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„Ja, darf man das überhaupt noch sagen?“, wird so manche flüsternd gehaltene politische Diskussion zwischen Bürgern in unseren Breiten häufig eingeleitet. Zu oft vernimmt man in letzter Zeit diese Frage von Menschen, die man landläufig durchaus in der breiten Mitte unserer Gesellschaft verorten kann.
Dieser Zweifel über die Sagbarkeit von Lebensumständen und gesellschaftlichen Entwicklungen steht doch gleichsam für einen neuen Puritanismus, der sich zugunsten einer aufoktroyierten, politischen Korrektheit schleichend entwickelt hat. Die Meinungsfreiheit als höchstes Gut demokratisch gesinnter Menschen, geopfert zugunsten einer neuen pervertierten Sprachform, die zwanghaft behübscht und beschönigt, als sich real und faktenbasiert darstellt.

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Die Wahrheit wird dadurch bis zur Unkenntlichkeit entstellt, es entsteht eine neue, bequeme, eine anspruchslose „Wahrhaftigkeit“ unkritischer Menschen abseits des Realen. Wortschwere Kritiker dieser Entwicklung werden mit althergebrachten Methoden getilgt, handstreichartig neutralisiert. Als probates Mittel erster Wahl zeigt sich dabei immer wieder die zwangsweise Exilierung politischer Diskutanten an die radikalen Ränder der Gesellschaft. Beispiele gefällig? Kritik an der hysterischen Inszenierung der Klimabewegten und ihrer fehlenden Lösungsvorschläge. Richtig, das ist reaktionär! Kritik an einer zügellosen Zuwanderungspolitik und der damit einhergehenden Konflikte und Spannungen wird im ersten Reflex als „rechtsextrem“ (un-)elegant schubladisiert.

Wer den Wegfall von demokratischem Recht und dessen Ordnung anprangert, wird als autoritär qualifiziert. Ja es stimmt, der politische Kompass wurde zulasten der öffentlichen Meinung über die Köpfe der Betroffenen hinweg verschoben. Und wer sich dieser neuen Wahrheit nicht beugt, wird mit dem Shitstorm des künstlichen Mainstreams, der sogenannten veröffentlichten Meinung, bedacht.

Das trifft Konservative wie Liberale übrigens gleichermaßen. Marie von Ebner-Eschenbach drückte diesen Drang zur autoritären Bestimmung einer eigenen Wahrheit abseits der Meinungsfreiheit bereits vor Jahrhunderten aus: „Wir suchen die Wahrheit, finden wollen wir sie aber nur dort, wo es uns beliebt.“ Gerade eine sich immer weiter entwickelnde Demokratie braucht den kritischen und heftigen Widerspruch wie die Luft zum Atmen, benötigt die laute Vielstimmigkeit einer Gesellschaft, sehnt sich nach einer Wahrhaftigkeit der Sprache.

Faschistoide Gesellschaften zeichnet übrigens genau das Gegenteil aus: Das Diktat der Meinung einer Minderheit über die Mehrheit. Daher: Ja! Man darf das noch sagen! Nur Mut, denn die Meinungsfreiheit ist unser höchstes Gut!
Gerald Grosz

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