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Die Kommentare unter meinen YouTube-Videos lese ich eher selten. Das ist schade, weil mir dadurch Kommentare entgehen, die großartig sind. Also, Freunde, wenn Ihr etwas wirklich Wichtiges habt, schreibt mir bitte eine e-Post (flesch69@gmail.com). Es gibt mehrere Gründe, warum ich sie nicht lese. Erst einmal möchte ich wildfremden Volltrotteln nicht die Möglichkeit geben, mich zu beleidigen respektive, es zu versuchen. Zwar trifft mich von 50 Hasskommentaren höchstens einer, aber das langt mir schon. Des Weiteren zieht mich die Einfältigkeit und die Belanglosigkeit vieler Kommentare runter. Mir braucht niemand zu erzählen, dass Wasser nass ist, der Himmel blau, Merkel doof. Das weiß ich selbst. Und dann sind da ja auch noch die Neonazis, die Flacherdler, und natürlich die Illuminatenjäger, die fest davon überzeugt sind, dass ich vom Mossad bezahlt werde (leider nicht); oder von der CIA; oder vom Verfassungsschutz.
All das zusammengenommen, ist fürchterlich demotivierend.

Umso erfreuter bin ich über die oft hohe Qualität der Kommentare hier auf 1984. Liegt wohl daran, dass es bei uns nicht nur bewegte Bilder zu sehen gibt, sondern auch Buchstaben zum Lesen. Wer liest, oder zumindest auch liest, ist nun mal in der Regel der Klügere.
Exemplarisch dafür, ein paar Kommentare, die unter „Darf man Linke Linksfaschisten nennen?“ geschrieben wurden …

Also hier muss ich Martin Sellner absolut recht geben. Du hast zwar Recht, das Sprache ständig im Fluss ist und sich wandelt, aber die linke Seite benutzt eben diesen Wandel als Waffe. Der Wandel muss immer aus der Gesellschaft kommen und nicht von einer politischen Seite. Die Aufgabe von uns (nenne ich mal die rechte Seite) muss es sein, dass wir die Worte wieder geraderücken und nicht dieselbe Waffe des Gegners verwenden. Wenn jeder nur noch mit nichtsbedeutenden Kampfbegriffen um sich wirft, dann haben wir die Grundlage der Kommunikation verloren und die deutsche Sprache verwahrlost noch mehr. Siehe z. B. das Wort Nazi. Heute ist alles Nazi. Selbst den menschgemachten Klimawandel nicht zu glauben ist Nazi. Also könnte man sagen, dass sich das Wort gewandelt hat zu: „Ein Mensch, der der offiziellen Darstellung nicht glaubt“. OK, aber gewandelt hat er sich in den Köpfen eben nicht. Also wenn ich den Klimawandel leugne und als Nazi beschimpft werde, denken andere nicht daran, dass ich etwas geleugnet habe, sondern Sie assoziieren immer noch Menschen, die andere aufgrund von äußeren Merkmalen in Lager stecken wollen bzw. umbringen wollen. Also wenn ein Wandel stattfinden würde, dann hätte sich auch die Assoziation verändert und kein Mensch mehr würde es interessieren, wenn ein anderer Nazi genannt wird. Diese Assoziation hat sich eben nie verändert und deswegen halte ich das Argument, dass Sprache im Wandel ist für grundfalsch.
Man soll Sachen benennen, wie Sie nun mal sind. Selbst wenn man ein wirklicher Rassist wäre, so ist man kein Nazi, sondern schlicht ein Rassist. Es kann ganz einfach sein. Im Notfall hilft heute noch der Duden, da dieser bisher nur sehr geringfügig in linker Sprachmanier geändert wurde.

