Werbung:

Mike Mohring irrt umher. Gespräche mit Ministerpräsident Bodo Ramelow (63, DIE LINKE) will er führen, eine Zusammenarbeit lehnt er jedoch ab, ebenso eine Annäherung an die AfD, obwohl das zumindest Teile seiner Fraktion inzwischen offen fordern. Selbst der Vorstoß des Wahlsiegers AfD, eine Minderheitsregierung aus CDU und FDP zu tolerieren, kommt für Mohring nicht infrage.

Dabei ist das Angebot des thüringischen AfD-Chefs Björn Höcke (47) besser als es auf den ersten Blick erscheint. Würde die Tolerierung durch die AfD nach ein paar Monaten scheitern, und käme es zu Neuwahlen; Mohring könnte den Wahlkampf aus der Staatskanzlei heraus führen. Ein oftmals entscheidender Vorteil, den nicht nur Bodo Ramelow zu nutzen wusste.

Doch Mohring, aufgerieben zwischen den konservativen Kräften der Thüringen-CDU und einem tobenden CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak (34) in Berlin, lässt vermissen, was einen guten Landesvater ausmacht: Führungsqualitäten.

Mehr zum Thema auf 1984 – DAS MAGAZIN

Dass Mohring sogar erwägt, eine Koalition aus den Wahlverlierern CDU, SPD, GRÜNE und FDP zu schmieden und dabei zu hoffen, DIE LINKE würde so eine Minderheitsregierung  tolerieren, ist nicht nur ein Affront gegen die Wähler in Thüringen, es ist ein Einknicken vor dem Mainstream und der CDU-Führung in Berlin. Abgesehen davon, dass sich DIE LINKE als einer der beiden Wahlsieger auf diese Art sicher kaum aus der Staatskanzlei vertreiben ließe.

Die AfD zum Partner zu machen – zumindest in einer schwarz-gelben Minderheitsregierung – wäre Mohrings Chance, die CDU neu zu positionieren und seine eigene Stellung zu stärken. Schaden kann er der Union damit wohl kaum, sämtliche Wahlen seit Merkels Abgang gingen krachend verloren.

Dass es bei der nächsten Bundestagswahl besser laufen wird für die CDU, ist zweifelhaft, selbst wenn die Große Koalition in Berlin wider erwartend bis 2021 durchhalten würde. Und spätestens dann wird sich die Frage stellen, ob Deutschland weiter in Richtung Ökosozialismus treibt oder den Weg zurück zur konservativen Vernunft findet. Letzteres ginge dann nur mit einer vermutlich noch stärkeren AfD.

Loading...

9 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • Hahahahaa, Mohring ist ein Getriebener der Berliner Spitze. Eines ist klar, sollte es Neuwahlen geben, so wird die Linke wesentlich schlechter abschneiden, denn Ramelow wird nicht mehr ziehen und die AfD weiter zulegen, dann geht gar nichts mehr ohne AfD und das ist das Ende der GROKO in Berlin

  • Mohring beweist mit seinem Verhalten nicht nur Führungsschwäche, sondern vor allen Dingen kein Rückgrat zu haben.
    Ihm fehlt auch der politische Instinkt, den einzigen greifbaren Ausweg zu erkennen. In jeder noch so schlimmen Niederlage kann auch eine gute Chance liegen.

    Doch diese Chance verweigert Mohring sich selbst, der CDU Thüringen und der Bundespartei, die auch ein Ende der fortwährenden Erosionen an der Parteibasis verspricht.
    Dieses mutlose, fast blinde Agieren, stets in der Hoffnung, irgendeinen Ausweg aus dieser verfahrenen Situation für sich und die CDU zufällig zu ertasten, wird ihm nichts nützen und macht die Hilflosigkeit dieses offenbar überforderten Spitzenkandidaten der CDU in Thüringen nur noch deutlicher. Er sollte besser seinen Platz räumen und diesen einem fähigeren und entschlosseneren Parteikollegen überlassen, der außerdem auch der Kanzlerin Merkel die Stirn bieten kann.

