Werbung:

Es passierte nach der 1 zu 4 Niederlage des Hamburger Sport-Vereins bei Dynamo Dresden in der ersten Runde des DFB-Pokals. Sky-Reporter Jurek Rohrberg schildert die Situation: „Wir wollten das Interview mit Toni Leistner starten und es kamen aggressive Beleidigungen von den Rängen. Leistner war extrem angefressen aufgrund seiner schlechten Leistung und der Performance der Mannschaft. Er ist in den Block geklettert und hat sich den Fan gekrallt, der ihn aufs Übelste beleidigt hat.“
Gekrallt, meint: Er schubste den Fan und drückte ihn zu Boden. Ordner und andere Zuschauer trennten die beiden.

Als ich die Szene im Fernsehen sah, da war ich amüsiert, sogar ein bisschen beeindruckt, dachte aber auch: „Kann er nicht machen. Muss er drüber stehen.“  
Da wusste ich allerdings noch nicht, was genau der Dynamo-Fan dem HSV-Spieler zubrüllte. Das weiß ich heute und das ändert alles – für mich zumindest. Leistners Frau Josefin, ehemalige  „Miss Universe“, ist schwanger, sie erwartet in diesem Monat ihr zweites Kind und da soll der Dynamo-Fan nix Besseres zu tun gehabt haben, als zu brüllen, dass er Leistners Frau am liebsten in den Bauch treten würde, damit diese eine Fehlgeburt erleide.

Uff. Ich mein, klar, Fußball ist ein raues Geschäft, grad auf den Rängen, aber irgendwann und irgendwo hört’s auch auf. Das hätte der DFB berücksichtigen sollen, ja, meines Erachtens sogar müssen. Ich finde, der Fan hatte noch Glück, dass ihn Leistner nur am Kragen packte, nicht direkt zuschlug. Sicher, Spieler verdienen viel Geld und da ist auch Schmerzensgeld für die vielen Entbehrungen, für den immensen Duck und die Anfeindungen und Beleidigungen drin, aber die Würde eines Menschen ist nicht käuflich.   

In meinen Augen hat Toni Leistner alles richtig gemacht. Vor allem, weil er ein Zeichen setzte. Der Fan war doch nur so mutig, weil er davon ausging, sich ohne Konsequenzen verbal erbrechen zu dürfen. Auf der Straße hätte er sich nicht getraut, den Leistner Toni auch nur schief anzusehen. Und das nervt mich an diesen Leuten. Es hat sich in den letzten Jahrzehnten eine Unkultur der Lahmen und Fußkranken etabliert. Vor allem im Netz. Diese Leute, denen man in der Zeit vor dem Netz eine Schelle gab, wenn sie frech wurden, beschimpfen und beleidigen aus der Anonymität heraus, weil sie sich hinter ihrem ALDI-Laptop sicher fühlen.
Wer würde da nicht gern mal den Leistner machen?  

Dir gefällt unsere Arbeit?

Dann würden wir uns über Deine Unterstützung freuen!

Teile bitte die Artikel, die Dir gefallen und/oder unterstütze uns mit einem Beitrag Deiner Wahl.

Vielen Dank!

Deine 1984er-Mannschaft

Du kannst uns ganz bequem mit PayPa unterstützen (oder auch mit Kreditkarte & Überweisung):

Jetzt per PayPal unterstützten

Bankverbindung:

IBAN: DE11 3206 13840020 9120 14
BIC: GENODED1GDL

Loading...

3 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • Hätte ein Fan zu einem schwarzen Spieler Affe, Neger oder Uh-uh-uh gesagt, hätte dieser jenen wahrscheinlich straflos halb tot prügeln können, und am Ende hätte noch der Schimpfer Stadionverbot bekommen!

    • Leider siehts so aus….ich fick deine mutter sind gang und gebe mittlerweile…abee so ein satz …ich hätte mich nicht beherrschen können….also respekt und dieser idiot sollte lebenslänglich verbot haben…

Du willst nichts mehr verpassen?Dann folge uns auf Telegram!
Zum Telegram-Kanal
Du benutzt leider einen Werbeblocker!Das tut uns leid.

1984 – Das Magazin finanziert sich ausschließlich aus eigenen Mitteln, dem 1984 – Unterstützerklub und einmaligen Unterstützern

Deshalb sind wir auf die Schaltung von Werbeanzeigen angewiesen, um Dich weiterhin an sieben Tagen die Woche zu informieren.

Bitte schalte daher Deinen Werbeblocker ab, wenn Du unsere Seite besuchst und unterstütze uns damit bei unserer Arbeit. Wir versprechen Dir auch, keine wild blinkenden Banner zu schalten.

Vielen Dank!

Deine 1984er Mannschaft