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Der Bundestag hat beschlossen, ab nächstem Jahr die Zeitungszustellung mit 40 Millionen Euro (!) an Steuergeldern zu subventionieren. Viele Kommentatoren in den sozialen Netzwerken und alternativen Medien schrieben dazu, das sei der erste gar nicht mal so zaghafte Schritt in Richtung „Zwangsabgabe“ (ähnlich der für den Staatsfunk) für das todgeweihte Auslaufmodell „etablierte Printmedien“, und sahen sich bestätigt, weil sie das schon seit geraumer Zeit voraussahen und dafür als Verschwörungstheoretiker verunglimpft wurden.

Damit könnten sie richtig liegen, ebenso mit der Befürchtung, dass vielleicht nur regierungskonforme Presseerzeugnisse in den Genuss dieses Geldsegens kommen könnten.

Doch soll das gar nicht mein Thema sein, das haben ausreichend andere schon umfassend beharkt. Für mich hat dieser staatliche Eingriff in den Markt noch eine weitere Dimension, die allenthalben leider völlig übersehen wurde, weil aufgrund der sozialismusverseuchten staatlichen Zwangsbeschulung dem Großteil der Menschen in diesem Land der Blick für ökonomische Zusammenhänge völlig abgeht, und der ich mich daher jetzt ausführlich widmen möchte:

Offensichtlich ist kaum jemandem aufgefallen, dass wir es hier mit dem Paradebeispiel einer „Interventionsspirale“ zu tun haben, der praktischen Bestätigung des Ölflecktheorems.

Häää? Ölflecktheorem? Interventionsspirale? Wat is dat denn?

Okay, dann wird es also mal wieder Zeit für einen kleinen Ausflug in die geheimnisvolle Welt brüllender Logik mit der Stahlfeder, Freunde!

Kurzer Exkurs dazu: Der Staat greift aus irgendeinem Grund – meistens, um eine angebliche Schieflage zu korrigieren, heute auch immer häufiger zur Nivellierung vermeintlicher „sozialer Ungerechtigkeit“, whatever this may be – mit freiheitsfeindlichen Zwangsmaßnahmen (schönfärberisch „Regulierung“ genannt, um den Anschein von dringlicher Notwendigkeit und edler Sinnhaftigkeit vorzugaukeln) in den Markt ein. Wer sich auch nur oberflächlich mit den Naturgesetzen der Ökonomie, also known as Marktmechanismen, befasst hat, weiß natürlich, dass ein staatlicher Eingriff in den Markt IMMER und GRUNDSÄTZLICH schädlich ist, weil er zu einem Ungleichgewicht, zu einer Schieflage führt, da die Schlechten belohnt und die Guten bestraft werden, denn nichts ist gerechter als der sich selbst regulierende Markt. (Daher sorgt der Staat auch so umfassend dafür, dass – wie oben erwähnt – möglichst wenige Menschen ökonomische Zusammenhänge verstehen.)

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Mit einem solchen staatlichen Eingriff wird also niemals auch nur ansatzweise ein Problem gelöst, dafür aber immer und automatisch mindestens ein neues geschaffen, das der Staat dann durch einen weiteren Eingriff auch wieder zu „lösen“ müssen meint. Wodurch dann wieder neue Probleme entstehen, die wiederum nach staatlichem Eingreifen schreien. Das löst dann eine Endlosspirale von immer neuen staatliche Eingriffen aus, mit zwei fatalen Folgen: Die Staatskrake vergrößert stetig ihre Wirkungsmacht, was naturgemäß im Interesse ihrer Protagonisten (geltungssüchtige Scharlatane namens Politiker) und Günstlinge (die sie umgebenden opportunistischen Abstauber) liegt, während es am Markt zu immer fataleren Schieflagen kommt, an deren Ende oft sogar – ähnlich der Resonanzkatastrophe in der Physik, wenn z. B. Soldaten im Gleichschritt über eine Brücke marschieren, die dann einstürzt, oder man ein Glas durch Beschallung mit seiner Eigenfrequenz zum Bersten bringt – der (gerne auch mal totale) Zusammenbruch steht.

Der letztendlich Leidtragende ist selbstverständlich mal wieder der Verbraucher, also der Konsument, der Bürger, der Untertan – sprich: wir alle! Da dieser – aus oben erwähnter Unkenntnis grundlegender ökonomischer Zusammenhänge – von diesem Mechanismus jedoch nichts weiß und er ihn folglich auch nicht erkennt, kann die Regierung ihm nun im Staatsfernsehen weismachen, der gierige Kapitalismus sei schuld und die Regierung werde ihre Steuersklaven auch fortan vor diesem ausbeuterischen Ungetüm durch effektive Totalbevormundung fürsorglich beschützen, so dass die wahren Verantwortlichen für diesen Schlamassel nicht nur völlig ungeschoren davonkommen, sondern sogar dankbar wiedergewählt werden. Demokratie im Doppelpack mit Ökonomielegasthenie ist halt eine explosive Mischung …

Ende des Exkurses – lange Rede, kurzer Sinn: Der Auslöser der jüngst entschiedenen Subvention der Zeitungszustellung war die epochale Fehlentscheidung der Festlegung eines flächendeckenden Mindestlohns.

