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Wo verläuft die Grenze zwischen Falschinformation und Realität? In jedem Fall anders. Genau deshalb muss man extrem vorsichtig sein in diesen Zeiten. Und sich heftig hüten, zu schnell an irgendetwas zu glauben oder es als Fakt wahrzunehmen. So war das auch gestern mit einem Video vom Rande einer Corona-Demonstration in Köln. Auf dem waren zwei Männer zu sehen, die eine Reichsflagge mitbringen. Und eigentlich ganz und gar nicht aussehen wie Reichsbürger. Misstrauische Twitter-Nutzer fanden auf den Seiten des WDR, der ebenfalls in Köln ansässig ist, zwei Mitarbeiter der gebührenfinanzierten Anstalt, die in ihren Augen verdächtig den beiden Fahnen-Trägern gleichen. „Wenn bei der Demo niemand eine Reichsflagge trägt, muss der WDR sie halt selbst aus dem Kofferraum holen“, verbreiteten nun die bösen Zungen auf Twitter.

Die Geschichte verbreitete sich lawinenartig in den sozialen Netzwerken (selbst der Chefredakteur der Welt am Sonntag brachte das Dementi des WDR auf seiner Seite). Auch einige der so genannten “alternativen” Medien schrieben darüber. Das Berichten über einen Verdacht, für den es Anhaltspunkte gibt und der breit diskutiert wird, hat in Deutschland höchstrichterlichen Segen. Ich finde: Es ist sogar Pflicht. Solange man dabei distanziert bleibt und eben deutlich macht, dass es sich um einen Verdacht handelt. Genau so habe ich es gehalten (nachzulesen hier). Gott sei Dank! Heute Vormittag bekam ich nämlich folgenden Kommentar von Wladimir M.: “Herr Reitschuster, ich bin der Mann mit der Fahne. Ich bin nicht beim WDR, sondern einfach nur ein Patriot. Die Demo in Köln hat mich enttäuscht, da die angeblichen ‘Freiheitskämpfer‘ von Querdenken, mich wegen der Freiheitsfahne angegangen haben.”

Ich überprüfte die Zuschrift und bat Wladimir M., mir Bilder von sich zu schicken. Das machte er – und es besteht nicht mehr der geringste Zweifel, dass er der Mann mit der Fahne ist.

Lest den kompletten Artikel bei Boris Reitschuster

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9 Kommentare

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  • Ich muss soo heftig heuuuuulen . Wie konnte nur dem armen WDR so furchtbares Unrecht geschehen ?? . Liebe und nette , ehrliche , treu e haben das nicht verdient .

    Ich würde sagen, das wer kegelt, auch mit aufsetzen muss ^^
    Ich hab auch nichts dazu gesagt und nicht geteilt :-))

  • Ich denke nicht, daß Flesch hier jetzt ‘in Sack & Aische’ gehen muß … DENN: Vor Jahr und Tag – nein, ich weiß nicht mehr das Jahr … ist aber schon wirklich ‘einige’ Jahre her (vielleicht erste Hälfte der Zehner Jahre dieses Jahrhunderts) – hat der WDR tatsächlich tatsächlich zwei Kostümnazis (Typ: Laurel & Hardy … oder vielleicht auch: Dumm & Dümmer) in eine Demo (könnte zu ProKöln-Zeiten gewesen sein) eingeschleust und darüber dann ‘Bilder generiert’.

    Wie gesagt … ist sozusagen ‘Asbachuralt’ … aber da ich eben jetzt schon Ü-60 bin, kann ich mich noch gut an die Sache erinnern. Ja, sie haben versucht ihr Weltbild mit eigenen Mitarbeitern in sendbare Bilder umzusetzen. Und … sie haben es nicht nur versucht (damals), sondern natürlich auch gemacht. Insofern … der Verdacht, daß dies hier wieder passiert, ist nicht einfach ‘verrückt’, sondern – aufgrund der tatsächlichen Aktivitäten nicht nur des WDR in solchen Sachen – durchaus naheliegend gewesen.

  • Nur so aus dem Bauch heraus: Welchen Bezug hat denn jemand, der Wladimir heißt (entspricht sein Familienname ‘H.’ auch seinem Vornamen?), zur Reichsflagge??

    Natürlich können auch ‘Ali & Aische’ mit einer Reichsflagge durch die Gegend laufen … und sich, bei skeptischen Äußerungen niederträchtiger Nationalisten + Rassisten wie meinereiner, bitterlich darüber beschweren, daß sie ‘aus dem Reich ausgegrenzt’ würden … aber ich wäre in solchen Fällen doch von einer gewissen Skepsis befallen, daß ich es hier mit ‘meinesgleichen’ bzw. mit ‘Nachfahren meiner Vorfahren’ zu tun hätte.

