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Ironie an der Geschichte: Hattie McDaniel (1893 bis 1952, Foto oben) gewann 1940 den Oscar für die beste Nebenrolle. Als erste Afroamerikanerin überhaupt. Es dauerte ein halbes Jahrhundert bis wieder eine schwarze Schauspielerin einen Oscar gewann. Ein Film also, der mehr für die Gleichberechtigung der Schwarzen in Amerika getan hat, als jemals ein Film zuvor, soll nun aus dem kollektiven Gedächtnis gelöscht werden.

Weil der Film, der in den Tagen des amerikanischen Bürgerkriegs spielt, rassistische Vorurteile bediene und die Darstellung der Sklaverei problematisch sei. Ja, ja. Tatsächlich eine Ungeheuerlichkeit, dass man Menschen, die in erster oder zweiter Generation von einem Kontinent stammen, wo der Durchschnitts-IQ 70 beträgt, sie nicht bei ihren Plänen zeigt, wie sie mit einer selbstgebauten Rakete auf den Mond fliegen!

Was Ihr sonst noch wissen müsst, erzählt Euch Filmkritiker Schmitt:

Er („Vom Winde verweht“) soll irgendwann später wieder veröffentlich werden, dann jedoch neu kuratiert, kommentiert und möglicherweise mit Triggerwarnungen versehen.

Vorausgegangen war diesem Vorgang der Protest eines berühmten HBO-Abonnenten: John Ridley, der unter anderem das mit einem Oscar ausgezeichnete Drehbuch zu „12 Years a Slave“ schrieb, hatte in einem Artikel in der „Los Angeles Times“ gefordert, dass HBO das von David O. Selznick prodozierte Melodram nicht wie jeden anderen Film behandeln dürfe, da die Darstellung von Schwarzen massiv diskriminierend sei und überdies die Sklaverei in den Südstaaten des 19. Jahrhunderts verherrlicht werde.

Diese Erkenntnis ist keineswegs neu, nicht nur in der Filmwissenschaft wird seit Jahrzehnten Kritik an dem Kultfilm geübt, doch aufgrund gegenwärtiger Ereignisse ist die Debatte neu entflammt.

Wie sollte man sich also zu „Vom Winde verweht“ verhalten? Darf und soll der Film noch gezeigt werden? Und wenn ja, wie? Das knapp vierstündige Werk ist vieldeutig, auf eine Triggerwarnung lässt es sich jedenfalls nicht reduzieren.

Ignoriert werden darf auch nicht, dass hier nicht bloß die Vergangenheit romantisiert, sondern zugleich der Beginn der Moderne – personifiziert von Rhett Butler (Clark Gable) und Scarlett O’Hara (Vivien Leigh) – zelebriert wird.

Wolfgang M. Schmitt | YouTube

Ach, hätt ich beinahe vergessen, noch behinderter: Die BBC! Der englische TV-Sender nahm die Comedy-Serie „Little Britain“ aus ihrer Mediathek, weil die weißen Komiker darin auch Schwarze spielten (sogenanntes Blackfacing). Na, DAS geht natürlich auch nicht. Wahnsinn.

Nachtrag

Revolution im DVD-Spieler: US-Amerikaner, die nicht geistesgestört sind, kauften so viele DVDs des Filmklassikers, dass „Vom Winde verweht“ nun auf Platz 1 Amazon-Charts steht.
Amazon, Amerika. Bei Amazon, Deutschland ist der Film gar nicht zu bekommen. Wie sonderbar.

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4 Kommentare

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  • Das Gejammer und Gewinsel der Schwatten geht einem so langsam auf die Eier.
    Seit es seßhafte Menschen gibt,gibt es Sklaven.Überall auf der Welt haben sich Völker die stärker und überlegener waren Sklaven gehalten:

    “Weißes Gold – Das Schicksal weißer Sklaven in Afrika”

    Sollte man mal lesen.
    Die Welt wurde und wird auf dem Rücken von Sklaven aufgebaut.Meint hier irgendeiner die Römer hätten ihre Straßen,Viadukte und Kasernen alleine gebaut?
    Das haben Sklaven gemacht,die Römer waren die Architekten.Überall auf der Welt haben Sklaven die Dreck-und Schwerarbeit geleistet.Nicht alle waren Neger.Die anderen beklagen sich nur nicht.
    Was ist heute mit den Lohnsklaven?Kinderarbeit,Arbeitslager und Billiglohnarbeiter?
    Dafür sollten die “black live is unimportant” Idioten auf die Straße gehen,nicht für vergangene Ungerechtigkeiten.

  • Den Film gibt es samt mammy der dicken Negerin auf kissmovie in sehr guter remastered Qualität zu sehen. Welches Relikt aus dem mittleren 20 Jahrhundert schaut heutzutage Filme im Fernsehen an, da kann man gleich einen Telegraphenmasten als Smartphone nutzen

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