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Wir wissen nun, dass Sebastian Kurz als Wohnsitzzwitter gleichzeitig aus Meidling und dem Waldviertel stammt, des jungen Altkanzlers Taft-Haarhelm 600 Euro wert ist, Pamela Joy ihre Schwimmflügerln nicht nur in Jesolo sondern auch im Champagnerbad von St. Tropez aufbläst, das Kanzleramt seine Festplatten extern schreddert und zechprellerisch schlichtweg nicht bezahlt, die meisten Parteien die Heidi-Horten-Spenden am Rechnungshof vorbeischleusten und in Wahrheit bereits pleite sind, der Austro-Oligarch Hans-Peter Haselsteiner seine pinken Marionetten vor dem Untergang rettete, die grünen Moralaposteln vom Komposthaufen der Politgeschichte herabgestiegen direkt im Korruptionssumpf des rot/grünen Wien versinken, 11 Jahre nach Jörg Haiders Tod noch immer seine Plakatsprüche kopiert werden und der blaue Norbert Hofer von Fieberträumen gebeutelt war.

Und für diese spektakulären Erkenntnisse wurde Österreich exakt 4 Monate in die Zwangspause geschickt, von einer beamteten Siebenschläferregierung verwaltet, mit Stillstand überzogen, Millionen Euro für einen sinn-, phantasie- und nutzlosen, inhaltsleeren Wahlkampf verheizt. Seit Wochen warten an jedem Hauseck besessene Wahlkämpfer auf die unschuldigen Opfer ihrer Plattitüden, an jeder Kreuzung verstellen aufgeblasene Egowände die Sicht. Und am Ende dieser Mutter aller Schlachten, dieser Plakat- und Inseratorgie wird alles so sein wie 4 Monate zuvor.

Die Schwarzen gewinnen fulminant, die Roten verlieren wie immer, die Blauen halten passabel, die Neos haben zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben, Lustgreis Pilz beginnt seine letzte Karriere ohne Immunität vor Gericht und die GrünInnen schwemmt es dank der schwedischen Blondzopfapokalypse wieder ins Parlament. Uns Österreichern wurde derweil der eindrückliche Beweis erbracht, dass Parteitaktik vor Staatsverantwortung geht, dass die Lüge noch immer die Wahrheit schlägt.

Dem Schriftsteller Kurt Tucholsky wird folgendes, fatalistisches Zitat zugeschrieben: „Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie längst verboten“. Ob er es wirklich gesagt hat, steht in den Sternen wie auch übrigens jene Möglichkeit, jemals wieder eine vernünftige Regierung zu bekommen!
Beim Anblick des Treibens dieses wandelnden Personalbankrotts ist dies mehr als fraglich, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

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