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Herr Kurz,

Sie kennen das Sprichwort: „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“?
Ich übersetze es Ihnen. Sie suhlen sich monatelang in den Erfolgen von Innenminister Kickl. Feiern gemeinsam den Rückgang der Asylzahlen ab, predigen mit Kickl das Ende der Balkanroute, fordern in trauter Zweisamkeit die Schließung der Mittelmeerroute, tragen im Ministerrat Hand in Hand jeden Vorschlag des blauen Hardliners mit, verbieten auf seine Idee hin religiös-radikale Einrichtungen innerhalb unserer Gesellschaft, erhöhen die Abschiebezahlen, verstärken die Ausrüstung unserer Polizisten, verbessern die Sicherheit unseres Landes.
Und welche grenzenlosen Deppen und illuminierten Landeswasteln in Ihren Reihen Ihnen auch immer den Schmäh mit den Neuwahlen eingeflüstert haben, Sie wissen es heute bereits besser: Es war ein schwerer Fehler, auch hier hätten Sie Kickl im Wort bleiben sollen.

Ihre Wahlkampfstrategie wurde in den letzten Wochen gleichsam geschreddert. Die Segensfeier in der Stadthalle mutet in der Historie wie das letzte Abendmahl an. Der beschworene „neue Stil“ versinkt im täglichen Hickhack zwischen ihrem rhetorisch unbeleckten Generalsekretär und seinem roten Pendant. Mit dem Gegrunze und Gerülpse, den gegenseitigen Attacken aus der untersten Schublade und dem Schwingen des stinkenden Schmutzkübels werden Sie keinen Blumentopf gewinnen.

Und Ihre einzige Wahlkampfansage, ihre wirklich einzige Botschaft an die Menschheit ist jetzt: Kickl muss weg? Also jener Regierungspartner, der mit Ihnen eine restriktive Sicherheitspolitik durchgesetzt hat, der dafür gut genug war die Drecksarbeit zu machen, dessen Politik Sie derzeit mit dem Slogan „Unser Weg hat erst begonnen“ bewerben, soll sich quasi vom Acker machen.

Herr Kurz, wer soll Ihnen diese Märchen aus 1000 Türkisen und einer schwarzen Nacht denn noch glauben. Ihr Zwilling Blümel startete gemeinsam mit Van der Bellen den Generalangriff, Ihr Klubobmann Gusti Wöginger ruderte kurz darauf zurück. Und jetzt kommen wieder Sie. Herr Kurz, gegen diesen Zick-Zack-Kurs ist jede Achterbahn eine exakte Gerade. Ich gebe Ihnen daher einen Rat, bevor Sie dasselbe stromlinienförmige Ende Ihres Slim-Fit-Vorgängers – von intriganten Spin-Doktoren wie Fußi und Co verhunzt – nehmen:

Bleiben Sie ehrlich, bleiben Sie gerade, hören Sie ins Volk und nicht auf Ihre Berater, zeigen Sie mehr Eigenschaften als eine Wachsfigur, zeigen Sie Emotion, gestehen Sie Fehler ein – kurz gesagt: Werden Sie Mensch!

Gerald Grosz (Bitte seinen YouTube-Kanal abonnieren)

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2 Kommentare

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