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Die „Casting-Shows“ der SPD-Kandidatenpärchen für den Parteivorsitz hat sich Heinz Buschkowsky nicht angetan, empfindet sie als unwürdig „für eine Bewegung, wie die SPD sie darstellt“. Das Erbe, das August Bebel, Friedrich Ebert oder Philipp Scheidemann hinterließen, „wird mit dem Motto‚ ‚wer hat noch nicht, wer will noch mal‘ zum Klamauk“, so Buschkowsky.

Gewählt habe er das Duo Petra Köpping und Boris Pistorius. „Die schienen mir die einzigen zu sein, die noch mit den Füßen auf der Erde stehen. Genau deswegen glaube ich aber nicht, dass die beiden chancenreich sind. Sie nehmen das Thema innere Sicherheit ernst und gelten wohl daher als ‚zu rechts‘.“

Damit wird Buschkowsky Recht behalten. Auch weil Ralf „Pöbel-Ralle“ Stegner wohl tatsächlich Chancen hat, die SPD gemeinsam mit Gesine Schwan in die Bedeutungslosigkeit zu führen.

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„Gerechtigkeit heißt nicht, an alle Geld zu verschenken“

Soziale Gerechtigkeit sei noch immer ein Thema, so Buschkowsky weiter, „aber das Verständnis davon, was soziale Gerechtigkeit tatsächlich meint, führt mitunter auch zur Verramschung des Begriffs“. Außerdem heiße soziale Gerechtigkeit nicht, „an alle Geld zu verschenken“. Vielmehr gehe es darum, für jeden möglichst die gleichen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Die heutigen Sitzungen der Ortsverbände vergleicht Buschkowsky, der vor 46 Jahren in die SPD eintrat, als akademische Seminarübungen. „Gender ist so ein Thema. Oder immer wiederkehrende Klagelieder von der Benachteiligung sexueller Individualisten. Auch Grundsatzdiskussionen zur Überwindung des Kapitalismus werden immer wieder gerne genommen.“

Damit trifft Buschkowsky den Kern der heutigen politischen Auseinandersetzung. Wirkliche Probleme, wie der Angriffskrieg der Türkei gegen die Kurden in Nord-Syrien gehen „bei der Frage, ob wir uns noch wagen dürfen, eine Bratwurst zu grillen oder mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, völlig unter.“

Es sei eben nicht mehr cool, sich selbst um sein Leben zu kümmern. „Chic ist, der Staat hat sich zu kümmern. Um meine Bildung, meinen Job, eine Wohnung und eben auch die Rente. Ein völlig verqueres Weltbild.“

Honecker und Krenz bekommen Berlin auf dem Silbertablett serviert

Der SPD prognostiziert Buschkowsky den Absturz in die Bedeutungslosigkeit. Bei der Landtagswahl 2021 rechnet der Berliner mit einem Sieg der CDU vor GRÜNEN und LINKEN. Die SPD werde weiter mitregieren, nur nicht den Bürgermeister stellen. „So kriegen Erich und Egon die Stadt doch noch auf dem Silbertablett. Herr Müller weiß das längst und kuschelt schon mit dem Gedanken, im Bundestag unterzuschlupfen. Für alle diese Gedanken muss man nicht als Seher geboren sein.“

Die SPD darf einem nicht leidtun, sie ist für ihren Untergang selbst verantwortlich. Heinz Buschkowsky, der sich über Jahrzehnte für seine Partei aufgerieben hat, hingegen schon.

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