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Anfang April 2020. Deutschland ist vom Corona-Wahn…, ähhh…, Virus befallen. Das Volk braucht Masken. Dringend. Meint Söder. Der Bayrische Ministerpräsident, der in den letzten Jahren vor allem dadurch auffiel, dass er nicht groß auffiel, witterte seine Chance. Ein Imagewechsel. Von Prinz Peinlich zum König von Deutschland.
Einschub: Nun wird der Plot etwas unglaubwürdig, jeder Produzent hätte dem Drehbuchautor gesagt: „Da musst du noch mal ran!“ Aber das Leben schreibt ja bekanntlich die verrücktesten Geschichten und so kam es, dass Söders Plan aufging, seine Umfragewerte durch die Decke schossen.

Und das kam so: Er versprach den Menschen, dass er, und zwar er ganz persönlich, dafür sorgen werde, seine Untertanen mit Masken zu bestücken. Nicht aus China, die Kommis haben uns ja hängenlassen, nee, Söder krempelte die Hemdsärmel auf und suchte bayrische Firmen, die ihre Produktion auf Masken und Gesichtsschilder umstellten.

Eine Firma fand der Macher im eigenen Ehebett. Söders Frau Karin ist nämlich zufälligerweise Miteigentümerin der Baumüller-Gruppe, einem weltweit erfolgreichen Maschinenbauhersteller.
„Gemeinsam schlagkräftig gegen Corona“ tönte Baumüller am 4. Mai 2020 auf der firmeneigenen Netzseite. Weiter war zu lesen: „Baumüller Services, eine Tochter der Nürnberger Firmengruppe Baumüller, reagiert auf die aktuellen Herausforderungen und stellt einen Teil seiner Fertigung auf die Herstellung von Face Shields um.“

Für einen herkömmlichen Leser klingt das wie folgt: Baumüller produziert nun Gesichtsschilder. Punkt. So verstand es ein jeder und auch Corinna Miazga, Landeschefin der AfD in Bayern. Sie twitterte:

„Söders Frau, Karin Baumüller Söder macht jetzt an sog. #faceshields und verdient so an der Maskenpflicht, die ihr Mann in #Bayern nicht nur predigt, sondern sogar staatlich verordnet!“

Korruptionsalarm! Hochnotpeinlich für Söder also. Sollte man meinen. Doch Corona-Sheriff Söder schoss direkt und scharf zurück. InFranken.de meldete:

„Daraufhin platzte Söder der Kragen und er schaltete einen Medienanwalt ein. Dies teilte eine Sprecherin dem BR mit. Er soll nun gegen die Seiten der AfD und gegen andere rechte Accounts, rechtliche Schritte einleiten und sie auf verbreitete Fake-News prüfen.“

Markige Worte. Die ohne Beweise nichts wert sind. Doch Söder, der olle Fuchs, hat noch ein Ass im Ärmel. In oben zitierter Pressemitteilung vom 4. Mai (also drei Wochen vor Miazgas Tweet) stand der Satz: „Alle produzierten Face Shields wurden für die eigenen Mitarbeiter bzw. für Spendenzwecke hergestellt.“
Fall also gelöst? Mitnichten!

Denn nun kommt Gerhard Wisnewski ins Spiel. Der preisgekrönte frühere Fernsehjournalist schaute sich die Pressemitteilung genauer an. Nicht nur die aktuelle, auch frühere Versionen. Tja, und in denen fehlt dummerweise der Satz „ Alle produzierten Face Shields wurden für die eigenen Mitarbeiter bzw. für Spendenzwecke hergestellt.“
Er wurde, laut Wisnewski, nachträglich eingefügt, möglicherweise um Familie Söder zu entlasten. Wisnewski nimmt an, dass Baumüller sehr wohl vorhatte, mit Gesichtsschildern Geld zu verdienen. Er glaubt: Erst als halb Deutschland „Korruption!“ schrie, wurden die 3D-Drucker gestoppt.

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