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Mit der SPÖ, von wo — Stichwort Silbersteinaffäre — der Ibiza-Angriff ausgegangen sein könnte und wo man ebenfalls Akten schredderte, erscheint das machbar; die GroKo-genervte Wählerschaft ist jedoch alles andere als begierig auf diese Lösung.
Auch die Grünen kämen als Bündnispartner in Frage, müssten dann aber die Liberalalas von den Neos mitbringen, auch das gilt nicht als beliebteste Kombination in unserem Nachbarland. ​​Herr und Frau Österreicher präferieren nach wie vor ein Bündnis von Kurzens bürgerlicher ÖVP mit der FPÖ, in der nach Ibiza nicht mehr der laute Rechtspopulist Strache das Wort hat, sondern ein lauer dauerlächelnder Habtmichallelieb-Politiker: Norbert Hofer, eine Mischung aus Marcus Pretzell und Beatrix von Storch.​

Während Sebastian Kurz, in seiner eigenen Partei plötzlich nicht mehr die völlig unangreifbare Lichtgestalt, multimedial mit Aktenvernichtung, Kokain und dubiosen Freunden in Verbindung gebracht wird. Ex(?)-SPÖ-Berater Tal Silberstein beteiligt sich am Kesseltreiben, ausgerechnet in Addendum, dem Hausblatt des FPÖ-nahen RedBullChefs-Mateschitz. ​Letzte, brandneue Entwicklung: Sebastian Kurz macht in einem Interview mit der österreichischen Tagesschau ZIB2 die Neuauflage einer Koalition mit der FPÖ von einer pikanten Grundbedingung abhängig: Er will keinen „rechtspopulistischen“ Innenminister dulden, und schon gar nicht Herbert Kickl (oben im aktuellen Interview bei „Fellner LIVE!“ zu sehen). ​

Kickl, dem in seiner Zeit als Innenminister Polizei und Geheimdienste unterstanden, vermutete bereits VOR dieser Entscheidung Druckmittel, die durch andere, noch unbekannte Videos, auf entscheidungsführenden Politikern lasteten. Auch in der ÖVP, wo der wiedererwachende Einfluss der eifersüchtigen alten, von Kurz ins Glied gestellten Parteigranden dem Altkanzler zusätzlich Probleme machen.
Mag sein, dass der wohlinformierte freiheitliche Überflieger in die richtige Richtung vorfühlt. Noch obendrauf dürfte Kurz eine SALVINIierung der österreichischen Politik fürchten. Das ist nun aber sein Problem und nicht das der Freiheitlichen. Kickl ist wie sein italienischer Counterpart das einzige Regierungsmitglied, das täglich, sichtbar wie ein Knallbonbon, tabulos dem Wählerwille „geliefert“ hat. Er ist das Raison d’être seiner herzerfrischend populistischen Partei.​​ Das genaue Gegenteil davon, Freiheitlichen-Primus Hofer, Mr. Fahnenachdemwind, wird sich indes fügen. Für eine etwas gnädigere Systempresse. Und vor allem aus eigenkarrieristischen Gründen.​​

Diese Situation ist eine Gefahr, die in dieser so sichtbaren, so erfolgreichen Patriotenpartei schnellstmöglich erkannt und angegangen werden muss.​​ Österreichs Patrioten — gleich ob innerhalb oder außerhalb der FPÖ — sollten, bevor sie sich von außen und von innenoben zahnlos machen lassen, dem blauen Parteichef Feuer unter den Allerwertesten geben und notfalls ein zweites Knittelfeld in Erwägung ziehen: Die Munitionierung einer antreibenden parlamentarischen Zweitkraft wie dem Kärntner BZÖ wäre die Lösung. Magnetische Köpfe für die kleingewordene Haider-Partei laufen in der politisch reichen Alpenrepublik zu Genüge durchs Land: Die „ehemaligen“ Gerald Grosz und Ewald Stadler, dazu Martin Sellner, der angeblich nicht will … nach einem entsprechenden Wahlerfolg kommen — zumindest als Drohung — sogar Kickl und Strache als Wechselkandidaten in Frage. ​​Sicher, ein Stimmensplitting im patriotischen Lager kann immer nur eine Notlösung sein. Allerdings ist diese Not da, wenn Hofer die FPÖ mit einem Weichmacher spült. Als Kuschelbärchen a la FDP hat die Partei bis in die 80er Jahre dieselben windelweich-Ergebnisse unter 10% eingefahren. Es war ein und allein Haiders klare nationalistische Positionierung, die die Wende und den Erfolg brachte. Wirklich „geliefert“ hat dann am Ende Kickl. Kann er weitermachen, geht der Aufstieg der Freiheitlichen weiter. Dann. Nur dann!
​​Die Anpasser und Systemlieferanten in der FPÖ brauchen Druck. Jetzt!​

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6 Kommentare

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  • Eine Mischung von Pretzell und von Storch, von unseriösem Karrieristen und seriöser Sachpolitikerin kann es nicht geben; hier hat der Autor sich im Bild vergriffen.

  • Der Artikel ist sprachlich eine Zumutung. Man spürt das Bemühen, möglichst viele Schlagworte und Neologismen bzw. Wortverkoppelungen einzufügen. Das ist keine frische Sprachverwendung, sondern Unbeholfenheit. „SALVINIierung“ ist nicht nur orthographisch furchtbar; „auf Salivini-Kurs gehen“ wäre ungleich eleganter. Warum „Mr. Fahnenachdemwind“ („Fahne-nach-dem-Wind“ wäre schon besser) und nicht „Opportunist“? Ein „Habtmichallelieb-Politiker“ ist ein „Zauderer“. Das schwächere Wort ist ohnehin die rhetorische bessere Wahl.
    Deshalb ist auch die Überschrift unter aller Kritik. Mit Begriffen wie „scheinrechte Schlappschwanz-Regierung“ gibt man nur demjenigen ein Argument in die Hand, der die Gegenöffentlichkeit als unseriös diskreditieren will.
    Inhaltlich kann man dem Artikel durchaus folgen, wobei ich der gegenteiligen Meinung bin. Es ist sehrwohl das Problem der FPÖ, sich regierungsfähig zu machen, und das betrifft nicht nur die eigene Partei. Die FPÖ muß sich so aufstellen, daß Kurz sie zum Koalitionspartner nehmen kann, ohne daß die ÖVP dann gegen ihn Sturm läuft und ohne daß die innerparteiliche Opposition gegen Kurz mit den Mainstream-Medien ein allzu leichtes Komplott schmiedet. Wenn die „Anpasser und Systemlieferanten in der FPÖ“ Druck kriegen, wird Kurz garantiert nicht mit der FPÖ koalieren, und dann ist es belanglos, was die FPÖ fordert und wie sie aufgestellt ist, denn dann hat sie keine Macht, irgend etwas durchzusetzen.

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