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Dieser Artikel aus dem Spiegel ist hier nur exemplarisch verlinkt – beinah wörtlich Gleichlautendes las man in zahlreichen „Leitmedien“. Also genau jenen, die immer lauter über schwindende Leserzahlen jammern und angesichts des drohenden Untergangs um Staatskohle betteln, weil sie sich als „systemrelevant“ ansehen.

Klar, wenn man vom Steuerzahler hart erarbeitete Subventionen abgrapschen will, muss man auch dem Beuteverteiler brav nach dem Maul reden und jeden noch so hanebüchenen Schwachsinn unters Volk bringen. Alte Journalisten-Weisheit: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing!

Natürlich kommt unter diesen Umständen niemand auf die Idee, diese Zahlen und ihr Zustandekommen mal kritisch zu hinterfragen: Wer fließt überhaupt in die Statistik mit ein, und vor allem, wer nicht? Was ist mit Ein-Euro-Jobbern, Langzeitarbeitslosen, Krankgeschriebenen, Teilnehmern von Sinnlos-Maßnahmen und Umschulungen, oder gar mit Merkels Fachkräften aus den Hightech-Eldorados Afrikas und Arabiens? Wie genau mit welchen konkreten Auswirkungen funktioniert diese ominöse „Saisonbereinigung“?

Ich sag mal so: Wenn jemand zuhause eine Million Euro in bar rumliegen hat, gleichzeitig aber bei der Bank mit zwei Millionen Euro in der Kreide steht, kann er zwar problemlos jedem sein Köfferchen mit der Cash-Million unter die Nase halten und behaupten, er sei Millionär, und man wäre durchaus geneigt, ihm aufgrund des Anscheinsbeweises Glauben zu schenken. Ist aber trotzdem kackdreist gelogen.

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Kommen wir zum absoluten Highlight des Artikels, das ist allerdings nur was für die ganz Hartgesottenen: „Vor allem die Autoindustrie als Leitbranche in Deutschland leidet derzeit unter schwierigen Weltmarktbedingungen.“

Ja, die schwierigen Weltmarktbedingungen. Weil ja der Rest des klimawandel-gebeutelten Planeten gerade vom Virus des Ökostalinismus befallen wird und nur Deutschland – wie einst bei Asterix das gallische Dorf – als letzte Enklave der Glückseligkeit knallhart den permanenten Anfeindungen der Greta-Jünger trotzt und eisern am Verbrennungsmotor festhält, um der heimischen, überlebenswichtigen Automobilindustrie den Rücken zu stärken. War doch exakt so, oder habe ich da was falsch verstanden?

Liebe Journulpen von SPIEGEL und Konsorten: Wer einen solch himmelschreienden Unfug einfach abdruckt, ohne den leisesten Hauch eines Zweifels zu verspüren und aufgrund dessen das Kerngeschäft des Journalisten zu betreiben, nämlich weiterführende Recherche, über den kann ich nur drei niederschmetternde Feststellungen treffen:

1. Er darf sich beileibe nicht wundern, wenn er von vermeintlichen Rrrääächzpopulisten mit verbalen Liebkosungen wie „Lügenpresse“, „System-Maulhuren“ oder „gleichgeschaltet“ bedacht wird.

2. Er hat das Prinzip einer freien, unabhängigen, der kritisch-distanzierten Beobachtung und Begleitung der Staatsgewalt verpflichteten Presse als „Vierte Macht im Staat“ noch nicht einmal ansatzweise verstanden und ist daher eine Schande für seine Zunft (wobei traurigerweise festzustellen bleibt, dass fast die gesamte Zunft mittlerweile zur kollektiven Schande degeneriert ist).

3. Er hätte am 20.04.1945 anlässlich Führers finalem irdischen Wiegenfest noch die frohe Kunde vom unmittelbar bevorstehenden Endsieg verbreitet, garniert mit letzten Durchhalteparolen, directly out of the bunker.

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3 Kommentare

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  • Ich hätte gerne 2 Mio Schulden und 1 Mio bat im Koffer – und das sag ich, obwohl ich keinen Cent Schulden habe und ein paar Tausend auf der Bank. Wie heißt es so schön: Wenn man 10.000 E Schulden hat, dann hat man ein Problem. Wenn man 10 Mio Schulden hat, dann hat die Bank ein Problem.
    Und zum heutigen Journalismus, das ist nichts neues:
    Swinton, John (1829-1901), ehemaliger Herausgeber der New York Times:
    „Es gibt zu dieser Zeit in der Weltgeschichte in Amerika keine solche Sache wie eine unabhängige Presse. Sie wissen das und ich weiß es. Es gibt nicht einen von Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben, und wenn Sie es würden, wissen Sie im voraus, daß sie nie im Druck erscheinen würde. Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, um meine ehrliche Ansicht aus der Zeitung, mit der ich verbunden bin, herauszuhalten. Andere von Ihnen erhalten ähnliche Vergütungen für ähnliche Dinge und jeder von Ihnen, der närrisch genug wäre, ehrliche Meinungen zu schreiben, würde sich auf der Straße wiederfinden um sich nach einer anderen Arbeit umzusehen. Wenn ich es mir erlauben würde, meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung erscheinen zu lassen, wäre ich meine Beschäftigung vor Ablauf des Tages los.
    Die Aufgabe der Journalisten ist es, die Wahrheit zu zerstören, gerade heraus zu lügen, zu verdrehen, zu verunglimpfen, vor den Füßen des Mammons zu kuschen und sein Land und seine Rasse um sein tägliches Brot zu verkaufen. Sie wissen es und ich weiß es. Was für eine Narrheit ist dieses Trinken auf eine unabhängige Presse!
    Wir sind die Werkzeuge und Vasallen reicher Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Fäden und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unser Leben sind das Eigentum anderer Männer. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“ (Vor Redakteuren im Jahre 1889. Zit. nach: Richard O. Boyer und Herbert M. Morais, Labor’s Untold Story, NY: United Electrical, Radio & Machine Workers of America, 1955/1979.)

  • Dank des Internets haben wir eine reiche Auswahl an Information aus dem In- und Ausland. Die Mainstream-Medien verlieren weiter an Bedeutung. Weshalb man das gerne regulieren würde. Z. B. mit juristisch fragwürdigen Begriffen wie Hassrede und Hetze. Das ist freilich ausbaufähig, wie auch der Volksverhetzungsparagraph. Aber mit Blick auf die Weltöffentlichkeit, die sich immer mehr über das freieste Deutschland aller Zeiten wundert, ziert man sich noch ein wenig.

    https://sciencefiles.org/2019/11/30/merkel-auch-international-als-gefahr-fur-demokratie-anerkannt/

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