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Zuallererst sollte man sich darüber klar werden: Stil ist vor allem eine Erscheinungsform des Charakters. Ohne Charakter, kein Stil. Laufe ich jedem Marktschreier hinterher, werde ich niemals zu einem eigenen Stil finden; natürlich, bedeutet Stil zu haben auch, sich selbst zu hinterfragen. Stil ist ein Weg, zu sich selbst zu finden. Menschen mit Stil haben dies bereits getan – sie kennen und sie vertrauen sich so weit, dass sie genau wissen, was ihr Wesen komplimentiert und was nicht.

Fünfzigjährige in Röhren- oder Baggyjeans vertrauen auf einen flüchtigen Moment des Wiedererlangens der Jugend. (Meist vergeblich.) Dies ist ein nostalgischer Blick zurück in die Dunkelheit der eigenen Vergangenheit – mit Stil hat das allerdings nichts zu tun. Es kann nur bei einem Versuch bleiben, denn obwohl Stil an sich immer über eine Tradition, über eine Geschichte verfügt, ist er gegenwärtig. Guter Stil bleibt guter Stil – 1950 wie 1988 wie 2014.

Zum Stil gehört auch Entsagung, und dies ist vielleicht der komplizierteste Teil, der anstrengendste, der, der am meisten von einem selbst fordert – man entsagt der Masse, dem einfachen Geschmack, der Hirnwäsche des Mobs, um zum Individuellen zu gelangen. Das ist eine bewusste Entscheidung, die Kraft kostet, denn sie fordert Konsequenzen ein – leider ist es heute so, dass guter Stil oft schon mit Exzentrik verwechselt wird. Seinen eigenen Stil findet man nicht, man sucht ihn.

Ich sehe heute Banker, die Anzüge tragen, die sicher sündhaft teuer gewesen sind, die einen tollen Schnitt haben und aus erlesenen Stoffen gefertigt wurden – aber sie kleben an ihnen wie eine schlechte Verkleidung, wie etwas, das nicht für die Person bestimmt ist. Stil sollte Person und Charakter vereinen. Jeans, T-Shirt und Ray Ban können zehn Jahre alt sein – wenn sie dir zu einer zweiten Haut geworden sind, wird das jeder bemerken, denn du fühlst dich wohl darin.

Fazit: Jeder findet (s)einen Stil – wenn er will. Probieren ist erlaubt. Irren auch. Ein selbstkritischer Blick in den Spiegel tut not und bringt oft die richtigen Erkenntnisse.

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