„Mindestlohn“ klingt natürlich ganz toll in den Ohren von gutmeinenden Ökonomielegasthenikern, so schön nach Mitgefühl und Menschenwürde, ist aber kompletter Schwachsinn, denn er hat ausschließlich negative Auswirkungen, und zwar gleich aus ganz vielen Gründen, aber das würde hier zu weit führen.

Schon bei der Einführung des Mindestlohns war klar, dass dieser die Zeitungszustellung quasi verunmöglichen würde, denn die Produktivität eines Zeitungszustellers liegt deutlich unterhalb des Mindestlohns, das heißt, er kostet seinen Arbeitgeber mehr, als er an Umsatz einbringt, von den Lohnneben- und umzulegenden Gemeinkosten ganz zu schweigen. Jetzt kriegen einige vielleicht Schnappatmung, aber diese Behauptung ist nicht menschenverachtend oder diskriminierend von mir, sondern fußt völlig wertfrei auf der höheren Mathematik der ersten zwei Grundschuljahre, sprich: den vier Grundrechenarten. Ja, ich weiß, für viele leider ein Buch mit sieben Siegeln …

Mal kurz vorgerechnet am mir bekannten Beispiel des Kölner Stadtanzeigers: Die Printausgabe kostet am Kiosk 1,60 Euro, für die Zustellung in den Hausbriefkasten zahlt der Abonnent monatlich einen Aufpreis von 1,80 Euro, das sind rund 5 Cent pro Tag. Ein Zeitungsausträger, der den damals eingeführten Mindestlohn von 8,50 Euro erhalten sollte, müsste also pro Stunde 170 Zeitungen (das sind knapp 3 Stück pro Minute) zustellen, nur um seine Kosten einzuspielen. Was schlicht und ergreifend unmöglich ist, außer man entwickelt im Genlabor Cyber-Zusteller, die ihren Job in Überschallgeschwindigkeit verrichten – lay back and enjoy, they call me Supersonic Paper Boy!

Die Zeitungsverlage standen damals vor der Wahl, entweder für die Zustellung mächtig draufzuzahlen, was sie dann aufgrund der knapp kalkulierten Margen zwangsweise auf den Endkunden hätten umlegen müssen, was wiederum zwangsweise etliche Leser gekostet hätte, oder aber die Zustellpreise saftig zu erhöhen, was ebenfalls etliche Leser gekostet hätte. Also die Wahl zwischen Erhängen und Erschießen. (*)

In letzter Sekunde kam den Zeitungsverlagen die rettende Idee, bei der Regierung bittere Tränen zu vergießen (böse Zungen nennen das auch „Lobbyismus“ und „Korporatismus“), woraufhin diese bereits zeitgleich mit der Einführung des Mindestlohns die erste Stufe der Interventionsspirale zündete und die Zeitungszusteller vorerst vom Mindestlohn ausnahm.

Das fanden einige Gerechtigkeitsfanatiker natürlich voll diskriminierend, denn im real existierenden Sozialismus haben gefälligst alle dasselbe zu verdienen, egal was ihre Arbeit tatsächlich wert ist, und klagten dagegen vorm Bundesarbeitsgericht. Dieses genehmigte zwar die Ausnahme aufgrund ihrer zeitlichen Begrenzung, verfügte aber, dass die Zeitungszusteller bis 2020 sukzessive den vollen Mindestlohn erhalten müssen.

Das wäre also genau jetzt. Genau jetzt stünde die Auslieferung der Printausgaben von Tageszeitung daher vor dem Aus, weil wirtschaftlich nicht tragbar, dank staatlichem Eingriff. Und genau jetzt kommt die Regierung rein zufällig mit 40 Steuermillionen Euro Subventionen um die Ecke, um die – für jeden mit drei funktionierenden Gehirnzellen absehbaren – verheerenden Folgen ihrer Scheißidee „Mindestlohn“ hintenrum wieder auszubügeln. (By the way, das Thema „Zeitungszusteller“ ist nur eine von vielen Baustellen, die die Einführung des Mindestlohns aufgemacht hat.)

Und jetzt die güldene Preisfrage für alle, die bisher gut aufgepasst haben: Wer muss nun tatsächlich die Zeche zahlen für diesen Schwachsinn?

