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Gewiss, das Leben der masochistisch gestählten Chronisten haltungsrepublikanischen Clowntums ist eines der härtesten. Egal, wie sehr sie ihre Federn auch schärfen mögen, um die politischen wie psychologischen Verhaltensoriginalitäten unserer Tage bis zur Kenntlichkeit zu entstellen und also als Seismographen der Volksgesundheit zu dienen: Auf der freudianisch asphaltierten Geisterbahn ins bunte Utopia ist der Satiriker nur mehr der dahintuckernde Renault Twingo. Er winkt recht freundlich, genießt die Aussicht und spuckt die eine oder andere zugespitzte Pointe aus dem knarzenden Auspuff, ehe er – „Black Lives Matter“! – vom pfeilschnellen Lewis Hamilton der Realität links überholt wird.

Noch gestern, als unser Homo satiricus durch die österreichische Event- und Partyszene fuhr, witzelte er: In Wien seien hoffentlich keine türkischen Erdoğan-Anhänger verletzt worden, als ebenjene zu Hunderten auf linke Soja-Sörens und pro-kurdische Frauen losgingen [1]. Weil: „Graue Wölfe Lives Matter“, „Survival of the McFittest“ und so. Mit nur 18.000 Mitgliedern in Deutschland sind die rechtsextremen und AKP-nahen Grauen Wölfe schließlich eine schützenswerte Minderheit – im Gegensatz zur NPD, die es auf monströse 3.600 bringt (Gesamtzahl erfasster Rechtsextremer: 32.080) [2] [3]. Doch schon am Folgetag stieß er auf einen Tweet, der einen ungeheuerlichen Verdacht nährte: Sind unsere Qualitätsmedien durch S-Personen (Satiriker) unterwandert? Sibel Schick, Quoten-Migrantina und Sexismus-Expertin bei „SPIEGEL“ und „taz“, jagte nämlich das Pointengewitter in die Tweetosphäre, die rassistischen Grauen Wölfe seien eine „von Rassismus betroffene türkische Minderheit“, welche zu Unrecht „türkische Nazis“ genannt würde. Dass der Shitstorm, (orientalische) Nazis auch als solche zu benennen, größtenteils ausblieb, fand sie weniger witzig. Indes möge es sie aufheitern, dass wenigstens die mutige Linkspartei Hashtag-Haltungshelden zu folgendem Event lud: „Antimuslimischer Rassismus und Diskriminierung von Muslimen“ [4]. Der Anlass? Vermutlich die Diskriminierung jener Osmanisch-Coronadepressiven, die beim Wiener Kultur-Event das Messer schwangen wie van Gogh den Pinsel oder in Stuttgart 1-Euro-Shops ausraub… ähm, umdekorierten („TEDi’s Eleven“). Der Ehrengast? Zentralrat der Muslime – wer sonst?

Drohung, dass die Erde weiterdreht

„Mit dem Zweiten“, so der Volksmund, sehe man besser. Und ja, nach unzähligen Reisen durch Denkbetreuungslandschaften sah es der Satiriker nun ganz deutlich: Der aufgewirbelte Staub buntdeutscher Merkel-Realität hatte sich als Resignationsschleier auf jenes Visier gelegt, das ihm den humoristischen Zugriff auf die Welt einst ermöglichte. Einzig das Event einiger Neudeutscher, die ihrer Frischverliebtheit durch Pistolenschüsse Ausdruck verliehen, vermochte in seiner Apathie noch zu ihm vorzudringen. Es war ihm Drohung, dass die Erde sich gnadenlos weiterdrehen würde – unbesehen, was er davon hält. Die Schmach, trotz jahrzehntelangen Trainings vom komödiantischen Genius der Klebers, Restles und Cheblis überflügelt zu werden, obwohl diesen ihr Witzigsein eher zufällig passierte wie der Feministin drei Kinder von drei unterschiedlichen Vätern – es war die Handbremse des eitlen Künstleregos.

Frei nach dem Motto „Wo Worte enden, beginnt Musik – oder manchmal nur Nickelback“ warf er das Radio an, um den Totalschaden eines gescheiterten Lebens wenigstens von tröstenden Harmoniebögen entsorgen zu lassen. WDR 4 wär’ nun genau das Richtige, vielleicht die Frequenz, die sein geschunden’ Herz im Takt unbeschwerterer Zeiten würde schlagen lassen. Ja, jene goldene, prä-Tinder’ne Zeit, als sexuelle Belästigung noch ehrliche Straßenarbeit war, man fürs Modeln mehr brauchte als Instagram-Account und Besitz einer Vagina, und als die Grünen – wenn sie nicht gerade illegale Angriffskriege mittrugen – davon schwärmten, wie Kleinkinder ihnen den Hosenstall öffnen [5]. Doch weder sollte es das markige Timbre eines Wolle Petrys sein, das ihm die Ohrhärchen umschmeichelt. Noch die heißblütige, vom Eros beseelte Poesie der Flippers, die an Orte zu tragen vermag, die kein Mensch zuvor je sehen wollte. Stattdessen: Eine bekannte TV-Stimme:

Du hast dein Bestes versucht und bist miserabel gescheitert. Was lernst du daraus? Es niemals versuchen.

Seufzend ließ die obsolete Spitzfeder sich in den Sitz fallen. Vielleicht war da was dran. Die Worte stammten schließlich von einem der größten Philosophen der Neuzeit. Nein, nicht Richard David Precht! Homer Simpson.

Quellen: [1] [2] [3] [4][5]

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3 Kommentare

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  • Ende der 1940er Jahre haben viele Rock’n Roll unterschätzt, dann kamen die 50er
    Heute unterschätzen viele den Negerfußfetisch linksdebiler Westeuropäer.

    Was hat der Negerfußfetisch mit Stuttgarts Demolierung zu tun fragt ihr euch?
    Das werdet ihr noch früh genug erfahren. Was 1950 für Rock’n Roll war
    das ist 2020 für den Negerfußfetisch, es ist der Beginn eines unaufhaltsamen Hypes!

  • “Im Jahre 15 nach Merkel ist der Satiriker überflüssig geworden. Straßenschlachten werden uns als „Party-Events“ verkauft – Grundrechte-Demos als „rechtsextrem“…”

    Traurig, aber wahr.

    • Und Sibel Schick, Quoten-Migrantina und Sexismus-Expertin bei „SPIEGEL“ und „taz“, erklärt der Öffentlichkeit, die rassistischen Grauen Wölfe seien eine „von Rassismus betroffene türkische Minderheit“, welche zu Unrecht „türkische Nazis“ genannt würde.

      Unglaublich…

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