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Martin Sellner beginnt:

„Linksfaschist“, „Rotlackierte Faschisten“, etc. geht davon aus, dass die Nazis böser waren als die Kommunisten. Es geht davon aus, dass Hitler der Satan, Stalin hingegen nur ein „Betriebsunfall“ war. Es ist, wie Benoist schreibt, der Kerngedanke, dass der Faschismus die Essenz des Bösen, Kommunismus aber nur eine „gute Idee“ sei, die „schlecht umgesetzt wurde“.

Das ist die beherrschende Ideologie unserer Gesellschaft, die dazu führt, dass Linksextreme mit Patrioten und Patrioten mit islamischen Terroristen gleichgesetzt werden.

In Wirklichkeit sind Hitler und Stalin gleich schlecht, und die millionen Ermordeten des Bolschewismus um nichts gerechtfertigter als die des NS.

Der braune und der rote Totalitarismus, Extremismus und Terrorismus sind gleichermaßen abzulehnen. Indem man aber sagt, dass Antifas eigentlich Rechtsextreme sind, tut man so, als wäre extrem, gewalttätig und brutal synonym mit „Nazi“.

Sogar der Islam wird dann, völlig geschichtslos und haarsträubend, zum „Islamofaschismus“, obwohl Faschismus eine atheistische, moderne, Islam aber eine vormoderne theokratische Lehre ist.

MEHR VON MARTIN SELLNER AUF 1984 – DAS MAGAZIN

Propagandistisch ist das völlig egal. „Nazi“ ist heute einfach ein Schimpfwort und ist, ebenso wie Faschist, gleichbedeutend mit „böser Mensch“ und Idiot.

Patrioten sollten sich aber eher fragen, warum „Kommunist“, oder „Bolschewist“ nicht ebenso gebräuchliche Schimpfworte sind, anstatt diesen Sprachgebrauch zu übernehmen. Der Grund dafür ist, dass die Sozialisten ihre Mord- und Terrorgeschichte nie aufgearbeitet und sich nie wirklich vom Kommunismus distanziert haben, während sie von Rechten die totale Distanzeritis fordern. Das Hakenkreuz ist verboten, Hammer und Sichel sind erlaubt, ja ein Modeaccessoire. Die Sozialistische Jugend feiert in Österreich den Geburtstag Lenins, und in der Jugendsubkultur von SPD bis Grüne feiert man Che Guevara ebenso wie die RAF und die roten Straßenbanden, die in den 30er Jahren mit der SA um die Straßen kämpften. Das ist ein Zeichen der linken Herrschaft über das Denken und die Sprache. Sie ist so total, dass wir sie selbst oft gar nicht mehr bemerken. 

Antifas soll man als das benennen, was sie sind, totalitäre Terroristen und antidemokratische Bolschewisten. Wir dürfen für den kurzfristigen Propagandaeffekt, nicht das Begriffsgebäude und die Geschichtslügen unserer Gegner bedienen.
Martin Sellner

Oliver Flesch antwortet:

„Linksfaschist“, „Rotlackierte Faschisten“, etc. geht davon aus, dass die Nazis böser waren als die Kommunisten, schreibt Martin. Das muss daran liegen, dass er inzwischen über 30 ist, anfängt, die Welt aus Boomer-Sicht zu betrachten. Ich dagegen bin zwar schon 50, aber im Herzen ja erst 15, was mir einen frischeren Blickwinkel verschafft. Und der geht so …   

Sprache lebt. Leider möchte man manchmal sagen, gerade, wenn wir an die Sprachvergewaltigungen im Zusammenhang mit Gender-Mainstreaming denken. Oder auch dieses schreckliche „Denglisch“! Vorgestern sagte mir ein Junge, erst 12: „Hätte ich mir anmerken lassen, dass ich sie mag, hätt sie mich gefriendzoned“. 
Für die Boomer: Dann wäre er in der Freundeszone gelandet, dürfte ihr also bei den Hausaufgaben helfen, aber niemals, auch nicht, wenn er irgendwann 16 ist, an ihren Brüsten spielen.

Wie auch immer, Sprache lebt, darauf können wir uns einigen, okay…, ähhh, in Ordnung? Gut. Warum die vielfältigen Möglichkeiten des Neuen nicht nutzen? Was interessiert es mich, was das Wort Faschist in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für eine Bedeutung hatte?

Ach, und nur mal nebenbei, Kameraden…, ähhh, Freunde! Die Ursprungsworte „Fascio“ und „Fascismo“ bezeichneten in Italien revolutionäre bis anarchistische Arbeiterorganisationen. Also Linke. Wie ja bekanntlich auch die NationalSOZIALISTEN, gern als Faschisten bezeichnet, ebenfalls Linke waren. 

