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Zufriedenstellend sei die Versorgungslage in Kabul, berichtet Bundespolizist Andreas* (36), doch oft fehle es an einfachen Nahrungsmitteln wie Eiern, Butter oder Milch. Auch mit den Fahrzeugen gibt es Probleme, die drei gepanzerten Bundeswehr-Unimogs, die Andreas‘ Einheit schützen sollen, stehen seit drei Monaten still. „Den Soldaten fehlt es nicht an Können, sondern an Material“, so Andreas. Auf persönliche Ausrüstung wie Schutzwesten oder Stiefel warten die Polizisten teilweise wochenlang.

Stationiert ist Andreas‘ Einheit in einem Stützpunkt nahe der deutschen Botschaft in Kabul. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Ausbildung von afghanischen Polizisten. Die Kommunikation ist schwierig, trotz Dolmetscher. „Manchmal klappt’s nur mit Händen und Füßen“, sagt Andreas.

Neben der Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte werden nicht nur die von Krieg und Taliban zerstörten Dörfer wiederaufgebaut, Andreas und seine Kollegen leisten medizinische Hilfe, gehen auf Patrouillenfahrten, spüren Sprengfallen auf und kontrollieren verdächtige Personen. Auch Attentäter haben die Bundespolizisten schon ausgeschaltet.

„Am gefährlichsten ist es, wenn Politiker herkommen“, so Andreas, „dann haben wir hier die Gefahrenlage 3, die höchste in diesem Bereich“. Die Taliban würden immer wieder versuchen, Politiker durch Anschläge zu töten, wenn diese vom Flughafen abgeholt werden. „Wir sperren Straßen, suchen nach Schützen und anderen Verdächtigen“.

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„Wir riskieren hier unseren Arsch, und niemand bekommt das mit“

„Vielleicht zehn Prozent von dem, was hier passiert, kommt auch in Deutschland an“, sagt Andreas. Deswegen spricht er mit 1984 – DAS MAGAZIN, trotz der Nachrichtensperre, die sein Vorgesetzter nach jedem Einsatz erlässt. Das macht Andreas wütend. „Was hier abgeht, ist Krieg, kein Kinderspiel. Wir riskieren hier unseren Arsch, und niemand bekommt das mit“.

Wie riskant die Einsätze sind, die Andreas und seine Kameraden zu bewältigen haben, tauche kaum in den Medien auf. Nicht nur etwa 20 Zivilisten würden jeden Tag sterben, auch bei den Polizisten gibt es Verletzte. „Einer bricht sich das Bein, ein anderer sieht nicht mehr richtig, der nächste hört kaum noch etwas. Das ist doch alles scheiße!“, sagt Andreas.

Auf die Frage, was nötig wäre, um die Situation zu verbessern, hat Andreas eine klare Antwort. Mehr Leute brauche die Bundespolizei, sicherere Häuser und bessere Waffen. Vor allem aber fehle es an Psychologen. „Einige von uns sind völlig am Ende“, weiß der Bundespolizist, „jeder Tag hier könnte dein Letzter sein, einige haben Panikattacken und Schlafstörungen“.

Über Anschläge wird falsch und zu selten berichtet

Der Anschlag vom 12. November ging zwar durch die Medien, doch das geschehe nur selten, sagt Andreas. Und es wird falsch berichtet. So spricht der SPIEGEL in seinem Artikel zwar von einer Autobombe, doch nur von sieben Toten. „Wir haben dort 15 bis 20 Tote gesehen und mindestens 50 Verletzte“, so Andreas weiter, „es sah aus wie auf einem Schlachtfeld“. Ein Kiosk wurde völlig zerstört, davor lagen zwei tote Kinder, erschlagen von Steinen.

Der Attentäter habe 100 bis 150 Kilo Sprengstoff gezündet, tötete nicht nur Afghanen, auch ein Journalist und mehrere ausländische Kräfte kamen dabei ums Leben. „Die Lage hier wird immer heikler“, warnt Andreas, „die Regierung mache hier was sie will, niemand warnt uns. Wir hätten zu diesem Zeitpunkt auch vor Ort sein können“. Ständig würde von Friedensgesprächen geredet, doch helfen würde das nicht, im Gegenteil, alles wird immer schlimmer.

Warum die Berichterstattung über unsere Jungs in Afghanistan kaum stattfindet, liegt nicht nur am Mainstream, sondern auch an der Bundesregierung. Statt die Männer und Frauen zu unterstützen, die täglich ihr Leben riskieren, und sie mit dem besten Material zu versorgen, präsentiert man uns aus Afghanistan lediglich Bilder von Verteidigungsministerinnen in legerer Kleidung. Das ist nicht die Aufmerksamkeit, die unsere Einheiten verdienen.

* Name von der Redaktion geändert

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10 Kommentare

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  • Mit dem vielen Geld, das man für nicht berechtigte Migranten oder Flüchtlinge in Deutschland aufbringt, könnte man sicherlich viele Soldaten und Polizisten in Afghanistan versorgen und ganz bestimmt eine ganze Menge Fahrzeuge reparieren.

