Werbung:

Dass uns die Mainstream-Medien manchmal Quatsch erzählen, weiß ich, seitdem ich lesen kann. Denn immer dann, wenn ich über ein Thema las, vom dem ich richtig Ahnung hatte, stolperte ich über Fehler. Irren ist ja bekanntlich menschlich und auch keine große Sache, wenn man seinen Fehler eingesteht. Und genau hier beginnt das Problem: Manche Mainstream-Journalisten sind von Eitelkeit so sehr zerfressen, dass sie sich lieber ein Glas Eigenurin hinter die Binde kippen würden, als einen Fehler einzugestehen.
Dafür ein aktuelles Beispiel: Frank Laufenberg, über den Wikipedia schreibt, …ist ein deutscher Moderator, Journalist und Autor. Er gilt als Kenner der Rock- und Popszene, schrieb auf Facebook dummes Zeug über Elvis Presley und dessen Manager Tom Parker (bald im Kino zu sehen, gespielt von Tom Hanks). 1984-Kolumnist Die Stahlfeder, einer der renommiertesten Parker-Experten Deutschlands, antwortete Laufenberg und berichtigte dessen Fehler. Nicht mit Meinung, mit Fakten. Und was macht Laufenberg, der Volltrottel? Anstatt sich zu bedanken, dass er nicht dumm sterben muss, wird er direkt pampig!
Hier nun die Schlacht um Elvis und Parker im Wortlaut …

Gestern mal schnell nach Lauterbach/Hessen gefahren und beim dortigen Rotary-Club einen Vortrag gehalten – netter Club und interessante Mitglieder. Thema war: „Elvis ist tot – und dem Radio geht es auch schon schlecht“. Dabei machte ich die Bemerkung, Elvis sein nie außerhalb Nord-Amerikas öffentlich aufgetreten. Da meldeten sich zwei Zeitzeugen, die Elvis während seiner Militärzeit in Hessen gesehen haben, wie er in einem Jeep stehend für eine Ansammlung von Menschen gesungen hat. Ich stellte die Frage, ob es Bilder von diesem Ereignis gibt – sie bejahten und wollen mal nachsehen, ob sie die noch in irgendeiner Kiste finden. Ich bin gespannt! Mit ‚öffentlichem Auftritt‘ meinte ich natürlich ein Konzert in einer Halle, einem Saal, einem Stadion, das Eintritt kostete. Das ‚Konzert aus dem Jeep‘ war natürlich ‚ohne Eintritt‘ – aber sicher für die, die es gesehen und gehört haben, ein bleibendes Erlebnis. Wer kann schon von sich behaupten, er habe Elvis live in Europa gesehen. Die Erklärung, warum Elvis nur in Nord-Amerika aufgetreten ist, musste ich dann auch liefern – Manager Colonel Tom Parker war dafür verantwortlich. Parker war eine ausgesprochen dubiose Figur, die Elvis Presley wahrscheinlich mehr geschadet als genützt hat. So hat Parker verhindert, dass Elvis jemals außerhalb des nordamerikanischen Kontinents aufgetreten ist. In Großbritannien und auch in Festlandeuropa hatte Elvis viele Hits und Fans, als er in den USA ein Tief hatte. Das wäre der richtige Zeitpunkt gewesen, Elvis auf eine Europatournee zu schicken – aber: Der Colonel lehnte ab.
Das versteht man, wenn man weiß: Parker wurde im Juni 1909 im niederländischen Breda geboren. Mit 20 reiste er illegal in die USA ein – und dort blieb er bis zu seinem Tode im Januar 1997. Offiziell hatte der Mann keine Papiere – und konnte schon deshalb das Land nicht wieder verlassen. Bei der Wieder-Einreise hätte man festgestellt, dass Parker illegal in den USA lebte. Und weil er nicht wollte, dass sich sein Schützling Elvis ohne ihn auf Tournee machte, ließ er ihn nur in den USA auftreten. Dieser Parker hatte sich vor seiner Zeit als Manager seinen Lebensunterhalt auf Jahrmärkten und Kirmesveranstaltungen verdient. Er verkaufte alles, was nicht niet- und nagelfest war. Dann gründete er einen Ponyzirkus und trat schließlich als „Colonel Parker & His Dancing Chickens“ auf. In einem Käfig tanzten Hühnchen zu Platten, die Tom Parker laufen ließ. Was die begeisterten Zuschauer nicht wussten: Der Boden des Käfigs war mit ein wenig Stroh belegt – und darunter brannten Kerzen. Die Hühnchen tanzten also nicht zur Musik, sondern traten vom Schmerz gepeinigt von einem Fuß auf den anderen. Weitere Spezialitäten des Tierfreundes Parker: Er strich Spatzen gelb an und verkaufte sie als Kanarienvögel. Anfang der 40er Jahre war er Hundefänger in Tampa/Florida und – er war einer der ersten, der den Amerikanern einen Tierfriedhof anbot.
Ich bin gespannt, ob ein Bild von Elvis im Jeep stehend auftaucht. Am Ende der 50er Jahre machte man nicht wie heute ganze Fotoserien von einem solchen Ereignis. Da wurde einmal geknipst – basta. Dann wurde das Bild entwickelt und schon eine Woche später hielt man ein möglicherweise unscharfes oder verwackeltes Bild in der Hand – und war stolz! Wir werden sehen, was da kommt!
Das Bild unten wurde gestern gemacht und zeigt mich mit Rolf Papenheim, dem derzeitigen Präsidenten des Rotary Clubs Lauterbach-Schlitz.