Für mich ist ein Faschist heutzutage jemand, der nur seine Meinung durchgehen lässt. Wie dieser Rezo auf YouTube („ES GIBT NUR EINE LEGITIME EINSTELLUNG!“). Und/oder jemand, der andere Meinungen mit unlauteren Mitteln, wie denunzieren, diffamieren und lügen, bekämpft; bis hin zur Gewalt.
Auf wen trifft das zu? Auf Konservative? Auf Rechte? Nö. Aber eben wie eine Blaupause auf Linke. Deshalb nenne ich Linksfaschisten Linksfaschisten.

Und es gibt noch einen Grund: Ihr glaubt ja nicht, wie leicht sich Linksfaschisten von dem Wort Linksfaschist triggern (schaut, ich nutze ein neues Wort) lassen. Wie lustig das ist. Diese Diskussionen laufen stets, ja, wirklich immer, gleich ab: 

Ich: „Du bist ein Linksfaschist.“ 

Linksfaschist: „Haha! Bist du dumm! Das Wort Linksfaschist gibt es gar nicht! Kam in der Geschichte nie vor. Warst wohl nur auf der YouTube-Universität. Solltest vielleicht mal einen Blick in ein Geschichtsbuch werfen.“  

Ich: „Sprache lebt. Das solltest du als Gender-Genie doch am besten wissen. Und wer sich wie ein Faschist benimmt, noch dazu links tickt, der ist nun mal ein Linksfaschist. So einfach ist das.“

Dann ist Ruhe. 

Dass der Kommunismus genauso abscheulich wie der NationalSOZIALISMUS war, ist mir bewusst, nur: Was nützt es? Glaubt denn hier irgendjemand, er könne einen Kommunisten treffen, gar beleidigen, indem er ihn einen Kommunisten nennt? Ich zum Beispiel, ich hab früher manchmal Kokain geschnupft. Und da gab es immer wieder Experten, die glaubten, sie könnten mich mit dem Wort „Kokser“ beleidigen. Funktioniert nicht. Völlig unmöglich. 

Aus all diesen Gründen werde ich bei der neuen Wortschöpfung Linksfaschist bleiben. Und jeder, der das nicht akzeptiert ist ein … na, was? Ein Linksfaschist! Genau.

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18 Kommentare

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  • Also hier muss ich Martin Sellner absolut rechtgeben. Du hast zwar Recht das Sprache ständig im Fluss ist und sich wandelt, aber die linke Seite benutzt eben diesen Wandel als Waffe. Der Wandel muss immer aus der Gesellschaft kommen und nicht von einer politischen Seite. Die Aufgabe von uns (nenne ich mal rechte Seite) muss es sein, dass wir die Worte wieder gerade rücken und nicht dieselbe Waffe des Gegners verwenden. Wenn jeder nur noch mit nichtsbedeutenden Kampfbegriffen um sich wirft, dann haben wir die Grundlage der Kommunikation verloren und die deutsche Sprache verwahrlost noch mehr.

    Siehe z. B. das Wort Nazi. Heute ist alles Nazi. Selbst den menschgemachten Klimawandel nicht zu glauben ist Nazi. Also könnte man sagen, dass sich das Wort gewandelt hat zu: „Ein Mensch, der der offiziellen Darstellung nicht glaubt“. OK, aber gewandelt hat er sich in den Köpfen eben nicht. Also wenn ich den Klimawandel leugne und Nazi beschimpft werde, denken andere nicht daran, dass ich etwas geleugnet habe, sondern Sie assoziieren immer noch Menschen, die andere aufgrund von äußeren Merkmalen in Lager stecken wollen bzw. umbringen wollen. Also wenn ein Wandel stattfinden würde, dann hätte sich auch die Assoziation verändert und kein Mensch mehr würde es interessieren, wenn ein anderer Nazi genannt wird. Diese Assoziation hat sich eben nie verändert und deswegen halt ich das Argument, dass Sprache im Wandel ist für grundfalsch.

    Man soll Sachen benennen wie Sie nunmal sind. Selbst wenn man ein wirklicher Rassist wäre, so ist man kein Nazi, sondern schlicht ein Rassist. Es kann ganz einfach sein. Im Notfall hilft heute noch der Duden, da dieser bisher nur sehr geringfügig in linker Sprachmanier geändert wurde.

