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Alerorts Diskussionen über ein immer auffälliger werdendes Desinteresse an „der Mannschaft“.
„Welche Mannschaft ?“, wird sich nun der Eine oder die Andere fragen..
„Wieso scheint die wichtigste deutsche Mannschaft inzwischen fast als die unwichtigste im Lande?“, lautete das Thema einer Diskussionsrunde auf Sky- Sport.
Also, alles klar, es geht um die deutsche Fussball-Nationalmannschaft. Ich glaube, es spielen verschiedene Faktoren mit:

– durch überflüssige Wettbewerbe wie aktuell die „Nations League“ finden einfach zu viele Spiele statt, was als solches zu einer Sättigungführt.

– durch die vielen Spiele und die Hauptbelastung der Spieler in ihren Vereinen werden sehr viele Jungs in „der Mannschaft“ eingesetzt, teilweise solche, die in ihren Vereinen nicht mal Stammspieler sind und die auch vielen Fussballfans nicht richtig bekannt sind

– die Kommerzialisierung im Fussball im Allgemeinen ist einfach zu stark, durch wahnwitzige Ablösesummen, horrende Gehälter, zersplitterte TV-Rechte, Pay- TV usw., entfernt sich der Volkssport Nr. 1 insgesamt zu weit von der Basis

-nach der enttäuschenden WM 2018 hätten sich nicht wenige frischen Wind in der Führungsetage gewünscht

– in „der Mannschaft“ gibt es, entsprechend der gesamten Entwicklung hin zu mehr Teambildung, viele sozialkompetente Jungs, rhetorisch geschult, diszipliniert. „Typen mit Ecken und Kanten“ aber, Kerle mit individuellem Charakter, die sind fast weg. Gerade solche aber sind die Lieblinge der Fans, an dieser Stelle seien ein Thomas Müller oder eben Bastian Schweinsteiger genannt.

– „die Mannschaft“ ist vielleicht eine Marke, aber keine, die die Erkennbarkeit erhöht, sondern im Gegenteil vermindert hat. Kein schwarz/rot/gold, kein „deutsch“ im Namen, wenig Hymne.
Das alles führte in der Breite zu einem großen Verlust an Identifikation. Ohne diese Identifikation gibt es einfach wenig emotionale Bindung, kaum noch Leidenschaft, dafür immer mehr Desinteresse bis hin zur Gleichgültigkeit.
Durch das Ausblenden des „nationalen“ Elements wird der Fussball zudem politisiert, in die gesellschaftliche Diskussion um den Verlust an Idendität hineingezogen.
Für mich ist dies der wichtigste Faktor. Die Menschen wollen Nähe, Bezug,das Gefühl der Zugehörigkeit, keine neutrale Distanz.

Liest man dann noch,dass die Weltmeister von 1990, Brehme, Auge, Loddar, Buchwald, Icke Hässler etc. KEINE Freikarten mehr für Länderspiele bekommen, sich dann öffentlich zurecht sehr enttäuscht zeigen, gleichzeitig der DFB aber eine Steuerfahndung im Hause hat, dann fragt man sich, was hier eigentlich los ist.

Der „normale“ Mensch muss das nicht mehr verstehen.Wieviel „Abgehobenheit“ brauchen wir eigentlich noch?

Wieso nennt sich der DFB eigentlich analog zur Mannschaft nicht nur noch „der Fussball- Bund“?
Besser wär’s.

Uwe Rapolder | Facebook | 12. Oktober 2020

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4 Kommentare

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    • “Hängt die Grünen, so lange es noch Bäume gibt.”

      Es ist wohl der Spruch, der Mehmet Scholl am meisten Ärger brachte. Im Bayern-Jahrbuch zur Saison 1994/1995 nannte er diese Aussage sein Lebensmotto.

      Bei diesen Kriechern aus der “Mannschaft” wäre heutzutage so ein Spruch völlig undenkbar.

      • Kenne dieses Zitat, wusste aber nicht, dass er von Scholl ist. Super!
        Wobei, ich denke es könnte sogar noch älter sein, da meine Kollegen und ich schon Ende der 80’er Jahre davon wussten. Vielleicht täusche ich mich auch. Egal.

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