    Aber der Außenminister tönt rum, dass kein Sozialhilfeempfänger in Deutschland etwas entbehren müsste, durch die Leistungen für Migranten. So ein dummes und törichtes Geschwätz, denn nicht nur in Afghanistan wird der Geldhahn gedrosselt, in Deutschland fehlt es an guten Straßen und Brücken. Aber nein, niemand muss etwas entbehren. So ein Blödsinn aber auch.

    Deutschland hat wirklich einen saudummen Wichtigtuer als Außenminister! Aber auch eine superfähige Kriegsministerin.

  • Wieviel Kilo Heroin von den Militär-bewachten Mohnfeldern dürfen die Soldaten denn für sich behalten ?
    Im Ernst: Kein Materialnachschub und keine Sicherheitswesten etc…. das vervollständigt meinen Eindruck vom TOTALEN STAATSVERSAGEN , so auch bei der Bundeswehr. Wenn die Soldaten irgendwo hingehören , dann an die Grenzen Europas.

  • Nichts wie raus dort. Was machen deutsche Soldaten / Polizisten in dem von der US-Bush-Administration zerstörten Land eigentlich. Am Hindukusch unsere Freiheit verteidigen???
    Höchste Zeit heim zu kommen hier brauchen wir sie dringender gegen islamistische Gefährder.
    Sollen die Kriegstreiber doch selbst ihre Trümmer wegräumen und den Staat aufbauen den sie sich wünschten. Die Finger schmutzig gemacht haben sich alle Amis , Engländer , Franzosen.
    Lange genug wurden Afghanistan , der Irak und Syrien destabilisiert.
    Unsere Leute laufen wie Deppen auch überall herum und spielen verlängerte Werkbank.
    Ich würde einfach meinen Dienst quittieren , denn was ist hier der Sinn dieser Mission?

  • Dort wird geholfen und hier geht alles den Bach runter.Und für mich sieht es wirklich so aus als wenn Deutschland geschwächt werden soll um dann die Übernahme durch die Terroristen zu erleichtern.alleine die ganze Kriminalität ist einfach nur zum kotzen.

  • Lauft ihr Bullen wegen ein paar Euros mehr in Affghanistan herum?
    Dann seid ihr selber Schuld wenn der Taliban euch den Arsch aufreißt.
    Während Ali eure Schwester fickt,bewacht ihr die Mohnfelder,und Alis Schwester.
    Wie blöd muss man sein um sich für so einen Job Freiwillig zu melden?
    Ihr bräuchtet nicht dort sein.

    • Die Geister (Taliban , Islamischer Staat) die sie riefen werden sie nun nicht wieder los.
      Für mich nur ein weiterer Beweis dafür was für kranke Geister da in den Regierungen sitzen. Unfähig auch nur 1 Problem zu lösen aber ständig tausende neue erschaffen.
      Und keine Sau kümmert es.
      Was Politiker gestern schwätzten , interessiert die heute schon nicht mehr.
      Saudoof wer dafür den Hintern hin hält. Madame Merkel ist ja ständig auf Reisen und spult ihr Grinse-Pensum ab. Einfach mal die Leute heim holen kommt für die nicht in Frage.

  • Raus dort! Holt unsere Jungs in die Heimat zurück! Hier gibt es für sie genug zu tun!
    Wir werden in unserer eigenen Heimat durch sogenannte „Flüchtlinge“ überrannt und deutsche Männer sollen dort ihren Kopf hinhalten? – Wofür? -Warum?

    Der Name des Gebirges „Hindukusch“ bedeutet übrigens (in etwa) „Hindus töten“! Man könnte es auch damit übersetzen: „Ungläubige (was ja die Hindus für die Musels sind) töten!“

    Vielleicht wird man den Alpen, dem Schwarzwald oder dem Erzgebirge (usw.) bald auch neue Namen verpassen …

  • Warum es für Deutschland extrem wichtig ist, aus allen Ländern sein Militär abzuziehen, beschreibt folgende Überlegung, die im Netz kursiert. Ob sie stimmt, kann ich nicht sagen, sie klingt aber plausibel:

    Sollte Deutschland tatsächlich seine volle Souveränität zurückerlangen, beispielsweise durch Friedensverträge mit den ehemaligen Siegermächten und Kriegsgegnern (außer Russland, weil schon erledigt), befände sich Deutschland automatisch im Kriegszustand mit den Ländern, wo jetzt sein Militär steht, also von Afghanistan bis Mali.

    Solange Deutschland noch unter der Feindstaatenklausel der UNO steht und als Satellitenstaat der USA gilt, kann es selbst keine Kriege führen, außer natürlich gegen das eigene Volk.

    Die Verstrickung der Bundeswehr in beinahe schon Jahrzehnte langen, meist völlig ineffektiven und unnötigen Auslandseinsätzen, könnte auch ein weiteres, bewußtes Hindernis auf dem Weg zur deutschen Souveränität darstellen.

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