Boris Geiger
15. September 2019 um 22:51 Uhr

Die Frage ist ganz einfach zu beantworten, wenn man weiß, was Faschismus überhaupt bedeutet!
Die Bedeutung des Wortes „Faschismus“ ist hergeleitet vom Wort „Fascis“, das so viel bedeutet wie Bündel.
Im Römischen Reich war die Fascis das Amtssymbol der obersten Machthaber. Also denjenigen, die über alles und jeden bestimmten!
Faschismus ist also dann gegeben, wenn eine Machtstruktur die alleinige Macht über alles unter sich ausübt!
Die bekannteste Form des Faschismus, die wohl jedem sofort einleuchten dürfte, ist die Diktatur. Aber auch Kaiserreiche waren grundsätzlich nicht anderes, als ein faschistisches System.
Ein Faschist ist also dann ein Faschist, wenn er die oberste Macht ausübt, bzw. unterstützt, oder wie im Fall der heutigen Linksfaschisten, so eine alleinige Machtstruktur anstrebt.
Und das machen die heutigen Linksfaschisten, indem sie fordern, die einzelnen EU-Staaten aufzulösen und einer zentralistisch gesteuerten Vereinigten Staaten von Europa unterzuordnen!
Da wir ja schon heute alle wissen sollten, dass eben nicht die Völker der EU-Staaten das Recht innehaben, zumindest diejenigen zu wählen, die in der EU die Gesetze beschließen, sondern eine nicht gewählte Clique sämtliche Gesetze unabhängig vom EU-Volk beschließt, steht somit unumstößlich fest, dass die jetzige EU schon heute kein demokratisches, sondern ein faschistisches Regierungssystem ist! Und das dürfte sich wohl kaum ändern, wenn erst einmal alle EU-Staaten aufgelöst wurden!
Damit ist klar, dass alle Personen, die diese zentralistische Regierungsform unterstützen, zu Recht als Faschisten bezeichnet werden können!
Und wenn man zusätzlich bedenkt, dass ja schon A. H., von allen anerkannt als Faschist gilt, weil er eben ein Diktator war und auch schon damals die Vereinigten Staaten von Europa mit Hauptsitz in Berlin, mit militärischen Mitteln durchsetzen wollte, dürfte schon allein daraus für jeden ersichtlich sein, dass die zukünftigen Vereinigten Staaten von Europa mit Sitz in Brüssel und Straßburg, die heute mit kapitalistischen und medialen Mitteln durchgesetzt werden sollen, ebenfalls ein faschistisches Machtsystem sind.
Alle, die das befürworten, sind also nichts anderes als das, was A. H. damals schon gewesen ist!
Faschisten!
Frage beantwortet!

Unbekannt
15. September 2019 um 23:09 Uhr Bearbeiten

Na ja, die Kommis haben mit ihrem Propagandaapparat die Sprache beherrscht: Aus Faschismus, einer syndikalistischen, führungsbetonten (und besser gekleideten) Spielart des Sozialismus, die u.a. Fiat verstaatlicht hat und den Klassenkampf durch die Bündelung (fascio) der gesellschaftlichen Kräfte überwinden wollte, wurde das Erzfeindliche konstruiert – vielleicht aus Angst vor einer fünften (nämlich faschistischen) Internationale und damit weiterer Spaltung der Komintern. Sprache „lebt“ nämlich nicht, sie verändert sich nicht, sie WIRD verändert, seit Erfindung des Buchdrucks zunehmend von denen, die sie publizieren können (Medien). Früher wuchs sie – Dialekte – wirklich von unten.
In dem Zusammenhang: „Denglisch“ wirkt diminutiv (verniedlichend); der Begriff ist von denen erfunden worden, die das Englische in die deutsche Alltagssprache drücken. „Engleutsch“ wäre treffender, klingt abstoßender, nicht hahaha-lustig und ist sprachlich korrekt: englisches Deutsch, nicht deutsches Englisch.
M.E. haben sowohl Sellners wie Fleschs Argumente viel für sich. Man kann mal so, mal anders verfahren. Letztendlich ist es Polemik zur Abwehr des angeblich linken Gesinnungsterrors.

