, obwohl eine Reihe von Indizien eindeutig gegen sie sprechen. Außerdem scheint ihre in die Jahre gekommene Strategie, die regierungskritische bürgerliche Opposition pauschal als Nazis zu diffamieren, hierdurch zusätzlich geschwächt und in Frage gestellt zu werden.

    Plötzlich finden sie sich bei den Bürgern der Mitte selbst am Pranger stehen und haben einen erheblichen, stetig zunehmenden Erklärungsnotstand, je länger ihre nicht mehr begründbare angebliche epidemische Notlage von nationaler Tragweite repressiv aufrecht erhalten wird.

    Ein solcher Staat, angeführt von den gegenwärtigen Regierungsparteien, wirkt nun wirklich nicht gerade demokratisch und seine Repräsentanten alles andere als gesetzes- und verfassungstreu.

    Wir können daher einen Vergleich mit Sophie Scholl, der Mitbegründerin der Weißen Rose, als einen Aufschrei der Ohnmächtigkeit sehen.
    Denn ohnmächtig und machtlos müssen sich gegenwärtig viele Bürger fühlen, die sich mit ihren Sorgen von der herrschenden Politik im Stich und alleine gelassen fühlen.

    Ich kann den Regierenden nur empfehlen, die Nöte und Sorgen der Bürger endlich ernst zunehmen, eine entideoloisierte und sachorientierte Politik anzustreben, um das Wohl und den Schutz der Deutschen und unseres Landes wiederherzustellen.
    Die gegenwärtige Politik ist hierzu absolut kontraproduktiv und wird die Bürger noch mehr gegen diesen autoritären Regierungsstil aufbringen.