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Die Del Vikings 1958 im Film The Big Beat

Die Del Vikings waren die erste gemischtrassige Doo Wop-Gruppe, die es in die US-Charts schaffte. Meines Wissens sogar die erste Gruppe überhaupt. 1957 mit „Come Go With Me“ und „Whispering Bells“. Die Mitglieder, die häufig wechselten, kurzzeitig gab es sogar zwei Del Vikings-Gruppen, rekrutierten sich aus der US-Armee. Und weil die Hautfarbe im Schützengraben keine Rolle spielt, kam es wohl zu dieser – für die damalige Zeit – ungewöhnlichen Konstellation. Eine Zeit, in der Konzerte noch strikt nach Rassen getrennt waren.

Ebenfalls in The Big Beat. Die Del Vikings singen „Can’t Wait“

Einmal, am 11. Mai 1961, sollte Sam Cooke, vielleicht der beste schwarze Sänger der Musikgeschichte, der schon Soul sang, als es Soul noch gar nicht gab. mit etwa zehn weiteren schwarzen Künstlern in einer Revue in den Südstaaten auftreten.

Sam Cooke – der wohl größte Soul-Sänger aller Zeiten


„Werden Schwarze im Publikum sitzen?“, fragte Sam die Veranstalter.
„Nur auf den Balkonen, sie dürfen nicht nach vorn kommen.“

„Dann kann ich hier nicht auftreten. Wie sieht das denn aus? Ich bin ein Star und man kennt mich auf der ganzen Welt. Aber in meinem Heimatland werde ich mit Scheiße wie dieser konfrontiert. Ich stehe auf der Bühne, warum sind meine Leute auf den Balkonen, während die anderen tanzen und eine gute Zeit haben dürfen? Mir ist egal, was meine Kollegen machen, aber ich mach bei dieser Scheiße nicht mit.“

Sam mit seiner großartigen Version des Bob Dylan-Klassikers Blowing In The Wind

Sam organisierte ein Treffen mit den anderen Künstlern, um die Show zu boykottieren. Alle waren einverstanden: „Ja, ja, Sam! Du hast Recht. Wir sind dabei, Mann!“
Ein Begleitmusiker erinnert sich: „Kurz vor Showbeginn saß Sam allein in seinem Hotelzimmer und sah fern. Ich sagte ihm, dass alle anderen Künstler bereits zur Konzerthalle gefahren wären — obwohl sie ihn doch unterstützen wollten.“
„Ja, ich weiß, aber ich werde nicht gehen.“

Sams gewaltsamer Tod, nur drei Jahre später, war und ist ein Fest für Verschwörungstheoretiker. Sogar Elvis soll gesagt haben: „Sam wurde zu groß für das Establishment.“ (Klingt übrigens nicht nach Elvis, diese Aussage, aber gut.)
Ich denke dagegen, Sam hat sich von einer asiatischen Hure abziehen lassen und hatte dann das Pech an eine schwarze Motelbetreiberin zu geraten, die ihn aus halbwegs eingebildeter Notwehr erschoss.

USA in den Fünzigern: Strikte Rassentrennung

Vor ein paar Jahren interviewte ich Gus Backus (1937 bis 2019), den früheren Leadsänger der Del Vikings, der in den späten 50ern und frühen 60ern als Schlagersänger in Deutschland große Erfolge feierte. Er erzählte mir im Detail, wie es damals war, als er, gerade einmal 20 Jahre alt, plötzlich ein Star wurde. Er berichtete von einer Tour durch die Südstaaten, in denen er mit seinen Jungs nicht gemeinsam essen konnte, weil die schwarzen Gruppenmitgliedern in den Schnellrestaurants nicht bedient wurden. Ich habe hunderte Interviews in meinem Leben geführt, kaum eines war mir so wichtig wie das Gespräch mit Gus. Leider habe ich es im Laufe der Jahre verloren.

Musikhistorische Bedeutung der Del Vikings

Die größten Hits der Gruppe sind dafür verantwortlich, dass sie sich auch als ‘Oldies’ nach wie vor großer Popularität erfreuten. Songs wie ihr „Come Go With Me“, der auch in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde, sind in Filmen wie American Graffiti, American Hot Wax, The Hollywood Knights, Diner, Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers und Joe gegen den Vulkan verwendet worden.

Die US-amerikanische Musikgruppe The Beach Boys sang bei ihrer Jubiläumstournee „50 Jahre Beach Boys“ im Jahr 2012 den Del-Vikings-Hit Come Go with Me zu Ehren dieser Gruppe, die sie als eines ihrer Vorbilder für den mehrstimmigen Gesang bezeichneten.

Wikipedia

USA 2020: Jeder ist seines Glückes Schmied

Warum schreibe ich diese Zeilen ausgerechnet in diesen Tagen? Ich weiß es nicht genau. Vielleicht, um den Menschen zu zeigen, wie es früher war und wie froh wir sein können, in einer Welt zu leben, in der die Hautfarbe keine Rolle mehr spielt, ein Schwarzer US-Präsident werden kann. Wenn er sich nur genügend anstrengt.
Und genau darin liegt das Problem bei den Schwarzen, die im Moment weltweit auf die Straße gehen. Mit Schimpfen, Jammern und Faulenzen, mit Rauben, Plündern, Brandschatzen und Schänden wird niemand der mächtigste Mann der Welt. Die Sache ist auch hier wieder ganz simpel: Wer ein Stück vom Kuchen abhaben will, der muss genauso ergeizig, zielstrebig und fleißig sein, wie die Weißen, die erfolgreich sind.

Die Del Vikings 2018: Wiedervereinigung mit 80

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3 Bemerkungen

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  • Barrack Osama wurde nicht Präsident weil er was gut konnte sondern weil er schwarz war. Man hat den schwarzen den kleinen Finger gegeben aber die wollen nicht nur die Hand sondern den ganzen Arm!!! Soviel zu Rassismus und Unterdrückung.

    • Vielleicht aber auch deswegen, weil seine unmittelbaren Vorgänger im Amt des Präsidenten auch nicht gerade ‘das Gelbe vom Ei’ waren!