Frank Laufenberg

Mehr von „Die Stahlfeder“ auf 1984 – DAS MAGAZIN

Lieber Frank Laufenberg, bei allem Respekt vor Ihrem umfangreichen Expertenwissen (ich habe Ihre Bücher gelesen und viel von Ihnen gelernt), aber hier muss ich leider vehement widersprechen: Die Geschichte, dass Elvis keine großen Auslandstourneen unternahm, weil sein Manager sich illegal in den USA aufhielt und daher beim Verlassen des Landes nicht mehr hätte wieder einreisen können, ist eine uralte Räuberpistole, die irgendwann mal irgendwer in die Welt gesetzt hat und die seitdem von zahlreichen Biographen und Musikjournalisten – leider ungeprüft – übernommen wurde. Wahr wird sie dadurch jedoch nicht.

Da das Thema mein persönliches Steckenpferd ist und ich dazu viele Jahre intensiv recherchiert und auch schon etliches darüber in diversen Fachpublikationen veröffentlicht habe, bin ich mal so frei, ein paar Dinge geradezurücken:

Zum einen muss ein Manager nicht zwingend bei einer Tournee mitfahren – das kann vor Ort auch der Road Manager alles regeln (im Fall von Elvis wäre das Joe Esposito zusammen mit Parkers Assistenten Tom Diskin gewesen), während der Business Manager zuhause das Backoffice macht. So kenne ich es übrigens selber aus meiner aktiven Zeit in der Branche, als ich zwei Jahre lang eine Welttournee als Road Manager begleitet habe, da blieb der eigentliche Manager auch zuhause im Büro.

Zum anderen stimmt das mit dem illegalen Aufenthalt auch nicht: Ob Parker damals wirklich illegal in die USA einreiste oder nicht, kann nicht mit Sicherheit geklärt werden; es ist aber durchaus wahrscheinlich, dass er illegal ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten kam. Wobei das – nebenbei bemerkt – vor rund 90 Jahren nichts Außergewöhnliches war. Würde man alle Nachfahren von ursprünglich illegalen Einwanderern heute des Landes verweisen, wäre Nordamerika quasi leergefegt.

Parker diente vier Jahre (1929-1933) in der US-Armee. Allein dadurch war er kein Illegaler mehr. Später heiratete er eine amerikanische Staatsbürgerin, Marie Ross. Das verschaffte ihm endgültig ein legales Bleiberecht in den Vereinigten Staaten. Er hätte also jederzeit das Land verlassen und problemlos wieder einreisen können.

