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Ahmet Toprak wurde von 49 Jahren in der Türkei geboren. Dort ging er auf die Grundschule, wanderte mit seinen Eltern aus und besuchte eine Hauptschule in Köln. Weder seine Eltern, noch seine Lehrer trauten ihm zu, das Abitur zu schaffen. Doch er zeigte es ihnen. Heute ist Toprak Professor für Erziehungswissenschaften an der Fachhochschule Dortmund.
Seit 2001 veröffentlicht er Bücher über die interkulturellen Konflikte muslimischer Jugendlicher. Sein neues Buch heißt „Muslimisch, männlich, desintegriert“. Darüber sprach er Ahmet Toprak mit gmx.de.
Ein paar Auszüge… 

Was war Ihre Motivation für dieses Buch?

Professor Ahmet Toprak: Ich wollte eine Bestandsaufnahme liefern, warum die türkeistämmigen beziehungsweise muslimischen Jungen in unserer Gesellschaft weniger integriert sind und woher der neue Dreiklang „muslimisch, männlich, aus der Großstadt“ kommt.

Warum scheitert die Integration der männlichen Muslime so häufig?

Den Söhnen wird in ihrer Entwicklung alles abgenommen, sie müssen sich nicht am Haushalt oder sonstigen Aufgaben beteiligen, sie bekommen bei Fehlverhalten auch keine oder kaum Konsequenzen zu spüren. Die Mutter erzieht den Sohn nicht nur zu einem Macho, sondern auch zu einem unselbstständigen und abhängigen Individuum.

Sie sagen, vielen Eltern ist die religiöse Erziehung in den Koranschulen wichtiger als die schulische Bildung. Warum?

Die Eltern wollen beides: Die Kinder sollen eine gute Bildung bekommen und religiös sein. Die Ansprüche sind sehr hoch, denen kann man nicht gerecht werden. Dazu kommt, dass die Eltern nicht wissen, wie das deutsche Schulsystem funktioniert. Die Verantwortung wird an die Schule abgegeben. Die soll dafür sorgen, dass das Kind Anwalt, Arzt oder sonst etwas wird. Diese Vorstellung ist immer noch, auch in der dritten Generation, in vielen Milieus weit verbreitet. Die Eltern ziehen sich zurück, weil sie sich inkompetent fühlen. Auf der anderen Seite verstehen sie aber, wie der Koranunterricht funktioniert, das kennen sie aus ihrer eigenen Tradition. Deshalb sieht es so aus, als würden sie dem mehr Wert beimessen.

Sie sagen, Gewalt in der Erziehung, physisch oder psychisch, sei in vielen türkeistämmigen Familien noch ganz normal. Warum?

Eine Ohrfeige gilt noch gar nicht als Gewalt, sondern als eine Art Ermahnung. In konservativen, bildungsbenachteiligten Milieus gehört sie dazu. Denn – und das ist das Groteske – man meint, man würde dem Kind damit etwas Gutes tun und es vor Gefahren bewahren. Das ist das Hauptproblem: Es herrscht kein Unrechtsbewusstsein. Auch in deutschen Familien kommt es zu Gewaltanwendung, aber dort ist meistens das Bewusstsein vorhanden, dass das etwas Falsches ist.

Wie lässt sich dieser Zustand abschaffen?

Man muss an diesem Bewusstsein arbeiten, dass auch eine einfache Ohrfeige, Beschimpfungen oder Beleidigungen Kinder schädigen und sie gefährden. Dafür gibt es kein Patentrezept, das geht nur über Aufklärung.

Sie fordern in der Schule Mut zu mehr Konfrontation im Umgang mit den Jugendlichen. Was meinen Sie damit?

Konfrontation heißt übersetzt „Ich interessiere mich für dich“. Damit meine ich, dass man das Kind mit seinem Fehlverhalten konfrontiert: Du bist dafür selbst verantwortlich, nicht die bösen Deutschen, nicht die bösen Türken, nicht die böse Lehrerin, sondern nur du allein. Das passiert in der Schule viel zu selten. Man muss gegenüber den Jugendlichen klar und deutlich Regeln formulieren. Und gleichzeitig transparent und nicht willkürlich Konsequenzen aufzeigen, was passiert, wenn nicht auf die Regeln geachtet wird. Das kommt gut bei türkeistämmigen oder arabischen Jugendlichen an, weil das in deren Elternhäusern häufig nicht getan wird. Dort herrscht keine Transparenz, sondern Unklarheit über das, was man darf und was nicht.

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3 Kommentare

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  • Die Eltern wollen beides: Die Kinder sollen eine gute Bildung bekommen und religiös sein. Die Ansprüche sind sehr hoch, denen kann man nicht gerecht werden.
    ———

    Hier erzählt uns Herr Toprak mal wieder ‚einen vom Pferd‘!

    Der Islam und seine Anhänger, die Allahisten, sind total bildungsfeindlich, denn ‚alle Weisheit steht im Koran‘

    Aus internationalen Zeitschriften: Arabische Länder geben heute genauso viel für Bildung aus wie der weltweite Durchschnitt. Aber der Nachwuchs betreibt mehrheitlich Islamstudien

    The Economist, 16. Oktober – Neue Studien belegen, berichtet der Economist, dass das größte Entwicklungshemmnis für arabische Staaten in ihren in vieler Hinsicht unzureichenden Erziehungssystemen liegt. Das gilt nicht nur für Länder wie Saudi-Arabien, sondern exemplarisch auch für Ägypten: „Ein Viertel der Studenten des Königreichs widmet den größeren Teil seine Ausbildung Islamstudien – mehr als dem Ingenieurswesen, der Medizin und den Naturwissenschaften zusammengenommen. Und trotz Lehrplanänderungen in Saudi-Arabien bleibt das Religionsstudium von der Grundschule bis zur Universität obligatorisch … Arabische Länder geben heute genauso viel oder mehr als der weltweite Durchschnitt für Erziehung aus. Sie haben große Fortschritte darin gemacht, das Analphabetentum zu beseitigen, die Studierendenzahlen zu erhöhen und die Kluft zwischen den Geschlechtern in Bildungsfragen zu schließen. Und doch bleiben die Unterschiede in der Qualität der Bildung zwischen Arabern und Bewohnern anderer Länder auf einem vergleichbaren Entwicklungsniveau erschreckend.“

    http://www.welt.de/die-welt/kultur/article4905516/Dem-Islam-fehlen-Naturwissenschaftler-und-Ingenieure.html

    Und da ist noch etwas, worüber hierzulande ‚political correct‘ nicht gesprochen werden darf: Der erschreckend niedrige Durchschnitts IQ von Merkels ‚Goldstücken'“, die uns ‚die Zukunft sichern sollen‘.

    Hier einige Beispiele:
    Saudi Arabien: 81; Marokko 82; Syrien 82; Algerien 82; Pakistan 82; Ägypten 83; Iran 84; Albanien 84; Indonesien 84 usw.

    Aus einem Ackergaul kann man eben kein Rennpferd machen!

    Kleiner Hinweis am Rande: Die Bio-Deutschen mit einem Durchschnitts IQ von 107 sind die intelligentesten Menschen Europas und liegen damit eine Nasenbreite vor den Niederländern (107) und den Polen (106).
    Quelle: Studie Prof. Lynn von der Universität Ulster

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