  • Die Frage ist ganz einfach zu beantworten, wenn man weiß, was Faschismus überhaupt bedeutet!
    Die Bedeutung des Wortes „Faschismus“ ist hergeleitet vom Wort „Fascis“, das soviel bedeutet wie Bündel.
    Im römischen Reich war die Fascis das Amtssymbol der obersten Machthaber. Also denjenigen, die über alles und jeden bestimmten!
    Faschismus ist also dann gegeben, wenn eine Machtstruktur die alleinige Macht über alles unter sich ausübt!

    Die bekannteste Form des Faschismus, die wohl jedem sofort einleuchten dürfte, ist die Diktatur. Aber auch Kaiserreiche waren grundsätzlich nicht anderes, als ein faschistisches System.
    Ein Faschist ist also dann ein Faschist, wenn er die oberste Macht ausübt, bzw. unterstützt, oder wie im Fall der heutigen Linksfaschisten, so eine alleinige Machtstruktur anstrebt.
    Und das machen die heutigen Linksfaschisten, indem sie fordern, die einzelnen EU-Staaten aufzulösen und einer zentralistisch gesteuerten Vereinigte Staaten von Europa unterzuordnen!

    Da wir ja schon heute alle wissen sollten, dass eben nicht die Völker der EU-Staaten das Recht inne haben, zumindest diejenigen zu wählen, die in der EU die Gesetze beschließen, sondern eine nicht gewählte Clique sämtliche Gesetze unabhängig vom EU-Volk beschließt, steht somit unumstößlich fest, dass die jetzige EU schon heute kein demokratisches, sondern ein faschistisches Regierungssystem ist! Und das dürfte sich wohl kaum ändern, wenn erst einmal alle EU-Staaten aufgelöst wurden!

    Damit ist klar, dass alle Personen, die diese zentralistische Regierungsform unterstützen, zu Recht als Faschisten bezeichnet werden können!

    Und wenn man zusätzlich bedenkt, dass ja schon A. H., von allen anerkannt als Faschist gilt, weil er eben ein Diktator war und auch schon damals eine Vereinigte Staaten von Europa mit Hauptsitz in Berlin, mit militärischen Mitteln durchsetzen wollte, dürfte schon allein daraus für jeden ersichtlich sein, dass die zukünftigen Vereinigte Staaten von Europa mit Sitz in Brüssel und Straßburg, die heute mit kapitalistischen und medialen Mitteln durchgesetzt werden sollen, ebenfalls ein faschistisches Machtsystem sind.
    Alle, die das befürworten, sind also nichts anderes als das, was A. H. damals schon gewesen ist!
    Ein Faschist!

    Frage beantwortet!

  • Na ja, die Kommis haben mit ihrem Propagandaapparat die Sprache beherrscht: Aus Faschismus, einer syndikalistischen, führungsbetonten (und besser gekleideten) Spielart des Sozialismus, die u.a. Fiat verstaatlicht hat und den Klassenkampf durch die Bündelung (fascio) der gesellschaftlichen Kräfte überwinden wollte, wurde das Erzfeindliche konstruiert – vielleicht aus Angst vor einer fünften (nämlich faschistischen) Internationale und damit weiterer Spaltung der Komintern.
    Sprache „lebt“ nämlich nicht, sie verändert sich nicht, sie WIRD verändert, seit Erfindung des Buchdrucks zunehmend von denen, die sie publizieren können (Medien). Früher wuchs sie – Dialekte – wirklich von unten.
    In dem Zusammenhang: „Denglisch wirkt diminutiv (verniedlichend); der Begriff ist von denen erfunden worden, die das Englische in die deutsche Alltagssprache drücken. „Engleutsch“ wäre treffender, klingt abstoßender, nicht hahaha-lustig und ist sprachlich korrekt: englisches Deutsch, nicht deutsches Englisch.
    M.E. haben sowohl Sellners wie Fleschs Argumente viel für sich. Man kann mal so, mal anders verfahren. Letztendlich ist das Polemik zur Abwehr des angeblich linken Gesinnungsterrors.

  • An Boris Geiger: „das Sprache ständig im Fluss ist und sich wandelt“.
    Das wird heute von Linguisten bestritten (siehe mein Beitrag). Ich verweise dazu auf Chomsky.