Außerdem sollte man sich einmal vor Augen führen, wie sich Menschen verhalten, die sich illegal in einem Land aufhalten: Sie verstecken sich und halten sich bedeckt, aus Angst vor Entdeckung. Sie können vor allem keiner legalen Arbeit nachgehen. Wie war es hingegen bei Parker? Er besaß eine Sozialversicherungsnummer, arbeitete als Wahlkampfmanager für einen Politiker und als Hundefänger für die Stadt Tampa, gründete mehrere Firmen, zahlte Millionen an Steuern, bewegte sich auffällig in der Öffentlichkeit und war auf tausenden von Fotos mit einem der berühmtesten Männer der Welt zu sehen. Wäre jemand, der sich illegal in den USA aufhält, so leichtsinnig? Ganz sicher nicht!

Fakt ist, dass Parker nie die amerikanische Staatsbürgerschaft annahm; er war zeitlebens Staatsbürger des Königreichs der Niederlande. Das ist nichts Ungesetzliches; man kann auch als Nicht-Staatsangehöriger legal in einem fremden Land leben, was wir als Deutsche mit unseren vielen ausländischen Mitbürgern am besten wissen müssten.

Über die Gründe, woran Elvis‘ Welt-Tournee gescheitert sein könnte (und wahrscheinlich auch gescheitert ist), ließe sich ein halbes Buch füllen, doch Parkers angeblich fehlender Pass war ganz sicher keiner davon. Selbst wenn Parker tatsächlich keinen Pass gehabt hätte, wäre die Beschaffung eines solchen für einen so prominenten, angesehenen Steuerzahler wie den einflussreichen Manager des Weltstars Elvis Presley nur ein Handstreich gewesen. An einer solch nebensächlichen wie leicht zu bereinigenden Formalität hätte man nie und nimmer ein solches Unternehmen wie eine lukrative Tournee scheitern lassen.

Außerdem wird in dem Zusammenhang gerne vergessen, dass Colonel Parker 1957 mit Elvis zu mehreren Auftritten in Kanada war. Er hat also das Land verlassen und ist unbehelligt wieder hereingekommen. Demnach wird er irgendein amtliches Dokument, das ihn ausweist und zum Betreten der USA legitimiert, an der kanadischen Grenze vorgelegt haben, sonst säße er wohl heute noch da fest, wenn er nicht gestorben wäre.

Ebenfalls war er im November 1957 mit Elvis zu einem Konzert auf Hawaii, welches damals noch kein US-Bundesstaat war. (Die Hawaii-Inseln wurden erst am 21. August 1959 zum 50. US-Bundesstaat.) Um jetzt mal zum Erbsenzähler zu werden: Durch Elvis‘ zahlreiche Konzerte auf Hawaii (1957, 1961, 1972 und 1973 die berühmte Satelliten-Show) wird auch die Behauptung unwahr, Elvis sei nur in Nordamerika aufgetreten, denn Hawaii gehört nicht zu Nordamerika, sondern zu Ozeanien.

Sie schreiben: „Dieser Parker hatte sich vor seiner Zeit als Manager seinen Lebensunterhalt auf Jahrmärkten und Kirmesveranstaltungen verdient.“ Das ist richtig, aber was ist daran negativ? Es gab damals noch keine modernen Management-Schulen, das Business war noch neu, Parker hat es quasi mit erfunden. Zumal dieser Satz so klingt, als wäre er vom Rummelplatz-Schreier quasi per Zufall zu Elvis‘ Manager geworden, was aber nicht den Tatsachen entspricht: Er arbeitete sich mit viel Fleiß, Fantasie und Engagement vom Kirmesgeschäft in die Musikbranche hoch und machte zunächst Eddy Arnold und Hank Snow zu Top-Stars der Country-Szene, wurde dann zu einem der erfolgreichsten Tourneeveranstalter der Südstaaten, wodurch der bis dahin eher unbekannte Elvis überhaupt auf ihn aufmerksam wurde und unbedingt von ihm gemanagt werden wollte, weil er sich davon bessere Karrierechancen versprach. (Das Zustandekommen der Zusammenarbeit wird im ersten Band von Peter Guralnicks hervorragender Elvis-Biographie „Last Train To Memphis“ mit akribischer Präzision dargelegt.) Ein halbes Jahr später hatte Elvis mit „Heartbreak Hotel“ einen internationalen Hit und war Millionär. Und wenn man bedenkt, dass die Karriere des Elvis Presley bis heute beispiellos und unerreicht ist, dann hat dieser Fliegende Holländer vom Jahrmarkt doch einen verdammt guten Job gemacht, oder?

