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Sie kam ganz zart ins YouTube-Game. Ohne Getöse. Im letzten Mai. Kein erfolgreicher Kollege warb für sie, um ihr den Einstieg zu erleichtern. Heute folgen ihr bereits 33 000 Menschen. Sie ist halt etwas ganz Besonderes, unsere Naomi. 

Es war, als hätten die Menschen auf sie gewartet. Bevor Naomi kam, dachten viele ältere Leute: „W i r müssen das Ruder rumreißen, auf die Jugend können wir nicht setzen, die ist völlig verblödet, da hirngewaschen.“  

Naomi gibt den Menschen Hoffnung. Das bedeutet natürlich auch Druck. Ein Freund, der Naomi persönlich kennt, meinte, er würde sich Sorgen um die Kleine machen. Weil die Last zu schwer werden könnte. Er hinterfragte auch, ob Naomi voll und ganz aus eigenem Antrieb handeln würde, oder ob ihre Mama sie in die Öffentlichkeit drängt.
Doch das halte ich für Quatsch.
Naomis Mama hat im Berufsleben nicht versagt, wie diese „Eislaufmütter“, die es nötig haben, sich im Glanz des Ruhmes ihrer Töchter zu sonnen, sie ist eine erfolgreiche Rechtsanwältin. 

Weil der letzte Absatz sehr persönlich wurde, habe ich ihn aus Gründen der Fairness Naomis Mama gezeigt, sie sagt: „Du liegst richtig, ich mache keinen Druck. Ganz im Gegenteil. Frag sie selbst. Ich muss lernen zu akzeptieren, dass das ihr Weg ist. Das ist echt schwer. Ein Studium in Cambridge wäre mir erst einmal lieber gewesen …
Aber sie hat ja recht. Diese Kaderschmieden passen nicht zu ihr. Sie fährt halt volles Risiko. So wie ich das in meinem Leben trotz Studium auch getan habe.“ 

Studium in Oxford?! Vielleicht doch eine Eislaufmutter? Nee, nur Spaß, Karoline, wir wissen ja, dass Naomi eine Eliteuniversität locker gepackt hätte, mit ihrem Intelligenzquotienten, der nur fünf Punkte hinter Einstein und Hawking liegt.    

Doch kommen wir zu meinem Lieblingsthema, der Liebe. Da hat Naomi Nachholbedarf. Was ich schade finde, schließlich kribbelt sie in der Jugend besonders schön, die Liebe.
Dafür bringt mich ihre Unschuld immer wieder zum Schmunzeln. Es ist bereits ein Running-Gag: Naomi schreibt mir, ich zeig’s einem Freund, der sagt: „Das kann sie doch so nicht schreiben, sie muss doch wissen, dass ein Mann darauf denkt, sie hätte Interesse!“ 
Nö. Woher soll sie das wissen? Sie hat ja bislang noch nicht einmal Händchen gehalten. Außerdem könnte ich beinahe ihr Großvater sein, da kommt man gar nicht erst auf solche Ideen. 

So. Und nun noch ein paar Zeilen, die ich direkt an Dich richte, geschätzte Naomi, schließlich ist heute Dein Geburtstag …

Immer, wenn wir schreiben oder telefonieren, bekomme ich gute Laune. Weil Du so putzig, manchmal wie eine „zerstreute Professorin“, bist. Danke dafür. Es macht mich stolz, dass wir uns so gut verstehen. Den Grund dafür hat mir eben Deine Mama verraten: „Naomi umgibt sich nicht gerne mit elitären Menschen. Sie mag normale Menschen mit brüchigen Biographien lieber.“ 

Ich wünsche Dir zu Deinem neunzehnten Geburtstag alles Glück dieser Welt, Kleines. Gar nicht mal beruflich, das hast Du nicht nötig, Du bist zäh und zielstrebig, deshalb prophezeie ich mal, dass Deutschland noch viel von Dir hören wird.
Ich wünsche Dir, dass Du die Liebe entdeckst. Das Glück, das in ihr wohnt.
Du sagtest mal, du könntest Dir gar nicht vorstellen, dass ein Junge Dich attraktiv finden könnte. Völliger Nonsens! Das Gegenteil ist der Fall. Du weißt es vielleicht nicht, aber Du bist längst das Teenage-Pin up-Mädchen der Gegenbewegung. Hast also quasi freie Auswahl. Nutze sie. Sobald die Zeit reif ist. 

Ich drück Dich. 

Dein Oliver     

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