An Boris Geiger: „das Sprache ständig im Fluss ist und sich wandelt“.
Das wird heute von Linguisten bestritten (siehe mein Beitrag). Ich verweise dazu auf Chomsky.

Gernot
16. September 2019 um 00:32 Uhr Bearbeiten

Es gibt „linke Neonazis“ (sehr viele) und es gibt „rechte Neonazis“ (nicht so viele) Auch ist „Islamfaschismus“ ein guter Begriff der, auch wenn er inflationär gebraucht würde, sich nicht so schnell abnutzen würde :-)) Wobei ich behaupte, dass bei „Islam(o)faschismus“ das „O“ die ganze Aussage etwas verniedlicht :-)) L G Uwe

Uwe Märkert
16. September 2019 um 00:46 Uhr Bearbeiten

Darf man es sagen? Sowieso. Martin nimmt eine korrekte Einordnung vor. Oliver spricht wunderbar an, dass gewisse Worte für verschiedene Bevölkerungsgruppen verschiedene Bedeutungen haben. Bestes Beispiel Kapitalismus. Libertäre = Marktwirtschaft = alle freiwilligen Interaktionen. Ist auch super zum rausreden, weil aller Zwang und Gewalt nie kapitalistisch sein kann, das ist immer korporatistisch oder etatistisch. Kapitalismus ist ein organisches System. Viele Normalos: Kapitalismus ist einfach das, was es im Westen, seit 100+ Jahren gibt. Heute ist Kapitalismus genauso wie damals. Irgendein System ist es nicht, es gibt daher auch keine Änderung zu einem mehr an Mischsystem aus Kapitalismus + Sozialdemokratie und Sozialismus. Dritte Gruppe will nach einer Definition aus dem Wirtschaftslexikon drüber reden. Erkennt es als System an und sieht Mischsystem und sozialdemokratisierten Kapitalismus.
Diese Gruppen leben halt in verschiedenen Welten.
Nazis=Nationalisten = alles nationale ist doof/böse. Deshalb Nationalismus raus aus den Köpfen und (die Nation) Deutschland verrecke.
Feminazis ist übrigens auch so ein Ding wie Linksfaschisten, wird aber seltener benutzt. Zum Glück. Feministin reicht schon als Schimpfwort.
Antifanten, Haltungsjournalisten (freu mich schon drauf, wenn der erste mal auf einer Frage nach Lügenpresse sagt: Ich bevorzuge Haltungsjournalismus.), Demokratiesimulanten. Alles super Schimpfwörter.
Ich würde mir angewöhnen, verschiedene je nach Bock und Situation zu nutzen. Wenn du halt nur triggern willst. Dann Linksfaschisten. Wenn du unter uns bist. Dann halt Bolschewiki oder Wassermelonen (grüne Kommunisten) oder das Spezifikum (Antifant, Relotiuspresse etc.).
Die Leute da abholen, wo sie sind (oder halt neue Maßstäbe setzen ;-)). Du hast es halt überall mit gehirngewaschenen Zombies/Robotern zu tun, für die gewisse Worte Zaubersprüche sind. Da musst du deren Programmierung mit einbeziehen, um die entzaubern zu können…