Die Stahlfeder

Hat er nicht – Parker und seine Methoden sind oft genug publiziert worden – ich gönne Ihnen Ihre Meinung – ich bleibe bei meiner!

Frank Laufenberg

Die Meinungen können unterschiedlich sein, darüber kann man gerne streiten. Das wollte ich aber nicht, daher habe ich mich auf verbriefte Fakten beschränkt, was diese Pass-Geschichte anbetrifft.

Was Parkers Methoden anbetrifft, die können so schlimm nicht gewesen sein, wie stets behauptet wird: Elvis hatte während seiner gesamten Karriere keinen einzigen Prozess am Hals. Gibt verdammt wenig Weltstars, die das von sich behaupten können.

Beatles-Manager Brian Epstein war übrigens eine großer Bewunderer Parkers und seiner Art des Managements. Als er starb, schrieben die Beatles zuerst ein Telegramm an Parker mit der Anfrage, ob er ihr Management übernehmen wolle, was dieser jedoch ablehnte, weil er sich zu 100% auf Elvis konzentrieren wollte.

Die Stahlfeder
Loading...

7 Kommentare

Schreibe einen Kommentar zu L.Bagusch Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • „Ebenfalls war er im November 1957 mit Elvis zu einem Konzert auf Hawaii, welches damals noch kein US-Bundesstaat war. (Die Hawaii-Inseln wurden erst am 21. August 1959 zum 50. US-Bundesstaat.)“

    Tut mir ja leid, aber wenn Hawaii am 21.08.1959 ein US Staat wurden, WAR es bereits ein US Staat, als Elvis im November 1959 dort ein Konzert spielte.

  • Bitte mal genau lesen! Das Konzert war im November 1957, nicht im November 1959. Da leistete Elvis nämlich gerade seinen Wehrdienst im kalten Deutschland und konnte von Konzerten auf Hawaii nur träumen…

  • Für mich gibt es nur LeidMedien und diese Institutionen ist die Lug und Trug wichtiger als Einsicht !
    Allerdings schüttele ich den Kopf dass solche Schreiberlinge ihren eigenen Untergang befürworten und auch noch verteidgen.
    Hätte nie gedacht dass für ein monatlichen Judas-Lohn sich Menschen dermassen verkaufen können ohne Rücksicht auf die Familie, Freunde und Bekannten zuhaben.

  • Allzu oft erfreuen wir uns über Annehmlichkeit einer eigenen Meinung, ohne uns der Unannehmlichkeit des Nachdenkens unterzogen zu haben. – John F. Kennedy
    Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen NEIN ! -Kurt Tucholsky

  • Der Autor als Mitglied der „Herrenrasse“ meint immer recht zu haben. Eine andere Meinung wird nicht geduldet! Was seid ihr für ein bemitleidenswerter Haufen!

1984 abonnieren

Gib Deine e-Post-Adresse an, um 1984 zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge zu erhalten.

Folge 1984 auf Telegram

Folgt uns auf Twitter

Das zensurfreie Soziale Netzwerk auf 1984Schon registriert? Nein? Dann wird's aber Zeit!
Zum Sozialen Netzwerk
Du willst nichts mehr verpassen?Dann folge uns auf Telegram!
Zum Telegram-Kanal
Du benutzt leider einen Werbeblocker!Das tut uns leid.

1984 – Das Magazin finanziert sich ausschließlich aus eigenen Mitteln, dem 1984 – Unterstützerklub und einmaligen Unterstützern

Deshalb sind wir auf die Schaltung von Werbeanzeigen angewiesen, um Dich weiterhin an sieben Tagen die Woche zu informieren.

Bitte schalte daher Deinen Werbeblocker ab, wenn Du unsere Seite besuchst und unterstütze uns damit bei unserer Arbeit. Wir versprechen Dir auch, keine wild blinkenden Banner zu schalten.

Vielen Dank!

Deine 1984er Mannschaft