  • Es gibt „linke Neonazis“ (sehr viele) und es gibt „rechte Neonazis“ (nicht so viele) Auch ist „Islamfaschismus“ ein guter Begriff der , auch wenn er inflationär gebraucht würde , sich nicht so schnell abnutzen würde :-)) Wobei ich behaupte dass bei „Islam(o)faschismus“ das „O“ die ganze Aussage etwas verniedlicht :-)) L G Uwe

  • Darf man es sagen? Sowieso. Martin nimmt eine korrekte Einordnung vor. Oliver spricht wunderbar an, dass gewisse Worte für verschiedene Bevölkerungsgruppen verschiedene Bedeutungen haben. Bestes Beispiel Kapitalismus. Libertäre = Marktwirtschaft = alle freiwilligen Interaktionen. Ist auch super zum rausreden, weil aller Zwang und Gewalt nie kapitalistisch sein kann, das ist immer korporatistisch oder etatistisch. Kapitalismus ist ein organisches System. Viele Normalos: Kapitalismus ist einfach das, was es im Westen seit 100+ Jahren gibt. Heute ist Kapitalismus genauso wie damals. Irgendein System ist es nicht, es gibt daher auch keine Änderung zu einem mehr an Mischsystem aus Kapitalismus + Sozialdemokratie und Sozialismus. Dritte Gruppe will nach einer Definition aus dem Wirtschaftslexikon drüber reden. Erkennt es als System an und sieht Mischsystem und sozialdemokratisierten Kapitalismus.

    Diese Gruppen leben halt in verschiedenen Welten.

    Nazis=Nationalisten = alles nationale ist doof/böse. Deshalb Nationalismus raus aus den Köpfen und (die Nation) Deutschland verrecke.

    Feminazis ist übrigens auch so ein Ding wie Linksfaschisten, wird aber seltener benutzt. Zum Glück. Feministin reicht schon als Schimpfwort.
    Antifanten, Haltungsjournalisten (freu mich schon drauf, wenn der erste mal auf einer Frage nach Lügenpresse sagt: Ich bevorzuge Haltungsjournalismus.), Demokratiesimulanten. Alles super Schimpfwörter.
    Ich würde mir angewöhnen verschiedene je nach Bock und Situation zu nutzen. Wenn du halt nur triggern willst. Dann Linksfaschisten. Wenn du unter uns bist. Dann halt Bolschewiki oder Wassermelonen (grüne Kommunisten) oder das Spezifikum (Antifant, Relotiuspresse etc.).

    Die Leute da abholen, wo sie sind (oder halt neue Maßstäbe setzen ;-)). Du hast es halt überall mit gehirngewaschenen Zombies/Robotern zu tun, für die gewisse Worte Zaubersprüche sind. Da musst du deren Programmierung mit einbeziehen, um die entzaubern zu können…

  • Beefsteaks ist historisch auch eine sehr schöne Variante (red in the inside, brown on the outside), kennt aber kaum Jemand.
    Sollte man dauernd von Cucks reden? Ist letztlich auch eine neue (progressive) Version alter Begriffe: RINOs/COINOs, Conservative Inc. und es fehlt ein gängiger deutschsprachiger.

    Wir könnten auch vermehrt von der USSA und der EUdSSR reden. Boehringer hat auch einen interessanten Sprachgebrauch mit EU-…, z.B. EU-ropa.

    Moldbug bezeichnet die USSA als not Communist but communist country.
    Also die Cathedral (der Treiber des Staates, noch etwas anders gefasst als Bürokratie und ebenfalls anders als Tiefer Staat (bezieht ja mehr Geheimdienste ein) – wobei Martin mMn Tiefer Staat verzerrend oft nicht nach dem ursprünglichen Begriff, sondern wie Moldbugs Cathedral benutzt -) ist ideologisch längst kommunistisch. Das Zentrum der Cathedral, der Priesterklasse, sind die Universitäten, danach erst Presse, Funktionäre/Beamte, Justiz usw.

  • Man könnte halt sagen, dass mit Grüne Kulturrevolution (Wisnewski&Co., allerdings untermauert durch entsprechende Zitate von Joschka Fischer, Luisa Neubauer und anderen), Grüne Khmer, einem Vergleich zu die Welle, besser gesetzt wird. Aber der HJ und Sportpalast kommt halt nunmal vielleicht doch besser an im Mainstream (Grölemeyer) ;-)).
    Sowieso ist doch deutsches Motto: Du sollst Hitler keinen beigesellen.

    Tja. Mal so mal so. Oder alles ist immer ein Kampf. Nur wenn die Sprache ein permanenter Kampf ist, ist sie auch ein Krampf, ein Stück weit Totalitarismus, weil alles politisch wird und jedes Wort, jeder Einkauf zu einem Politikum wird. Und das würde ich wie Olli oder true fruits doch mal gerne beiseite schieben. Dann kann Oli auch wieder seine alten Disney Filme sehen und Comics lesen ;-).

