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Ein Abend im August, kurz nach neun, es ist bereits dunkel, der blutrote Mond hängt nur ein paar Meter über dem Meer. Plötzlich, ein Knall. Kein Schuss. Soweit sind wir hier noch nicht. Es ist der Beginn eines Feuerwerks. Das können sie, darin sind sie groß, die Mallorquiner. 

Das Feuer spuckt im Takt zu „Another One Bites the Dust“ von Queen in Klublautstärke. Ein Menschenmeer auf der Strandpromenade, bestimmt ein paar Tausend. Die Luft ist klar, der Wind weht leis, ein Sommernachtstraum. Doch anstatt die Feuerfontänen am Himmel mit ihrem Lieblingsmenschen im Arm zu genießen, strecken die Zombies ihren rechten Arm in die Luft. Massenverblödung. Früher „Heil Hitler!“, heute „Heil Handy!“ 

Ich wäre auch gern unten auf der Strandpromenade. Mit Dir. So wie im vorletzten Jahr. Gott, ist das schon wieder lang her. Doch ich befürchte, Du wirst da irgendwo stehen. Im besten Fall, für mich, mit einer Freundin. Bei meinem Glück, mit einem neuen Freund.
Du wirst strahlen, so wie Du immer gestrahlt hast, wenn Du glücklich warst, oder wenn Du wolltest, dass die Menschen dachten, Du wärst glücklich. Vielleicht umarmt ihr euch, vielleicht küsst ihr euch. So wie wir uns einst umarmten, so wie wir uns einst küssten, an selber Stelle.
Egal, was ihr tut, es ist Grund genug, mich nicht unter die Leute zu mischen. 

Ist es nicht sonderbar, dass wir unsere Eltern und unserer Kinder ein Leben lang lieben, unsere Liebespartner aber oft nicht? Von denen wir, wenn wir ehrlich sind, einst für eine Weile dachten, wir würden sie sogar mehr lieben als unsere Eltern, unsere Kinder?
Über solche Fragen zerbreche ich mir in einer Tour den Kopf.  

Unsere Tiere (ja, es sind immer noch unsere) haben sich in die hinterste Ecke der Wohnung verkrochen, wie immer, sobald es draußen kracht. Vielleicht bist Du auch gar nicht unten am Hafen. Vielleicht geht’s Dir genauso beschissen wie mir. Ob ich Dir das wünsche? Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht. Du hast mir ja nichts getan. Aber die Größe, Dir alles Glück dieser Welt zu wünschen, die …, die habe ich noch nicht.

P.S.: Ja, ich weiß, ich habe Dir versprochen, nicht öffentlich über uns zu schreiben. Und? Was willste tun, mit mir Schluss machen? (Muss grinsen, Du bestimmt auch.) Hab’s ja auch über ein Jahr durchgehalten. Eine große Leistung für einen Mann wie mich.
Hak’s einfach ab, unter, ein weiteres Versprechen, das ich gebrochen habe, Baby.

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9 Kommentare

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  • Wie oft hat man ihn verspürt, diesen Schmerz. Die Lüge der Einmaligkeit, die Exclusivität der Trauer…. und doch ist es geheuchelt, weil man sich kennt. Die Gezeiten des Lebens. Ebbe und Flut der Gefühle. Und man weiss, es ist wie es wird und wie es war.
    In Cala Ratjada

  • Ein sehr zu Herzen gehender und sehr privater Artikel. Was mich allerdings, während ich diese Zeilen las, mehr beschäftigte, war der Gedanke an all die wunderschönen Feuerwerke, die ich in meinem Leben bereits erleben durfte.
    Und nun?
    Vor wenigen Tagen fand in Konstanz das “Konstanzer Seenachtfest” statt – eine recht lange Tradition.
    Wie man leider mitteilte, war es das letzte Mal, denn GRETA hat ja alle in PANIK versetzt.
    KONSTANZ hat den KLIMANOTSTAND ausgerufen (was immer das für ein Schwachsinn sein soll)

    Ich sitze nun einsam vor meinem PC, der richtig heiß darauf ist, Unmengen von CO² zu flatulieren und Greta somit fast zum platzen bringt. Hüpfen mag mein PC nicht und in Panik wird er sich auch nicht versetzen lassen, im Angesicht all der Psychopathen, die noch nie etwas davon gehört haben, dass es ein Ende von einer Eiszeit gibt und der Mensch NICHTS dagegen tun kann.

    … ich erinnere mich an die wundervollen Stunden mit Dir. Ich habe Deinen schweren Duft in der Nase und Deine ganz eigene, besondere Art, mir zu zeigen, wie schön Du bist, indem Du Dich vollkommen entblößt.
    Dein Strahlen und Deine Energie werden mir ewig in Erinnerung bleiben. Wenn ich Dich höre, verspüre ich Demut und Verlangen.
    Je länger ich Dich habe, um so trauriger werde ich, wenn ich daran denke, dass ich Dich schon bald, für lange Zeit vielleicht, nicht mehr sehen werde….oh Du wundervolles, stets beeindruckendes und gewaltiges Feuerwerk!

    • Guter Punkt! Und schön geschrieben.
      Die Spanier sehen die Dinge in der Regel lockerer und lassen sich auch nicht so leicht verarschen. Gibt allerdings auch hier viele linke Volltrottel.

  • Erst wenn du ihr das Glück und den Frieden der Ewigkeit wünschen kannst hast du die richtige Liebe gewonnen….

    Auf dem Weg dorthin wirst du lernen, wie du ihr vergeben kannst….daß du das lernen mußt, weißt du.

    • Was für ein Quatsch. Ich brauche ihr nichts zu vergeben, sie hat mir nichts getan. Gelernt habe ich aus der Nummer bereits zur Genüge.
      Und “richtige Liebe gewonnen”? Blödsinn.

      Hab Stürzi übrigens ein paar Deiner Nachrichten gezeigt. Irrelevant, meint er, interessiert ihn nicht und die Moslems schon mal gar nicht.
      Brauchst mir also dbzgl. nicht mehr zu schreiben.

  • Wut war bei mir der nächste Schritt, erst auf ihn und dann auf mich. Hab sie (die Wut) mir von der Seele geschrieben (nur für mich) und als sie draußen war, wurde es besser. Im Endeffekt sind wir alle allein, jeder kommt und geht allein, wunderschöne Zeiten zu zweit darf man genießen, nicht erwarten.

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