    Ja, … Schande über mich … 😆 😆

    • Wladimir war ein im Reich nicht unüblicher Name, und er ist z.B. bei Deutschen in Kasachstan verbreitet. Er erscheint mir deutsher als die Kevins, Mikes und “Tscheisns”, wobei letzterer Eltern nicht wissen, dass Griechen nicht englisch sprachen (Jason).

      • Dass ‘Kevin, Marvin, Justin und Dustin (und gerne auch noch ‘Mike’)’ einfach Ausdrucksformen kultureller Unterwerfung unter die Siegermacht sind – wenngleich sie von ihren (tatsächlichen) Opfern als solche (= Unterwerfung) natürlich nicht (mehr) erkannt werden – ist mir schon klar.

        Aber daß ‘Wladimir’ eigentlich gar kein russischer, sondern sozusagen ein ‘urdeutscher’ Name sein soll (= war im Reich nicht unüblich (? in welchem Reich? Im HRRDN? Oder im Staatenverein ‘Deutsches Reich’ von 1871?) … das wäre mir in der Tat neu.

        Und daß Volksdeutsche im Kaukasus, die vermutlich zu Zeiten von Katharina d. Gr. in den russischen Machtbereich ausgewandert sind, irgendwann russische Namen adaptieren, macht russische Namen noch nicht zu deutschen Namen.

        Und genau darum geht/ging es mir: Wer (noch) in tatsächlichem (innerem) Kontakt mit DER kollektiven Erfahrung ist, die (in diesem Fall) die deutsche ist, der wird sich schon bei der Namenswahl seines Kindes automatisch … ‘unwohl’ fühlen, wenn er schon durch eben diese Namenswahl die Nichttradierung der tatsächlich eigenen kollektiven Erfahrung für sein Kind zwingend festschreibt.

        Wenn er es dennoch tut, muß ich davon ausgehen, daß er in der Tat NICHT mehr in Kontakt mit der kollektiven Erfahrung steht, die die deutsche ist. Das ist … kein Vorwurf an ihn/sie/es/irgendwas, sondern … einfach eine Feststellung.

  • Die rotweißschwarze Fahne aus der Vergangenheit (Reich oder nicht, böse oder nicht) ist rückwärtsgewandt, egal ob sie nun von Nazis benutzt wird oder nicht. Erstens ist es gezielte Distanzierung von der – bei aller Kritik- vorzüglichen West-Demokratie (mit schwarzrotgoldener Flagge) der BRD mit GG und FdGO (die werden ja nicht schlecht dadurch, daß eine Machtkaste sie konterkariert und dabei auch noch von 90% -mehr als bei Hitler!- eines dekadent-verkommenen Volkes gestützt wird). Und zweitens ist das preußisch (da war in der Geschichte auch nicht alles so positiv, wie es seine Anhänger verbreiten!) dominierte 2.Reich auch nicht schuldfrei (vor allem grobe Fehler im Vorfeld!) in den 1.Weltkrieg gezogen, ohne nun die bösen Machenschaften der Feinde ausblenden zu wollen. Aber wie es die verlogenen Nationalextremen und Braunisten hinstellen, daß 1914 wie 1939 ein unschuldiges Deutschland gegen seinen Willen in den Krieg gezogen worden wäre, ist nichts als plumpe, fakten-widrige Lüge. Beide Male wäre eine defensive Haltung besser gewesen, statt sein Heil im letztlich gescheiterten Blitzkrieg zu suchen. Und Deutschland war beide Male Weltmacht und Akteur auf der Weltbühne im Ringen um den Erfolg, wobei es sowohl 1914 wie 1939 imperialistische Pläne gab, ganz zu schweigen von dem zweimaligen brutal-rechtswidrigen Imperialakt des Durchmarsches durch Belgien. (Ich wunderte mich als wissensarmer Junge bei Besuchen meiner Oma, als ich in Kassel in den 50ern belgische Soldaten sah, der Grund war mir noch unbekannt!!) Wo doch die National-Apologeten immer von der Korrektheit der deutschen Seite schwärmen. Und Nein, es ist nicht Nestbeschmutzung, wenn man ehrlich-ehrsam und geboten selbstkritisch ausspricht, daß im Nest (Familie, Verein, Volk, Land, Partei usw.) etwas faul ist!!

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