    Mohring könnte diesen Rücktritt guten Gewissens vornehmen, da er im Grunde genommen bei der Landtagswahl abgewählt wurde.

    Der Vorschlag von Björn Höcke (AfD) wäre nicht nur für die AfD ein Gewinn, sondern gerade für die CDU. Die CDU müsste mit der FDP nur willens sein, sich wieder der bürgerlichen Mitte zuwenden zu wollen, gegen die desaströse, ökolinksextremistische Politik von Frau Merkel und gegen ihre parteiinterne Seilschaften.

    Dieser geniale Lösungsvorschlag von Herrn Höcke könnte im Übrigen den in der CDU verbliebenen konservativen Kräften einen neuen, die Partei heilenden Schub verleihen.

    Die linken Parteien könnten so in Thüringen endgültig ausgebremst werden. Allein dieses bürgerliche Signal hätte ganz sicher weitreichende, bundespolitisch starke Auswirkungen.

  • Dieser ganze Pipikram nervt.
    Nach monatelanger Verhandlung kann,eventuell,Bullshit.
    Es sollte nur eine Woche zur Verfügung stehen.Ist bis dahin nichts passiert,Neuwahlen.
    Und zwar so lange wählen lassen bis daß Ergebnis den Regierenden passt.
    Oder die Wähler die Schnauze voll haben,und nicht mehr zur Wahl gehen.

  • Hat Höcke jetzt den Verstand verloren ? Wie kommt die AfD dazu die Altparteien zu stützen ? Wenn es zu irgend einer wie auch immer gearteten Zusammenarbeit oder gar Koalition mit einer Altpartei auch der Union kommt bin ich weg! Ersetzen ist das Ziel alles sonst ist weiter so.

  • Wenn Höcke regiert und um Thüringen eine Mauer baut, möchte ich sofort in diese Schutzzone rübermachen. Das ist billiger, als Erdogans 3 Millionen Truppe aufzunehmen und durchzufüttern.

  • Mohring sollte sich nicht auf das tote Pferd „CDU kann nicht mit AFD“ setzen, die Chance eine Minderheitsregierung anzuführen ist die einmalige Chance der CDU einen Ausweg aus dem Untergang mit Merkel und AKK zu entwickeln. Seine Niebelungentreue zu den alten, verbrauchten, korrupten CDU Kräften wird Ihn am Ende aller Chancen berauben, Deutschland braucht jetzt mutige Männer und Frauen die wissen das nur Rechtstaatlichkeit uns aus dem Sumpf des Unrechts herausholen. Wenn er sich für diesen Weg entscheidet ist Merkel Geschichte und davor scheinen irgendwie alle Angst zu haben 17 in seiner Fraktion wissen das scheinbar schon länger und sind bedeutend mutiger wohlgemerkt 17 von 22.

1984 abonnieren

Gib Deine e-Post-Adresse an, um 1984 zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge zu erhalten.

Folge 1984 auf Telegram

Folgt uns auf Twitter

Das zensurfreie Soziale Netzwerk auf 1984Schon registriert? Nein? Dann wird's aber Zeit!
Zum Sozialen Netzwerk
Du willst nichts mehr verpassen?Dann folge uns auf Telegram!
Zum Telegram-Kanal
Du benutzt leider einen Werbeblocker!Das tut uns leid.

1984 – Das Magazin finanziert sich ausschließlich aus eigenen Mitteln, dem 1984 – Unterstützerklub und einmaligen Unterstützern

Deshalb sind wir auf die Schaltung von Werbeanzeigen angewiesen, um Dich weiterhin an sieben Tagen die Woche zu informieren.

Bitte schalte daher Deinen Werbeblocker ab, wenn Du unsere Seite besuchst und unterstütze uns damit bei unserer Arbeit. Wir versprechen Dir auch, keine wild blinkenden Banner zu schalten.

Vielen Dank!

Deine 1984er Mannschaft