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Geschichten von Menschen, die ihr Talent verschleudern, gehören zu den tragischsten im Buch der Schicksale. Berkant Göktan war gerade mal 17 Jahre alt, als ihn der damalige Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld in der Champions League einsetzte. Das war 1997. Es hieß, er wäre ein Jahrhunderttalent, einer Weltkarriere stand nichts mehr im Wege. Doch manchmal stehen sich Menschen selbst im Wege. Meist die zarten, die dem Druck nicht standhalten können.

„Dummheit und Gier haben mich damals zerstört“

Weil es beim FC Bayern nicht hinhaute, nur zwei Spiele in drei Jahren, wurde Göktan erst verliehen, dann verkauft. Doch auch bei Gladbach, Bielefeld, Galatasaray & Beşiktaş Istanbul konnte er sich nicht durchsetzen. Göktan hatte seine Karriere fast schon aufgegeben, doch er bekam noch eine allerletzte Chance – und nutzte sie. 2006 engagierte ihn TSV 1860 München vom Bolzplatz weg. Bei dem damaligen Zweitligisten konnte der Dribbelkünstler endlich zeigen, was er drauf hat, schoss 20 Tore in 37 Spielen.
Doch da war er im Grunde bereits am Ende.

Alkohol bestimmte nun sein Leben. So sehr, dass seine Mannschaftskameraden das Teufelsgebräu riechen konnten, wenn Göktan mit ihnen trainierte. Und dann kam auch noch Kokain dazu. 2008 mussten ihn die Sechziger deshalb feuern. Nicht ohne dem Ausnahmetalent ein Hintertürchen offen zu lassen, sein Vertrag ruhte. Göktan hätte nur eine Therapie machen brauchen, dann wieder einsteigen können. Doch er setzte sich lieber nach Thailand ab. Und das war’s dann mit dem Traum von der Weltkarriere.
„Dummheit und Gier haben mich damals zerstört“, sagt er heute.

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Herz und Seele wieder heile

Im Sport1-Interview (siehe Video oben) legte Göktan eine Art Lebensbeichte ab. Er hat seine Sucht besiegt, was vielleicht der größte Kampf seines Lebens war. Auch seinem Herzen und seiner Seele geht es wieder gut: Göktan ist inzwischen verheiratet und hat, wie er sagt, „zwei wunderschöne Kinder.“
Alles wieder gut also im Leben des Berkant Göktan? Nicht ganz. Das viele Geld, alles weg. Frei nach dem Motto des englischen Kult-Kickers George Best „Ich habe viel Geld für Alkohol, Frauen und schnelle Autos ausgegeben, den Rest habe ich einfach verprasst“ hat er heute „496 Euro Saldo auf dem Konto“.

Göktans Geschichte hat nicht nur viele Fußballfans berührt. Auch Günther Gorenzel zeigt sich bewegt, der AZ sagte der Sport-Geschäftsführer vom TSV 1860 : „Ich finde es bemerkenswert, dass Berkant sein Fehlverhalten nach mehr als zehn Jahren nicht nur einsieht, sondern sich auch offiziell beim TSV 1860 mit seinen Fans, den damaligen Mitspielern und Verantwortlichen entschuldigt. Die Geste spricht für sein großes Herz.“

Doch noch ein glückliches Ende?

Deshalb möchte Gorenzel seinem früheren Spieler helfen: „Er soll wissen, dass die Türe von 1860 – und die meine – immer offen ist. Sei es nur zu einem Gespräch oder sollte Berkant das Gefühl haben, dass wir ihm in welcher Form auch immer helfen können.“
Vielleicht als Jugendtrainer.
„Ich denke, dass seine Lebensgeschichte auch sehr lehrreich für viele junge Talente sein kann, ihr Talent nicht zu vergeuden“, sagt Gorenzel.
Weiß Gott, ja, Mann!

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