Sollten hier Linke, die von Natur aus mit einer ausgeprägten Ökonomie- und Logikbehinderung geschlagen sind (sonst wären sie nicht links) mitlesen, werden sie sicher reflexartig antworten: „Na, das zahlt natürlich der Staat, ist doch super!“ Die Königsklasse der Resthirnverkleisterten wird noch hastig mit vor Verblödungsstolz geschwellter Brust den Nachsatz hinterherschieben: „Denn der hat schließlich gut gewirtschaftet!“

Tja, sorry, Genossen, aber so wird das nix, dafür gibt’s nur einen Trostpreis, und der ist bei mir eine Runde geheucheltes Mitleid. Setzen, sechs.

Echte Stahlfeder-Fans wissen natürlich, dass WIR ALLE das bezahlen dürfen, äh, müssen. Also zahlen es die Abonnenten von Print-Tageszeitungen durch die steuerliche Hintertür, nur dass sie es auf diese Weise – anders als bei direkten Preiserhöhungen – nicht merken. Außerdem zahlen es auch all jene, die aus guten Gründen wie Ressourcenschonung oder auch nur der Kosten wegen ein Online-Abo abgeschlossen haben. Und leider zahlen es – was extrem gruselig ist – vor allem auch all jene, die aus besonders guten Gründen diesen rotgrünversifften Haltungsjournalismus-Propagandamüll gar nicht lesen und noch viel weniger mit ihrem hart erschufteten Geld unterstützten wollen.

Und jetzt alle: Danke, Staat, super gemacht, bitte weiter so, oder noch besser: Mehr davon!

So, liebe Freunde, da Ihr nun wisst, was eine Interventionsspirale ist, könnt Ihr Euch wieder schlafen legen, damit Ihr ausgeruht zur Arbeit gehen könnt, um die nächsten kombinierten Preis- und Steuererhöhungen als Folge staatlicher Eingriffe in den Markt fleißig gegenzufinanzieren.

Wer Lust auf mehr von dem geilen Stoff hat, kriegt in den Kommentaren noch ein paar weiterführende Links zum Thema, damit bloß keiner denkt, die Stahlfeder hat sich den Quatsch nur ausgedacht – was ja gut sein könnte, so absurd wie das alles klingt, aber das Konstrukt „Staat“ ist nun mal absurd, das ist sein Kernmerkmal.

(*) Diejenigen Zeitungsvertriebe, die keine eigenen Zusteller beschäftigen, weil sie beispielsweise ein größeres ländliches Gebiet zu beliefern haben statt einer dicht besiedelten Großstadt, die man leicht in kleinere Zusteller-Reviere unterteilen kann, und folglich auf die Post oder ähnliche Dienste angewiesen waren, sahen sich plötzlich mit drastischen Preiserhöhungen konfrontiert und hatten das gleiche Problem.
Quelle

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6 Kommentare

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  • Wenn Zeitungen nicht mehr in der Lage sind, das Interesse des Konsumenten mit wahren Berichten und Analysen zu wecken, so gehören sie abgewickelt und nicht wie eine Leiche am Leben erhalten!

  • Heimlich hatte ich ja gehofft, dass mir der Briefkasten nicht mehr mit Werbezeitschriften zugemüllt wird. Die landen ohnehin sofort in dem Plastikcontainer, den der Hausmeister vorsorglich bereitstellt. Aber jetzt wird der Mist auch noch staatlich subventioniert. Denn sie wissen nicht, was sie tun.

  • Die SPD hat ein besonderes Interesse daran.
    Warum?

    https://luegenpresse2.wordpress.com/2019/10/21/medien-beteiligungen-der-spd-cdu-fdp-gruenen-die-linke-afd-presse-news/

    „Was auch immer drauf stehen mag: Drinnen steckt (fast immer) die SPD! Ca. 3.500 Medienbeteiligungen der SPD in Deutschland nachgewiesen. Damit wird massiv die öffentliche Meinung über die angeblich freien Medien in Deutschland beeinflusst.

    Kostenloser Download als PDF-Dokument von ca. 3.500 Medienbeteiligungen der SPD in Deutschland auf 412 Seiten.

  • Diese illegale Subventionierung von so genannten Redaktions- und Recherche-Netzwerken habe ich bereits in diversen Gästebüchern usw. klar benannt. Ich habe mich schon gefragt warum das keinem auffällt. 😉

  • Es ist ja noch viel schlimmer: Mindestens die halbe Medienlanfschaft ist SPD-gesteuert. Als Tichy das mal veröffentlichte, gab es gleich Kettengerassel und Drohung. Aber bei archive.org findet sich der Artiekl noch: http://archive.is/y7liM
    Folgt ma diesem Ansatz, so hat sich die Regierungkoalition gerade selbt einige Million indirekt in die Tasche gesteckt.

  • „Echte Stahlfeder-Fans wissen natürlich, dass WIR ALLE das bezahlen dürfen,…“

    Das wissen auch die Linken. Aber die Zustellerpreise sind für alle gleich. Der Umweg über die Steuer ist nicht für alle gleich, und DARUM geht es. Die bösen Reichen zahlen nämlich mehr Steuern als Geringverdienende. Darum geht es den linken Neidhammlen.

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