  • Wertvoller Beitrag, Danke! (Bin Laie, habe Chomsky nicht gelesen.) Es kommt dabei (bei mir) die Frage auf, wie in geringerem Maße über das Internet über sog. Subkulturen vereinzelt die Sprache verändert wird. Sei es über 4chan/8chan das OK-Zeichen zu einem Symbol überlegener „Weißer“ zu machen oder Spielerein wie red pill, black pill, clown pill, früher lol, lmao, XD, nun Kek, for the lulz oder OMEGAlul und „get woke go broke“.
    Also ich meine, gerade mit dem letzten Beispiel, dass hier ebenfalls Setzungen „von unten“ erfolgen. Nur viel seltener. Und mehr in einer Art und Weise der freiwilligen Übernahme als einer Oktroyierung und spontaner, weniger bewusst. Die Gegenseite dafür oft vollbewusst. Die meisten von uns erinnern das sog. Framing also die Setzung oder eine Rahmenbildung der Gespräche (des Diskurses – keine echte Wortneuschöpfung, aber aus entsprechend ähnlichen Gründen häufig gebraucht) via ARD/ZDF.

  • Aus der intellektuellen Sicht muss man Martin recht geben, was allerdings im täglichen Gebrauch zu nichts führt. Es beweist zweierlei – wir sind in diesen aufgehetzten Zeiten zum einen nicht mehr in der Lage in Ruhe genaue Begrifflichkeiten zu definieren und zum zweiten, uns alle daran zu halten. Jeder misst Begrifflichkeiten wie Links, Rechts, Faschist, Nazi, Kommunist, Anarchist, Patriot ect. andere Bedeutungen z.T. völlig falsche Bedeutungen zu und operiert damit. Die Ansicht von Oliver das man, weil Sprache sich verändert, jedesmal auch neue Begrifflichkeiten kreieren kann ist inkosistent – denn die Frage ist dann – in welchem Zeitraum ändert sich Sprache? Sprache kann sich jede Woche, jeden Tag, jede Stunde ändern – wir könnten dann jede Stunde neue Begrifflichkeiten kreieren und hätten das totale Chaos – genau das haben wir zum Teil. Man kann dem Begriff „Linksfaschismus“ eine neue Bedeutung zuweisen wie es Oliver macht, man kann ihm diese Bedeutung aber auch nicht geben, wie es Martin aus historisch richtigem Kontext macht. Beides ist legitim. Es ist aber nicht legitim – was Oliver vor hat – jemanden einen Linksfaschisten zu nennen der es nicht anerkennen mag einer bis dato falschen Begrifflichkeit eine neue Bedeutung zu geben – denn nach der Logik wäre ja dann auch Oliver wieder ein Linksfaschist. Das Problem der Zuweisung einer Bedeutung zu einem Begriff wird wahrscheinlich im Politischem nicht so einfach lösbar sein.

  • An Gernot: „Sprache „lebt“ nämlich nicht, sie verändert sich nicht, sie WIRD verändert“
    Was ist der Unterschied? Natürlich ändert sie sich nicht von sich aus, sondern wird durch die aktive Benutzung verändert. Wer heute Bücher liest, die etwas älter sind > 100 Jahre, merkt man sehr deutlich, dass kaum einer noch so redet. Ich sehe nur einen Unterschied, ob diese Änderung beispielsweise aus der Jugend entstammt und dann in die Sprache gewandert ist, oder ob eine Sprachänderung als politische Waffe, damit etwas schlimmer oder etwas anderes verharmlosend wahrgenommen wird, eingewandert ist. Aber ich schau mir gern mal Chomsky, bzw. ein Werk von ihm darüber an, weil es wirklich ein sehr interessantes Thema ist. Aber Engleutsch gefällt mir sehr gut und die Erklärung erscheint mir absolut logisch.

  • Das Eigenschaftswort „faschistisch“ (und daher auch das Hauptwort „Faschist“) kann und darf – aus Gründen geschichtlicher Genauigkeit – lediglich auf die Regierungsform Italiens von 1922 bis 1943/45 angewendet werden. – Über diese Tatsache setzen sich Vertreter linker Ideologien jedoch gerne hinweg und wenden die betreffenden Begriffe ganz gezielt – aber eben fälschlicherweise – auch auf andere, aus ihrer Sicht unliebsame Gesellschaftsformen (u.a. eben auch auf den (historischen) „Nationalsozialismus“) an. Dieses tun sie nämlich zu dem Zweck, dem Wort „Sozialismus“ quasi eine Rehabilitation anzugedeihen, welche dem Sozialismus allerdings – seinem historischen UND gegenwärtigen Wesen nach – keinesfalls zusteht. – – Unter Kenntnis dieser Tatsache ist es selbstverständlich absolut legitim, linke Ideologen der heutigen Zeit als „Links-Faschisten“ zu bezeichnen. – – – (MfG) 😉

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