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Wir Deutsche fremdeln mit der Demokratie. Nicht dass wir sie nicht wollen, nein, das ist es nicht. Einige von uns sind nur der Überzeugung, dass zum Erhalt der Demokratie die Freiheit des Einzelnen ruhig etwas eingeschränkt werden könne – bis er denn eines Besseren belehrt ist, sich dem Duktus der Mehrheit untergeordnet hat.

Das gilt zum einen für den Staat, vor dem wir noch immer ausreichend Ehrfurcht empfinden, obwohl doch gerade wir Deutsche skeptisch sein sollten, nach all den Erfahrungen mit roten und braunen Sozialisten. Der ausbleibende Aufschrei bei den Plänen von Justizministerin Christine Lambrecht (54, SPD), das NetzDG nochmals zu verschärfen, ist dafür nur ein Beispiel.

Zum anderen gilt das für den Moral-Populismus, für den wir Deutsche eine besondere Anfälligkeit entwickelt haben. Nahezu bedingungslos folgen wir denen, die uns die SUVs madig machen oder das medium rare gegrillte Tenderloin Steak vom australischen Bullen.

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Die Moral-Populisten wissen das. Sie wissen auch, dass wir jede Kröte schlucken werden, um nicht im Zweifel als Nazi dazustehen. Nazi sein, das wollen wir nicht.

Die Meinung darüber, was ein Nazi ist, hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Als ich begann, mich mit Politik auseinanderzusetzen, war ziemlich klar definiert, was ein Nazi ist. Bomberjacke, Springerstiefel, weiße Schnürsenkel, kurze Haare, geringer Intellekt.

Meine Heimatstadt Bielefeld war bis zur Wende die Hochburg der Neonazis. Die Bleichstraße wurde gemieden, manchmal trat dort Michael Kühnen auf von der Aktionsfront Nationaler Sozialisten. Kühnen war homosexuell, was in der Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei FAP zu einem erheblichen Richtungsstreit und schlussendlich zur Spaltung führte. Michael Kühnen starb 1995 an AIDS, die FAP wurde im selben Jahr verboten.

Zum großen Teil waren die Neonazis also vor allem Sozialisten, nur eben mit fremdenfeindlicher und nationaler Gesinnung. Bis heute der einzige Unterschied zwischen braunen und roten Sozialisten. Die roten Sozialisten feierten Mao und Che, die braunen Hess und Hitler. Personenkult ist eben eines der Merkmale sozialistischer Weltanschauungen.

Die Moral-Populisten wissen auch das. Sie haben Greta Thunberg.

Während der braune Sozialismus zu Recht geächtet wird, wird der rote idealisiert. Luisa Neubauer, Studentenführerin der Schulschwänzer-Bewegung „Fridays For Future“, wünscht sich eine „Klima-Kulturrevolution“, und Schlepperkapitänin Carola Rackete versteht sich als „Wachstumskritikerin“, die gerne das System ändern würde. So wie Bo Thorén und seine linksextremistische „Extinction Rebellion“, die von Rackete unterstützt werden. Bo Thorén hat auch Greta und den Klimastreik erfunden.

Werner Graf, Landesvorsitzender der GRÜNEN in Berlin, freut sich über die Sachbeschädigung an einem BMW X6 während einer Demo von „Fridays For Future“, Mario Sixtus sieht die Notwendigkeit, gewalttätig zu werden, und das Engelbert-Kämpfer-Gymnasium in Lemgo möchte seine Schüler zur Freitagsdemo zwangsverpflichten. Wer da nicht mitmacht, muss Aufsätze über die Reden von Greta schreiben.

Die Nazis sind nicht verschwunden. Sie sind mehr geworden, und sie heißen auch nicht mehr Neonazis. Vielleicht liegt das daran, dass sich die Begrifflichkeit geändert hat. Um ein Nazi zu sein, muss man nicht mehr Juden hassen, Adolf Hitler verehren oder den Geburtstag von Rudolf Hess mit einem Fackelumzug feiern. Es reicht, Zweifel zu haben. Zweifel am „menschengemachten“ Klimawandel, Zweifel an der Migrationspolitik, Zweifel an der Integrität der Gottkanzlerin. Man muss auch nicht mehr die NSDAP-AO unterstützen oder die NPD wählen.

Es reicht, SUV zu fahren und sich ein Steak schmecken zu lassen.

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3 Kommentare

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  • Die Einheit Feier ist eine Feier der Heuchler. Keiner von diesen Lackaffen ist Patriot
    Einigkeit und Recht und Freiheit wurde gestürzt Freunde ! Sie sind nach Kiel geflüchtet !

  • Wir fremdeln nicht mit der Demokratie. Ich jedenfalls nicht, also auch nicht wir. Und Demokratie allein ist ohnehin schon ein Problem. Demokratie muß flankiert werden durch Rechsstaat und Marktwirtschaft. Ohne diese gibt es nur, was Jacob Talmon die „totalitäre Demokratie“ genannt und von der „liberalen Demokratie“ unterschieden hat. Dieser wichtige Unterschied wird heute sowohl von Linken als auch von Rechten meist ignoriert, wenn von Demokratie die Rede ist.

  • „Es reicht, SUV zu fahren und sich ein Steak schmecken zu lassen.“
    Und ein Windrad nicht neben der Haustüre stehen haben zu wollen.

    Hier generiert sich Widerstand automatisch. D.h., da soll bitte nicht nachgelassen werden von grüner Seite. Dann gibt es nämlich viel wirkungsvollere Opposition. Die von den Normis.

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