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Liebe Genossin Pamela Joy Rendi Wagner!

Das ist schmerzlich: Wenige Tage vor Weihnachten haben sie noch rasch 27 Mitarbeiter an die Luft gesetzt, den sprichwörtlich blauen Brief zugestellt. Und alle fallen überraschend wie ein Wolfsrudel über Sie her, wo Sie doch nur ganz in der Tradition sozialistischer Wirtschaftspolitik, der BAWAG-, Verstaatlichten und Konsumpleiten agierten.

Ja, das ist die Sozialdemokratie: Ein jahrzehntelang erfolgreicher Weg, an dessen Rand sich die mitschreitenden Arbeitslosen nur so stapeln wie der Turm von Babel. Im sommerlichen Wahlkampf haben Sie noch ekstatisch eine Erbschaftssteuer, eine Totensteuer von 35 Prozent, gefordert. Seien Sie doch froh, dass dieser Wahnsinn nicht zur gesetzlichen Methode wurde. Bei der roten Erblast von 14 Millionen Euro möchte ich mir die Totensteuer angesichts des mittlerweile verwesenden Leibs der Sozialdemokratie gar nicht mehr ausrechnen.

Apropos Sommer: Da saßen Sie noch in St. Tropez, im Club 55 und frönten dem süßen Leben an der Côte d’Azur. Mit einer Flasche Rosé – also einem ausgewaschenen Roten – träumten Sie von der Kanzlerschaft. Ein deutscher Aphoristiker sagte einmal: „Bankrott – und keine Mittel mehr? Drum leb ich hier am Mittelmeer! Versteck mich da in einer Villa, bis zu Haus wird alles stilla!“ Zumindest sind Sie der lebende Beweis für die alte Binsenweisheit: Je größer der Konkurs, umso größer der Luxus.

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Ihr Mitpleitier und ehemaliger Bundesgeschäftsführer Thomas Prozda Drozda hat sich mit seinem Porsche bereits aus dem Staub gemacht, Ihr Tiroler Regionalfaktotum schmeißt nur mehr die Flinte – nicht ins Korn – richtig: in den Porsche. Überhaupt steigen die noblen Statussymbole innerhalb der Sozialdemokratie reziprok zu den horrenden Verlusten bei Wahlen. Das nennt sich dann wohl Frustkauf.

Aber, verehrte Pamela Joy, lassen Sie sich keine grauen Haare wachsen. Auch da stehen Sie und Ihre GenossInnen ganz in der Tradition gelebten Sozialismus‘. Gegen Ende der DDR soll die Datscha von Erich Honecker am luxuriösesten gewesen sein.

Zurück zu Österreich: Da geißeln Sie im Parlament den Postenschacher bei den Casinos und vergessen in der Hitze des parlamentarischen Gefechts, dass der größte Pfosten mit Posten ausgerechnet ein Roter war. Wer selbst im Schlachthaus sitzt, sollte halt nicht mit Schweinen werfen.

Also meine liebe Genossin Vorsitzende, bis demnächst, wenn ich Ihnen einen umfassenden Nachruf widmen darf. Dann heißt‘s nämlich: De mortuis nil nisi bene. (Über die Toten soll man nur Gutes reden.)

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3 Kommentare

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