mie
16. September 2019 um 01:06 Uhr Bearbeiten

Aus der intellektuellen Sicht muss man Martin recht geben, was allerdings im täglichen Gebrauch zu nichts führt. Es beweist zweierlei – wir sind in diesen aufgehetzten Zeiten zum einen nicht mehr in der Lage in Ruhe genaue Begrifflichkeiten zu definieren und zum Zweiten, uns alle daran zu halten. Jeder misst Begrifflichkeiten wie Links, Rechts, Faschist, Nazi, Kommunist, Anarchist, Patriot etc. andere Bedeutungen z.T. völlig falsche Bedeutungen zu und operiert damit. Die Ansicht von Oliver das man, weil Sprache sich verändert, jedes Mal auch neue Begrifflichkeiten kreieren kann, ist inkonsistent – denn die Frage ist dann – in welchem Zeitraum ändert sich Sprache? Sprache kann sich jede Woche, jeden Tag, jede Stunde ändern – wir könnten dann jede Stunde neue Begrifflichkeiten kreieren und hätten das totale Chaos – genau das haben wir zum Teil. Man kann dem Begriff „Linksfaschismus“ eine neue Bedeutung zuweisen wie es Oliver macht, man kann ihm diese Bedeutung aber auch nicht geben, wie es Martin aus historisch richtigem Kontext macht. Beides ist legitim. Es ist aber nicht legitim – was Oliver vor hat – jemanden einen Linksfaschisten zu nennen der es nicht anerkennen mag einer bis dato falschen Begrifflichkeit eine neue Bedeutung zu geben – denn nach der Logik wäre ja dann auch Oliver wieder ein Linksfaschist. Das Problem der Zuweisung einer Bedeutung zu einem Begriff wird wahrscheinlich im Politischen nicht so einfach lösbar sein.

Dave Gahen
16. September 2019 um 02:14 Uhr Bearbeiten

An Gernot: „Sprache „lebt“ nämlich nicht, sie verändert sich nicht, sie WIRD verändert“
Was ist der Unterschied? Natürlich ändert sie sich nicht von sich aus, sondern wird durch die aktive Benutzung verändert. Wer heute Bücher liest, die etwas älter sind > 100 Jahre, merkt sehr deutlich, dass kaum einer noch so redet. Ich sehe nur einen Unterschied, ob diese Änderung beispielsweise aus der Jugend entstammt und dann in die Sprache gewandert ist, oder ob eine Sprachänderung als politische Waffe, damit etwas schlimmer oder etwas anderes verharmlosend wahrgenommen wird, eingewandert ist. Aber ich schau mir gern mal Chomsky, bzw. ein Werk von ihm darüber an, weil es wirklich ein sehr interessantes Thema ist. Aber Engleutsch gefällt mir sehr gut und die Erklärung erscheint mir absolut logisch.

Boris Geiger
16. September 2019 um 08:56 Uhr Bearbeiten
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5 Kommentare

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  • Geschichte. Die Liktoren waren die Schutzgarde der römischen Imperatoren bei deren Umzügen durch „Plebs“ – also durchs Volk. Zunächst sind sie nur durch Rutenbündel ausgerüstet gewesen um damit besonders Aufdringliche vor zu großer Nähe zum Kaiser zu „schützen“. Davon kam der Begriff: Faschist, denn die Fasces ist die Benennung der Rutenbündel.
    Später wurde dann „zur besseren Abschreckung“ noch je ein Beil ins Rutenbündel gesteckt um damit anzudrohen, daß es eng werden würde für die welche ihre Aufdringlichkeit – so berechtigt sie auch sein mag – nicht ablassen wollen….

    Dies ist die Vorgeschichte dessen was zunächst „vermeintlich sanft“ noch mit Ruten beginnt……..

  • Martin führt Krieg.

    Oli schlägt Schlachten.

    Da wo Martin das grosse Ganze sieht und es auf Zeit rechnet, braucht man einen Oli der verschiedene Waffen benutzt so wie Judo… man benutzt die Kraft des Gegner um ihn aufs Kreuz zu legen.

    Beides ist richtig, eben halt nur eine Frage der Perspektive.

    Gruss aus der Schweiz

    Salut !

    Reini

  • Einfach FASCHISTEN nennen,da wie ja auch schon geschrieben die Bezeichnung eh eher Linksgeprägt war(aber im Grunde Neutral).

    Stalin verbot übrigens den deutschen Kommunisten die Nazis Faschisten zu nennen.Wer sich jetzt wundert wie er das konnte-weil die von Moskau gesteuert waren!
    Er gab den Nazis auch Namen von Kommunisten die dann verhaftet worden…

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